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Umweltfreundlich waschen und putzen

Waschmaschine
Herkömmliche Wasch- und Reinigungsmittel sind nicht nur schlecht für die Umwelt, sondern enthalten auch jede Menge Substanzen, die die Gesundheit belasten. Hinzu kommt, dass die synthetischen Inhaltsstoffe an Tieren getestet wurden und werden. Auch der Boom synthetischer Düfte und Luft-„Erfrischer“ und der massive Einsatz von Desinfektionsmitteln wird von Umweltmedizinern sehr kritisch gesehen. Dabei ist es so einfach, möglichst wenig Schaden und Leid anzurichten und trotzdem eine rundum saubere Wohnung und Wäsche zu haben. Die Produktpalette ökologischer Putzmittel erfüllt alle Anforderungen. Und eine Reihe umweltfreundlicher Hausmittel unterstützt uns beim Saubermachen.
Waschmaschine

Essig ersetzt Weichspüler und Sauerstoffbleiche ersetzt aggressive Spezialwaschmittel (Foto: Pixabay, stevepb)

Nein danke

Konservierungsmittel, optische Aufheller, Enzyme, Phospate, Chlor, aggressive Säuren, synthetische Duft- und Farbstoffe – auf all das sollte aus unserer Sicht bei Reinigungsmitteln unbedingt verzichtet werden. Nicht nur bei Babywäsche und bei empfindlichen Personen! Denn warum sollten sich „robustere“ Menschen so lange mit bedenklichen Chemikalien umgeben, bis sie auch „empfindlich“ geworden sind, also etwa Allergien entwickeln? Die Chemikalien lösen sich ja nicht in Luft auf, wenn sie zum Einsatz kommen. Man atmet sie ein, Rückstände bleiben auf den Flächen und nach und nach schaffen wir uns so ein sozusagen „chemiebelastetes“ Umfeld.

Ja bitte

Ökologische Wasch- und Reinigungsmittel reinigen genauso und schädigen weder Mensch noch Tier noch Umwelt. Sie basieren vor allem auf pflanzlichen Tensiden, die aus nachwachsenden Rohstoffen wie Kokos-, Soja-, Sonnenblumen- oder Rapsöl bestehen – im Gegensatz zu den konventionellen Reinigungsmitteln, die auf Erdöl basierende Tenside beinhalten.

Waschen

Hände weg von konventionellen Waschmitteln, Weichspülern, Fleckensalzen (außer Sauerstoffbleiche und ökologische Flecklöser) und Hygienespülern. Sie sind schlecht für die Gesundheit und für die Umwelt. Einen Vorteil bringen sie nur dem Hersteller-Konzern: Umsätze. Diese Mittel können allesamt ersatzlos gestrichen werden. Es braucht auch kein eigenes Colorwaschmittel für schwarze Wäsche.

Wenn man generell ein ökologisches Waschmittel – ohne aggressive Tenside, die die Farben ausbleichen – verwendet, dann erübrigt sich der Schnickschnack. Bei Weißwäsche gibt man zusätzlich zum Ökowaschmittel Sauerstoffbleiche (Natriumpercarbonat) in die Waschmaschine: Das verhindert das Grauwerden der Textilien und erhält die weiße Farbe. An Stelle des Weichspülers können ein paar Tropf ätherisches Öl (kbA) oder in Regionen mit hartem Wasser zusätzlich ein guter Schuss Essig ins Weichspülerfach gegeben werden. Wenn das Wasser vor Ort besonders kalkhaltig ist, gibt es von den ökologischen Putzmittelmarken eigene Enthärter, die man wie in einem Baukastensystem zur Wäsche gibt. Der Vorteil: Der Öko-Enthärter (bestehend aus Carbonaten und Silikaten) wird nur dort eingesetzt, wo es nötig ist und ist nicht generell dem Waschmittel zugegeben, etwa für Regionen, wo er überflüssig ist.

Wer auf Wäscheduft nicht verzichten möchte, hat die Möglichkeit einen umweltfreundlichen ins Weichspülerfach zu geben, einen solchen gibt es etwa von AlmaWin. Aber auch Lavandin-Wäscheduft (vom Lavendel) wird gerne genommen. Auf aggressive Flecklöser oder Gallseife kann ebenso verzichtet werden. Das umweltfreundliche und vegane Flecken-Gel von Sodasan mit integrierter Auftragebürste etwa lässt fast jeden Fleck verschwinden.

Um Energie zu sparen, sollte die Waschtrommel immer voll sein. Optimal ist es, wenn die Hand noch zwischen Wäsche und Trommelwand passt. Eine Ausnahme darf die Feinwäsche sein. Übrigens: Der Vorwaschgang ist in den meisten Fälle absolut überflüssig.

Bodenwischer Parkettboden

Blitzblank sauber – ohne aggressive Substanzen (Foto: Pixnio, Michal Jarmoluk, CC0)

Putzen

Auch beim Putzen im Haushalt sind synthetisch-chemische und aggressive Putzmittel absolut überflüssig. Jede Fläche und jeder Schmutz ist mit natürlichen und ökologischen Reinigern sauber zu bekommen. Ein Allzweckreiniger, etwa mit Orangenöl, macht die lästige Hausarbeit in jedem Fall angenehmer. Ein mildes Geschirrspülmittel und ökologische Maschinenspültabs machen Teller, Pfannen und Töpfe sauber. Für Eingebranntes braucht es kein aggressives Scheuermittel, sondern lediglich Waschsoda, kurz aufgekocht und die Kruste löst sich fast von alleine. Weitere Tipps sind in unserem Artikel „Unsere Geheimtipps für einen sauberen Haushalt“ nachzulesen.

Glasreiniger gibt es ebenso in einer ökologischen Variante, es kann aber auch ganz einfach eine 1:1-Lösung Essig und Wasser verwendet werden. Es funktioniert garantiert! Mit dem Allzweckreiniger können natürlich auch Bad und Toilette gereinigt werden. Es gibt aber auch hier Produkte mit Spezialrezepturen bzw. etwa mit einem praktisch gebogenen Flaschenhals, um unter den Toilettenrand zu kommen.

Auch eine massive Belastung für Umwelt und Nase: WC-Steine – sie sind ersatzlos streichbar. WC-Sprays – entweder durch natürliche Raumsprays ersetzen oder einfach eine Streichholzschachtel in der Toilette deponieren.

Ein eigenes „Putz-Universum“ eröffnet sich jenen, die Effektive Mikroorganismen kennenlernen. Diese Geschenk von Mutter Erde hat schon so manchen Haushalt putztechnisch revolutioniert. Interessiert? Die Details dazu findest du im Artikel „Meine Mitbewohner: Effektive Mikroorganismen“.

Übrigens: Herkömmliche Putzschwämme, Lappen und -tücher sind aus Kunstfasern (auf Erdöl basierend) gemacht. Auch hier gibt es ökologische Produkte, die etwa aus nachwachsenden, natürlichen pflanzlichen Fasern wie Cellulose bestehen und zu 100% verrottbar sind. Auch Schwämme mit einer Scheuerseite gibt es. Alle diese Produkte werden in jedem Biosupermarkt verkauft.

Reiningungsschwamm Putzen

Ohne Erdöl: aus nachwachsenden Rohstoffen und verrottbar (Foto: Pixnio, Michal Jarmoluk, CC0)

Von gefährlichen Düften umwolkt

Sauber riecht es in der Wohnung, wenn sie regelmäßig geputzt und gelüftet wird. Das hängt von ihren Bewohnern ab. Schlechten Gerüchen mit Luft-„Erfrischern“ beikommen zu wollen, ist genauso, wie wenn sich jemand nicht wäscht und stattdessen mit Deo und Parfum einsprüht. Seit langem warnen Umweltmediziner vor den Duftorgien unserer Alltagswelt. Waschmittel und Weichspüler enthalten synthetische Duftstoffe, jedes konventionelle Reinigungsmittel wird beduftet. Dazu kommen noch die Massen an Duftsprays, Duftsteckern, Duftkerzen – mit einem Chemiecocktail an synthetischen Duftstoffen, die allergen und hormonell wirksam sein können und teilweise noch schlimmeres. Siehe dazu unseren Artikel „Reizende Düfte“.

Hinzu kommt: Jeder neue Duftstoff wird in Tierversuchen getestet.

Wäsche

Vorsicht vor blütenweißen Werbeversprechen (Foto: Pixabay, kheinz)

Werbung und Wirklichkeit

Weiss, weisser, am weissesten. Jedes Jahr kommen neue Produkte auf den Markt, die das noch besser können. Schon mal den Wahrheitsgehalt dieser Aussage überprüft?

Wie leicht lassen wir uns von Werbung einlullen, strömt sie doch dauernd und von allen Seiten auf uns ein. Vor 20 Jahren gab es im Drogeriemarkt einen schmalen Streifen an Duftsprays. Heute nehmen die künstlichen Geruchsbomber riesige Flächen in den Regalen ein. Weil es heutzutage mehr stinkt? Nein, weil die Branche Duftprodukte als lukratives Geschäft erkannt hat und uns seit Jahren in der Werbung eingetrichtert wird, dass Wohnung und Wäsche möglichst intensiv beduftet werden müssen.

Werbung hat einen einzigen Zweck: Die Verkaufszahlen des beworbenen Produkts in die Höhe zu treiben. Werbung ist keine sachliche Information. Was immer hier versprochen wird, sollte kritischst hinterfragt werden.

Etiketten und Etikettenschwindel

Lass dich auch nicht von irreführenden Werbeaufdrucken verleiten: Aufdrucke wie „biologisch abbaubar“ bedeuten in vielen Fällen kaum mehr als die Erfüllung einer gesetzlichen Vorgabe, zumal alle waschaktiven Substanzen (Tenside) der im Handel befindlichen Waschmittel primär biologisch abbaubar sein müssen. Und: Bloß weil eine Reiniger-Marke sich einen Amphibien-Namen gibt, heißt das noch lange nicht, dass es sich dabei um ein echtes ökologisches Reinigungsmittel handelt. Oft gehören solche pseudo-grünen Marken zu einem Chemiekonzern, der daneben weitere konventionelle Chemiereiniger herstellt.

Die Faustregel lautet: Bei allen im Biosupermarkt oder Bioladen erhältlichen Reinigungsmittelmarken handelt es sich um echte umweltfreundliche Produkte. Diesen haben – wenn nicht am Etikett, dann leicht auffindbar auf ihrer Website – eine Volldeklaration der Inhaltsstoffe jedes Produkts!

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