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Meine Mitbewohner: Effektive Mikroorganismen

Sprühflasche
Die FreundInnen effektiver Mikroorganismen sprechen gerne von einem “Geschenk von Mutter Erde”. Tatsächlich könnte man sich darüber wundern, dass noch nicht die ganze Welt dieses Geschenk nutzt. Wer sie im Haushalt verwendet, kann fast alle anderen Putzmittel links liegen lassen. Und genau das tut Petra vom animal.fair Team seit vielen Jahren und plaudert aus dem Nähkästchen:
Sprühflasche

Gut gesprüht ist halb geputzt (Foto: Pixabay, Projekt_Kaffebart)

… allerdings muss man sich auf diese neue Art des Putzens schon einlassen, denn die Herangehensweise ist eine andere. Aber eine sehr nachhaltige: in zweifacher Hinsicht, ökologisch und putztechnisch – die Flächen schmutzen nicht so schnell nach.

Die Entdeckung

In den 80er Jahren hat ein japanischer Wissenschafter, Teruo Higa, mehr oder weniger durch Zufall die wundersame Wirkung einer bestimmten Mischung von Mikroorganismen entdeckt. Im großen und ganzen besteht diese Mischung aus drei verschiedenen Arten von Mikroben: Photosynthesebakterien, Milchsäurebakterien und Hefen. Wo immer sie versprüht oder aufgetragen werden, beeinflussen sie die mikrobielle Umgebung in der Art, dass die regenerativen Mikroorganismen vorherrschend werden. Dadurch wird der fermentative Abbau stimuliert und Schmutz (Fäulnis) verschwindet. EM (Effektive Mikroorganismen) helfen, das gesunde Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur wiederherzustellen. International ist die EM-Technologie seit mehr als 30 Jahren in der Landwirtschaft und im Umweltbereich erfolgreich.

EMa und eMC (bzw. EM Mikrorein)

Das wichtigste Mittel mit dem geputzt wird (und noch vieles mehr), ist EMa, was “Effektive Mikroorganismen aktiv” bedeutet. Die Mikrobenmischung befindet sich in einer Nährlösung – diese kann aus Zuckerrohrmelasse sein oder auch aus fermentiertem Biogetreide.

Das zweite Mittel zum Putzen heißt beim einen Hersteller eMC, beim anderen in Österreich erhältlichen Hersteller EM Mikrorein. Dieses Mittel kommt überall dort zum Einsatz kommt, wo Fett gelöst werden muss, etwa in der Küche oder im Bad. Einziger Unterschied zum EMa ist, dass auch ätherische Öle enthalten sind, die helfen, das Fett aufzuspalten.

Neben den Mikroorganismen in den flüssigen Nährlösungen gibt es auch noch Mikroorganismen in Ton eingebrannt. Am gebräuchlichsten sind die sogenannten Pipes, kleine Röhrchen, die zur Wasseraufbereitung verwendet werden. Normales Leitungswasser erhält so wieder die Qualität von Quellwasser (kleinere Molekül-Cluster) und für das Putzen bedeutet das eine bessere Waschleistung.

Die effektiven Mikroorganismen wirken nicht nur reinigend, sie verhindern auch schlechte Gerüche, sorgen für ein gesundes Raum- und Wohnklima, und wirken sich auch auf die Gesundheit positiv aus. Sie sind absolut ökologisch, da sie ja auch in der Natur vorkommen und wer sie verwendet, tut auch etwas Gutes für das Abwasser. Denn auch das Putzwasser mit den “verbrauchten” Mikroorganismen entfaltet in den Abwasserleitungen und in der Kanalisation noch eine positive Wirkung, indem es den Fäulnisschlamm reduziert.

Boden putzen

Mit effektiven Mikroorganismen bleibt der Boden länger sauber (Foto: Pixabay, jarmoluk)

Und so wird mit EM geputzt

Man nehme zwei Sprühflaschen, gebe in beide ein paar Pipes und befülle sie mit Wasser. Nun gibt man in die eine Sprühflasche eine kleine Menge EMa und in die andere eine kleine Menge eMC (Mikrorein). Wie gesagt eMC ist für fettverschmutzte Flächen, EMa für alles andere. Nehmen wir als Beispiel das Badezimmer. Hier werden die zu putzenden Stellen mit der EMa-Flasche eingesprüht. Die Badewanne tendenziell eher mit der eMC-Flasche einsprühen. Nun sollte die Flüssigkeit 5-10 Minuten einwirken. In der Zwischenzeit kann man z.B. weitergehen und die Toilette einsprühen. Zurück zum Bad. Man nimmt am besten ein Mikrofasertuch und putzt nun die eingesprühten Flächen damit, mit klarem Wasser nachspülen oder darüberwischen. Fertig.

Fenster und Spiegel werden blitzblank mit EMa – allerdings sollte man hier geringer dosieren. Für die Bodenpflege ein kleiner Schuss EMa in den Wasserkübel. Apropos Boden. Wenn man – und das kann man getrost – alle anderen Putzmittel aus der Wohnung verbannt und nur mehr mit Eeffektiven Mikroorganismen putzt, dann wird man nach ein paar Monaten, wenn sich das gesunde Mikroorganismen-Milieu ausreichend in der Wohnung ausgebreitet hat, feststellen, dass der Boden nicht mehr so schnell verschmutzt wie früher: Der sogenannte Lurch (Staubmäuse) entstehen langsamer. Übrigens: Effektive Mikroorganismen finden nicht nur im Haushalt Anwendung, sondern insbesondere auch im Garten, in der Landwirtschaft, für Teiche und Gewässer, in der Tierhaltung, zur Raumluftverbesserung, bei Bau und Sanierung und in Asien sogar in Spitälern.

Meine Erfahrungen

Die hier geschilderten Anleitungen basieren auf der mehrjährigen Erfahrung der Autorin dieser Zeilen, die nur mehr mit Mikroorganismen putzt. Aus dieser Erfahrung weiß ich aber auch, dass eine Einschulung am Anfang unverzichtbar ist. Alle zertifizierten EM-Verkaufsstellen bieten das auch an. Die Art mit EM zu putzen unterscheidet sich vom Putzen mit herkömmlichen Reinigern. Am Anfang sollte man sich auch an die empfohlenen Dosierungen halten, später bekommt man dafür ein Gefühl und arbeitet aus dem Bauch heraus. Es kann übrigens angebracht sein, etwa bei der Badewanne, in Abständen von mehreren Monaten einmal mit einer ökologischen Scheuermilch zu putzen oder mit einer Mischung aus eMC und Steinmehl.
 Ich verwende da aber am liebsten Wiener Kalk.

Badewanne

Für die Badewanne eignen sich zwischendurch ökologische Scheuermittel oder Wiener Kalk (Foto: Pixabay, MikesPhotos)

Wie teuer ist EM?

Noch ein Wort zu den Kosten: 1 Liter EMa kostet derzeit 4,50 € und man kommt lange damit aus, weil es stark verdünnt wird. Ich habe zu Hause im den 5-Liter-Kanister, weil ich EMa bzw. inzwischen das helle EM Blond nicht nur zum Putzen verwende, sondern auch für alle meine Pflanzen und damit sogar meine Haar regelmäßig einsprühe, weil das den Glanz erhöht.

eMC ist wesentlich teurer, 1 Liter schlägt derzeit mit 21,50 € zu Buche, allerdings kommt man damit ewig aus, ich würde schätzen, ein Jahr sicher.

Kostspieliger ist in jedem Fall der Einstieg. Für eine komplette Ausstattung braucht man neben EMa und eMC auch die Pipes (die aber ewig halten) und – wenn man es sich leichter machen will – gute Sprühflaschen (bei denen man nicht ständig pumpen muss). Auch eine spezielle Sprühflasche, die ich über Kopf verwenden kann, ist sehr praktisch,  da ich so auch unter den Toilettenrand sprühen kann. Ich empfehle die langlebigen und hochwertigen Sprühflaschen der Firma Birchmeier und die Kopfüber-Sprüher von Multikraft bzw. EM Chiemgau. Letztere bestehen sogar aus Bioplastik. Also, gewisse Ausgaben sind am Anfang nötig, es sind aber einmalige Ausgaben.

Erhältlich sind die Produkte in den Webshops der Hersteller. Ich empfehle aber unbedingt am Anfang vor Ort einzukaufen und sich ausführlich einschulen zu lassen. In ganz Österreich gibt es zertifizierte Verkaufsstellen, die Übersicht finden Sie auf den Hersteller-Websites.

Die Hersteller von Produkten mit Effektiven Mikroorganismen

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