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Gütesiegel für tier- und hautfreundliche Kosmetik

Naturkosmetik
Unsere Lieblingskosmetik trägt ein Kontrollsiegel gegen Tierversuche (Hase mit schützender Hand, Leaping Bunny), ist vegan (und enthält keinesfalls Lanolin aus Australien), ist nicht in China registriert (wo Tierversuche angeordnet werden können) und ist Biokosmetik oder zumindest echte Naturkosmetik. Wie findet man diese Kosmetik? Unter den im Ethischen Einkaufsführer empfohlenen Marken! Für alle, die es genau wissen wollen und mehr über die Kontrollsiegel gegen Tierversuche oder Gütesiegel für Bio- und Naturkosmetik erfahren wollen, haben wir hier eine Zusammenfassung.
Naturkosmetik

Zutaten für Kosmetik: am besten bio und vegan. (Foto: Pixabay, dungthuyvunguyen)

Ein Dschungel? Wir lichten ihn

Es ist ein Dickicht an Gütesiegeln und Zertifikaten, dem sich Kosmetik-KonsumentInnen gegenüber sehen. Um das Dickicht zu licht, hilft die Einteilung in drei Kategorien:

  1. Kontrollsiegel gegen Tierversuche
  2. Vegan-Zertifizierung
  3. Gütesiegel für Bio- und Naturkosmetik

Drogerie- oder Industriekosmetik empfiehlt animal.fair generell nicht – aus Tierschutzgründen, aber auch weil sie für den Körper bedenkliche Substanzen enthalten (siehe „Die Giftküche der Kosmetikindustrie“).

Greenwashing-Alarm: Das Bild einer Aprikose auf dem Shampoo bedeutet noch lange nicht, dass es sich um Naturkosmetik handelt. Und auch Begriffe wie „Bioformel“ oder „natürlich“ sagen für sich genommen gar nichts aus. Und „Wir sind gegen Tierversuche“ ist eine nette Willensbekundung – diese muss aber auch überprüfbar sein, etwa durch ein ensprechendes Kontrollsiegel.

Kontrollsiegel gegen Tierversuche

Die gute Nachricht: Tierversuche für Kosmetika sind in der Europäischen Union verboten – und zwar sowohl am Endprodukt als auch an dessen Rohstoffen. Zudem ist der Handel mit Kosmetik, die in Drittländern an Tieren getestet wurde, untersagt.

Die schlechte Nachricht: Das Verbot gilt nur für den sehr kleinen Teil rein kosmetischer Rohstoffe. Der Großteil der Substanzen (bis zu 90%!) fällt unter die EU-Chemikalienrichtlinie und wird nach wie vor an Tieren getestet. Auch medizinisches Interesse kann von großen Kosmetikkonzernen angeführt werden, um Tests bewilligt zu bekommen. Und: Wenn Unternehmen ihre Produkte in China registrieren lassen, können gemäß der dortigen Gesetzeslage von den Behörden Tierversuche angeordnet werden. Damit ist eine Firma, die innerhalb der EU zwar keine Tierversuche macht, deren Produkte aber in China an Tieren getestet werden, nicht mehr tierversuchsfrei.

Aus diesen Gründen ist es so wichtig, dass KonsumentInnen zu Produkten greifen, die ein Kontrollsiegel gegen Tierversuche tragen.

Hase mit schützender Hand

IHTK Kontrollsiegel gegen TierversucheDas strengste Kontrollsiegel gegen Tierversuche. Der Deutsche Tierschutzbund hat die Richtlinien aufgestellt. Bei den Kosmetikmarken auf einer entsprechenden Positivliste werden garantiert keine Inhaltsstoffe verwendet, die nach 1979 an Tieren getestet wurden. Weder direkt, noch indirekt, noch über ein ausgelagertes Unternehmen dürfen Tierversuche im Spiel sein. Außerdem sind Inhaltsstoffe toter Tiere bzw. aus tierquälerischer Gewinnung ausgeschlossen (z.B. Nerzöl, Murmeltierfett, Seide, Cochenilleläuse, Bärengalle etc.). Und es darf keine wirtschaftliche Abhängigkeit zu Firmen bestehen, die Tierversuche durchführen oder in Auftrag geben. Die Marktpräsenz in Ländern, in denen Tierversuche durchgeführt werden, wie z.B. in der Volksrepublik China (wo Tierversuche für zuzulassende Produkte vorgeschrieben und durchgeführt werden können) ist verboten. Schwachstelle der Richtlinien ist aus unserer Sicht, dass Lanolin aus Australien (von gemulesten Schafen) nicht verboten ist. Deshalb hat animal.fair auch bei den Firmen der Positivliste des Deutschen Tierschutzbundes nachgefragt. Denn wir empfehlen nur jene Kosmetikmarken, die kein australisches Wollwachs verwenden.

Hinweis: Eine Teil der Kosmetikfirmen der Positivliste haben sich zum IHTN, dem „Internationalen Herstellerverband tierschutzgeprüfter Naturkosmetik, Kosmetik und Naturwaren e.V.“ zusammengeschlossen (vorher: IHTK) – sie setzen sich besonders im Kampf gegen Tierversuche ein. Nur diese Firmen dürfen das internationale Markenzeichen mit dem Hasen unter der schützenden Hand auf ihren Produkten anführen. Die restlichen Firmen, die zwar auf der Positivliste stehen, aber nicht beim IHTN dabei sind) tragen leider nicht das Siegel mit dem Hasen, das sie leicht erkennbar macht. Wenn diese Marken unsere noch strengeren Kriterien erfüllen, dann findest du sie im Ethischen Einkaufsführer gelistet.

Noch offen ist, ob sich auch das neue Gütesiegel des IHTN durchsetzt. Es kennzeichnet tierschutzgeprüfte Bio-Naturkosmetik, Kosmetik, Wasch- und Reinigungsmittel, Nahrungs-ergänzungsmittel, Naturwaren, Tierprodukte, Lacke und Farben. Die Vorschriften sind ähnlich dem altbekannten Siegel mit dem Hasen mit schützender Hand. Zusätzlich müssen zertifizierte Produkte aber auch eine deutschsprachige Volldeklaration der Inhaltsstoffe aufweisen.


Leaping Bunny

Leaping Bunny Kontrollsiegel gegen TierversucheDer springende Hase, das Leaping Bunny-Siegel hat in Hinblick auf Tierversuche weniger strenge Kriterien als der „Hase mit schützender Hand“. Das jeweilige Unternehmen kann nämlich selbst festlegen, ab welchem Datum von ihm verwendete Rohstoffe nicht mehr im Tierversuch getestet sein dürfen. Allerdings kann das einmal fixierte Datum dann nicht mehr geändert werden. Eine weitere Schwachstelle ist, dass Lanolin aus Australien nicht verboten ist. Zudem werden auch Firmen zertifiziert, die zu einem Konzern gehören, der Tierversuche durchführt oder durchführen lässt.

Nun aber zu den großen Pluspunkten dieses Kontrollsiegels. Zertifizierte Firmen dürfen mit ihren Produkten nicht am chinesischen Markt registriert sein. Vorteil Nummer zwei: Das Siegel ist international sehr bekannt und auch sehr verbreitet. Für den Leaping Bunny haben sich Tierschutzorganisationen weltweit (v.a. Nordamerika und Europa) auf einen Standard (Humane Cosmetic Standard, kurz HCS) geeinigt und festgelegt, nach welchen Kriterien ein Produkt als „tierleidfrei“ gilt. Administriert wird die Vergabe des Leaping Bunny von der ECEAE (European Coalition to End Animal Experiments) für Europa und der CCIC (Coalition for Consumer Information on Cosmetics) für die USA und Kanada. Eine praktische Suchmaske für alle zertifizierten Kosmetikmarken findest du hier bzw. auch auf der europäischen Seite. Und auch hier der Hinweis: Im Ethischen Einkaufsführer sind nur jene Marke gelistet, die darüber hinaus noch weitere Kriterien erfüllen (ökologisch und fair erzeugt).


PETA Cruelty-Free

PETA Cruelty-Free Kontrollsiegel gegen TierversucheDie international agierende Tierrechtsorganisation PETA führt eine eigene Positivliste. Die dort aufgenommen Kosmetikfirmen müssen PETA schriftlich bestätigen, dass sie bei Endprodukt und Rohstoffen auf Tierversuche verzichten und nicht am chinesischen Markt registriert sind. Es gibt eigene Positivlisten von PETA-USA und PETA Deutschland, wobei die Kriterien dieselben sind. Die Listen spiegeln mit ihren gelisteten Marken dabei natürlich die unterschiedlichen Märkte USA und Europa/Deutschland wider.

Sehr unbefriedigend ist die Tatsache, dass auch Firmen zertifiziert werden, die zu einem Konzern gehören, der Tierversuche durchführt oder durchführen lässt. Und leider ist auch hier ist die Verwendung von australischem Lanolin kein Ausschluss-Kriterium. Im Ethischen Einkaufsführer sind nur jene Marke der PETA-Positivliste aufgenommen, die auch diese strengeren Kriterien erfüllen.


Vegan-Zertifizierungen

Leider gibt es noch einige Natur- und Biokosmetikmarken, die auf tierliche Inhaltsstoffe setzen, obwohl diese leicht durch Rohstoffe pflanzlichen oder mineralischen Ursprungs ersetzt werden können. Besonders „beliebt“ ist die Verwendung von Lanolin. Dabei ist Wollfett ein Tierqualprodukt. Unseren Recherchen zufolge gibt es am Rohstoffmarkt kein Lanolin aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT). Zudem kommt Lanolin praktisch immer vom Weltmarktführer bei der Wollproduktion, und zwar aus Australien. Auf den dortigen Farmen werden die Schafe beim sogenannten Mulesing aufs Schwerste misshandelt.

Schafmilch-Kosmetika erachten wir als ebenso verzichtbar wie die auf besonders grausame Weise hergestellten Stutenmilchprodukte. Die Milch von Säugetieren ist für die jeweiligen Tierbabys bestimmt und muss diesen nicht vorenthalten werden – insbesondere angesichts einer Vielzahl an pflanzlichen Essenzen und Ölen. Auch Bienenwachs (Cera alba), das meist in Lippenpflegestiften eingesetzt wird, ist kein Muss: Candelillawachs (Candelilla Cera von Candelilla-Strauch), Kokosöl und Kakaobutter pflegen spröde Lippen mindestens genauso gut. Das mühsame Überprüfen der am Etikett aufgelisteteten Inhaltsstoffe auf tierliche Substanzen entfällt, wenn die Produkte vegan-zertifiziert sind. Auf folgende Siegel ist Verlass:

Veganblume

VeganblumeDas Siegel wird von der Vegan Society in Großbritannien vergeben. Die Veganblume kennzeichnet Lebensmittel, Kosmetika, Reinigungsmittel etc., die keine tierlichen Inhaltsstoffe beinhalten. Auch der Herstellungsprozess ist tierbestandteilfrei.

Achtung: Die Veganblume wird immer an Einzelprodukte vergeben. Von ein und derselben Marke kann es also sowohl vegan-zertifizierte als auch unvegane Produkte geben. Deshalb sollte man sich immer vergewissern, ob die Veganblume tatsächlich auf der jeweiligen Verpackung abgebildet ist.

Tierversuche sind laut Kriterien untersagt, allerdings ist dieses Gütesiegel darauf ausgerichtet zu garantieren, dass ein Produkt vegan ist. Das Reglement in Hinblick auf Tierversuche ist nicht ausgefeilt und bietet nicht dieselbe Sicherheit wie etwa die Prüfung durch den Deutschen Tierschutzbund bzw. das Siegel „Hase mit schützender Hand“.

Zertifiziert werden können auch Kosmetikprodukte, bei denen es sich um Industrie- oder Drogeriekosmetik handelt. Im Ethischen Einkaufsführer listen wir nur jene Marken, die gleichzeitig Bio- oder Naturkosmetik sind.


V-Label

V-Label veganInternationales Gütesiegel zur Kennzeichnung veganer und vegetarischer Produkte. Am weitesten verbreitet ist es bisher in der Lebensmittelbranche. Auch einige Reinigungsmittel tragen das V-Label. Im Kosmetikbereich gibt es erst eine kleine Anzahl zertifizierter Marken.

Beim V-Label ist es wichtig, darauf zu achten, dass unter dem Siegel das Wort „vegan“ steht, denn es gibt auch zertifizierte vegetarische Produkte. In Österreich wird das Siegel von der veganen Gesellschaft vergeben.

Zertifiziert werden auch Kosmetikprodukte, bei denen es sich um Industrie- oder Drogeriekosmetik handelt. Im Ethischen Einkaufsführer listen wir nur jene Marken, die gleichzeitig Bio- oder Naturkosmetik sind.


Bio- und Naturkosmetik-Siegel

Wir empfehlen am liebsten 100%ige Biokosmetik, da diese am konsequentesten ist. So werden etwa auch bereits beim Anbau der verwendeten Pflanzen keine Pestizide eingesetzt. Die Frage der Tierversuche wird bei diesen Gütesiegeln unterschiedlich behandelt. Die höchste Sicherheit gibt es, wenn eine Marke zusätzlich ein Kontrollsiegel gegen Tierversuche trägt. Und top ist ein Produkt, wenn es zusätzlich vegan-zertifiziert ist.

Gemeinsam sind den Gütesiegeln für Natur- und Biokosmetik folgende Grundsätze:

  • keine synthetischen Farbstoffe, Duftstoffe und Konservierungsmittel
  • keine Silikone, Paraffine und andere Erdölprodukte
  • keine radioaktive Bestrahlung zur Entkeimung von Rohstoffen und Produkten
  • keine Inhaltsstoffe von toten Wirbeltieren

Achtung Schwachstelle: Keines der Naturkosmetik-Siegel schließt die Verwendung von Lanolin aus Australien oder eine Produktregistrierung in China aus. Deshalb listen wir im Ethischen Einkaufsführer nur jene Bio- und Naturkosmetikmarken, die auch diese Kriterien erfüllen. Darüber hinaus empfehlen wir keine Marken, wenn diese zu einem Konzern gehören, der mit Tierversuchen in Verbindung gebracht wird, auch wenn es sich dabei um eine Naturkosmetikmarke handelt.

Wir unterscheiden zwischen gesetzlich und privatrechtlich geregelten Kosmetikstandards:

Biokosmetik gemäß der „Richtlinie Biologische Produktion“

Österreich hat als einziges Land der Europäischen Union die Bezeichnungen Biokosmetik gesetzlich geregelt – und zwar mit der „Richtlinie Biologische Produktion“. Die Kriterien sind besonders streng und müssen durch authorisierte Kontrollstellen geprüft sein: Mindestens 95% der landwirtschaftlichen Rohstoffe in einem Kosmetikprodukt müssen aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Weiters muss ein biologischer Mindestanteil bezogen auf das Endprodukt vorhanden sein. Und die Produktion muss durch eine österreichische Biokontrollstelle kontrolliert und zertifiziert sein.

Auf dem Etikett muss dies klar ersichtlich sein, etwa mit dem Vermerk „Zertifzierte Biokosmetik gemäß der Richtlinge biologische Produktion“ und der Angabe der Nummer der Biokontrollstelle (AT-BIO-3stellige Zahl). Das Logo der Biokontrollstelle kann, muss aber nicht abgedruckt sein. Dies sind die Kontrollstellen, die gemäß der „Richtlinie Biologische Produktion“ zertifizieren: Austria Bio Garantie, BIOS, Lacon, SLK.

Biokosmetik Gütesiegel Austria Bio Garantie BIOS Lacon SLK

Sperriger Name, aber sehr strenge Kriterien und deshalb besonders empfehlenswert! Wir haben jene Kosmetikmarken, die gemäß der Richtlinie zertifiziert sind, im Ethischen Einkaufsführer mit der Abkürzung „Ö. Richtlinie Bio“ gekennzeichnet.

Auch die Bezeichnung als Naturkosmetik ist in Österreich gesetzlich geregelt und im Österreichischen Lebensmittelbuch festgeschrieben. Ähnlich wie bei den bekannten (privatrechtlichen) Kosmetik-Gütesiegeln sind bedenkliche Substanzen verboten, wie etwa Mineralöl, Parabene, Silikone, tierliche Fette, hormonell wirksame Stoffe, Aluminium, Nanopartikel, PEG-Derivate, Tetrasodium EDTA usw. Das Wording ist auch hier sperrig. Zertifizierte Marken und Produkte führen die Bezeichnung: „Naturkosmetik laut CodexkapitelB33“ (oder auch „Naturkosmetik – geprüfte Codexqualität“).


Die nachfolgenden Gütesiegel sind privatrechtliche Kosmetikstandards. Sie wurden meist von einem Zusammenschluss an Naturkosmetikherstellern gegründet. Kontrolliert werden die Standards von unabhängigen Prüfstellen.

COSMOS

Für den COSmetic Organic Standard haben sich die größten europäischen Naturkosmetik-Zertifizierungsstellen zusammengeschlossen – zum weltweit größten Naturkosmetik-Zertifizierungssystem:

  • BDIH (Deutschland)
  • Cosmebio (Frankreich)
  • Ecocert (Frankreich)
  • ICEA (Italien)
  • Soil Association (Großbritannien)

Der Vorteil: Mit COSMOS wurde ein internationaler Standard geschaffen. Der Nachteil: Es gibt kein einheitliches Siegel. Unter dem „Dach“ von COSMOS behalten die Naturkosmetikverbände ihr jeweiliges Logo bei und ergänzen es mit einem entsprechenden Zusatz. Es gibt zwei Qualitätsstufen: „COSMOS Natural“ für Naturkosmetik und „COSMOS Organic“ für Biokosmetik. Empfehlenswerter ist natürlich die Biokosmetik. Bei COSMOS Organic müssen min. 95% der landwirschaftlichen Rohstoffe aus Bioanbau stammen.

Cosmos Biokosmetik Naturkosmetik BDIH Cosmebio Ecocert ICEA Soil

 

In Hinblick auf Tierversuche legt COSMOS die Latte nicht sehr hoch, sondern bestätigt lediglich, was in der EU ohnehin gesetzlich geregelt ist: „Kosmetikprodukte dürfen nicht an Tieren getestet werden. Kosmetische Rohstoffe dürfen nicht an Tieren getestet werden, außer dies ist gesetzlich vorgeschrieben.“


NATRUE

Natrue NaturkosmetiksiegelDas NATRUE-Siegel zertifiziert in drei verschiedenen Stufen:

  • Naturkosmetik: Bio-Zutaten sind erwünscht, aber nicht vorgeschrieben.
  • Naturkosmetik mit Bioanteil: mindestens 70% der pflanzlichen und tierlichen Inhaltsstoffe müssen Bio-Qualität haben.
  • Biokosmetik: mindestens 95% der pflanzlichen und tierlichen Inhaltsstoffe müssen Bio-Qualität haben.

Leider sind die Hersteller nicht verpflichtet, die jeweilige Zertifizierungsstufe auf dem Etikett abzudrucken. Überprüft werden kann dies immerhin in der Produktdatenbank von NATRUE.

Die Haltung von NaTrue in Hinblick auf Tierversuche ist aus unserer Sicht aber eher unbefriedigend, weil man lediglich auf die gesetzlichen Regelungen und REACH verweist und kein weiteres Engagement erkennen lässt.

Positiv wiederum ist, dass der NATRUE-Verband seine Kriterien dahingehend verschärft hat, dass zertifizierte Hersteller keine (neuen) Tierversuche für den chinesischen Markt durchführen lassen dürfen. Bei bereits zertifizierten Produkten haben die Hersteller bis zur nächsten turnusmäßigen Zertifizierung Zeit, ihre Vorräte in China noch loszuschlagen und sich aus dem Markt zurückzuziehen. Oder sie weisen nach, dass die chinesischen Behörden für dieses Produkt keine Tierversuche durchgeführt haben und dies auch nicht tun werden.


ICADA

Naturkosmetik ICADA GütesiegelDer Kosmetikverband ICADA vertritt und zertifiziert in erster Linie kleine und mittlere Unternehmen der Branchen Kosmetik, Reinigungsmittel und Nahrungsergänzungen. „So weit möglich“ müssen Pflanzen aus kontrolliert-biologischem Anbau oder zertifizierter Wildsammlung verwendet werden, heißt es im Reglement. Rohstoffe, die vor dem 01.01.1998 noch nicht in der Kosmetikindustrie eingesetzt wurden, dürfen nur dann verwendet werden, wenn sie nicht im Tierversuch getestet worden sind. Alles in allem ist das ICADA-Label mit dem BDIH (COSMOS) vergleichbar.


Nicht zertifizierte Naturkosmetik

Auch das gibt es. Mitunter finden sich darunter sogar sehr empfehlenswerte Marken, die alle Kriterien für eine tierfreundliche, umweltfreundliche und gesundheitsfördernde Gesichts- und Körperpflege erfüllen. Aus verschiedenen Gründen (Kosten, administrativer Aufwand, aus Prinzip) haben diese Marken keines der Naturkosmetik-Siegel beantragt. Jene Marken, die unsere Kriterien erfüllen, findest du hier im Ethischen Einkaufsführer.

Kosmetik

Manche Marken sind empfehlenswert, andere nicht. (Foto: Pixabay, WerbeFabrik)

Fazit

Die tierfreundlichste Kosmetik ist:

  1. vegan
  2. biologisch
  3. trägt Kontrollsiegel gegen Tierversuche

Konkret bedeutet das: Eine Kosmetikmarke trägt etwa das Siegel „Hase mit schützender Hand“ oder den „Leaping Bunny“, ist nicht in China registriert, verwendet kein australisches Lanolin und ist vegan (ausschließlich pflanzlich und mineralisch) idealerweise mit Vegansiegel und ist echte Biokosmetik, zertifiziert mit einem entsprechenden Siegel.

Bei biologischer, veganer und tierversuchsfreier Kosmetik, die keine entsprechenden Kontroll- und Gütesiegel trägt, hilft nur der geschulte Blick auf die INCI-Liste (siehe dazu auch unseren Artikel „Geheimcode INCI“). Bei der Entschlüsselung kann man sich auch der Hilfe einer Smartphone-App bedienen oder im Internet nachsehen.

Eine Stufe unter der Biokosmetik steht die Naturkosmetik. Und auch hier gilt: Naturkosmetik ist nicht gleich Naturkosmetik. Die Gütesiegel erlauben in unterschiedlichem Ausmaß die Beimischung synthetischer oder tierlicher Inhaltsstoffe. Auch hier schadet ein Kontrollblick in die INCI-Liste nicht. Bei den einzelnen Inhaltsstoffen sollte ein * dabei stehen, der auf die Fußnote „aus kontrolliert biologischem Anbau“ verweist. Vorsicht vor allem bei Lanolin. Es stammt praktisch immer aus Australien und damit von Schafen, die der Tortur des Mulesings unterzogen wurden.

Wichtig ist auch, bei jedem einzelnen Produkt auf das Gütesiegel zu achten! Man kann sich nicht darauf verlassen, dass alle Produkte einer Firma denselben Kriterien entsprechen. Das gilt insbesondere für die Veganblume. Die Gütesiegel werden oft nicht pauschal an Firmen vergeben, sondern nur für jedes einzelne Produkt.

Seife

Gütesiegel garantieren die Herkunft (Foto: Pixabay, Tomasz_Mikolajczyk)

Kompliziert?

Hoffentlich nicht!

Die Liste der im Ethischen Einkaufsführer empfohlenen Kosmetikmarken nimmt dir weitgehend Arbeit ab. Du brauchst dir nur mehr deine Lieblingsmarke(n) auszusuchen. Es ist für jeden Anspruch, für jede Hautbeschaffenheit und für jede Geldtasche etwas dabei.

Eine Marke nicht gefunden? Vielleicht erfüllt sie unsere strengen Kriterien aus irgendeinem Grund nicht. In dieser Liste kannst du nachsehen, ob wir die von dir gesuchte Marke erfasst haben und aus welchen Gründen wir sie nicht oder nur eingeschränkt empfehlen. (Hinweis: Drogerie- bzw. Industriekosmetikmarken wirst du vergeblich suchen, da wir diese generell nicht empfehlen.)

Hilfreiche Apps

Leaping Bunny-zertifizierte Kosmetikmarken auf einen Blick

Liste der PETA Cruelty-Free-zertifizierten Kosmetikmarken

Codecheck: Barcode einscannen und bedenkliche Inhaltsstoffe aufspüren

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