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Plastikfasten!

Unser Alltag ist vollgestopft mit immer wieder neuen Produkten aus Plastik. Wir wollen euch hier, Lust zum „Entrümpeln“ machen. Kunststoff lässt sich sehr oft ersetzen oder einfach weglassen: Ob beim regelmäßigen Einkauf oder bei der eigenen Versorgung mit Flüssigkeiten – seien es klare oder koffeinhaltige. Aber auch im Haushalt lassen sich viele Plastikprodukte durch nachhaltige Materialien ersetzen. Wir haben für euch zahlreiche Praxistipps zusammengestellt, mit denen Plastikfasten leicht fällt.

Nur eine von vielen Möglichkeiten zum Plastikfasten (Foto: flickr, Your Best Digs)

Best of: Unsere Tipps zum Plastikfasten

  • Vorratsdosen und Lunchboxen aus Glas-, Keramik- oder Edelstahl oder auch Bioplastik. Nicht nur aus ökologischen, sondern auch ästethischen Gründen zu empfehlen. Ausserdem: Glas, Keramik und Edelstahl halten ewig. Erhältlich sind diese nachhaltigen Behältnisse etwa bei  unserem Rabattpartner Beechange sowie Plasticarian, pure & green, Pure Nature, WaschbärEco Brotbox, www.lunchbots.de, www.biber.com oder www.toepferei-erning.de.
  • Einkaufen ohne Plastik 1: Trolley oder mitgebrachte Einkaufstasche statt Einweg-Sackerl – ob aus Plastik oder Papier verwenden. Hauchdünne, immer wieder zu verwendende Beutelchen oder Netze aus Biobaumwolle für den Obst- und Gemüsekauf (sie haben praktisch kein Gewicht auf der Waage). Erhältlich sind diese etwa bei unserem Rabattpartner Beechange sowie Plasticarian, pure & green) Wenn Verpackungen unvermeidbar sind, dann bevorzuge solche aus Papier oder kompostierbarem Material. Wer seine Einkaufstasche immer dabei haben will, kann sich eine aus Kunststoff (ausnahmsweise, dafür aber ewig verwendbar) zulegen. Diese kleinen Platzwunder lassen sich auf die Größe eines Taschentuch-Päckchens zusammenlegen, haben kaum Gewicht und finden in jeder Handtasche Platz, um für den Spontan-Einsatz gerüstet zu sein. Die zusammenfaltbaren Taschen gibt es in verschiedenen Größen etwa von Reisenthel.
  • Einkaufen ohne Plastik 2: Wenn du einen Unverpackt-Laden in deiner Umgebung hast, dann kannst du auf diese Weise jede Menge Verpackungsmüll einsparen. Auch wer seine Lebensmittel über eine Foodcoop oder einen Ernteanteil bei einer SoLawi oder auch eine Biokiste bezieht, spart sehr viel Plastik und Verpackungsmüll. Sämtlich Biokisten Anbieter Österreichs sowie alle SoLawis (Solidarische Landwirtschaften) findest du im Ethischen Einkaufsführer.
  • Schneidbretter aus Holz statt solchen aus Plastik.
  • Einweg-Kaffeebecher vermeiden: Entweder mit dem eigenen Häferl zum Automaten gehen oder Mehrweg-Coffee-to-Go-Becher (samt Deckel), etwa aus Bambusfasern verwenden. Erhältlich sind diese bei unserem Rabattpartner Beechange oder bei denn’s Biomarkt.
  • Die überflüssigste Verpackung überhaupt: Lassen wir PET-Flaschen zum Ladenhüter werden! Die gesündeste Flüssigkeit – Wasser – kommt aus der Leitung und kann in Glas- oder Edelstahlflaschen gefüllt werden. Diese können natürlich auch mit selbstgemachtem Aromawasser (Wasser und 2-3 Scheiben Apfel oder frische Minze etc.), Eistee, Smoothie oder Fruchtsaft gefüllt werden ;-) In den bereits angeführten Geschäften (und weiteren im Ethischen Einkaufsführer gelisteten Shops) gibt es insgesamt eine riesige Auswahl an Trinkflaschen zum Mitnehmen oder Glaskaraffen für zu Hause.
  • Verwende nur Kugelschreiber, für die es Minen zum Nachfüllen gibt, oder noch besser Pumpkolben-Füllfedern.
  • Spielwaren aus Holz und Kuscheltiere aus Biobaumwolle schenken. Aber auch Spielwaren aus nachwachsenden Rohstoffen und Bioplastik gibt es bereits am Markt.
  • Natur- und Biokosmetik verwenden! Das ist nicht nur besser für deinen Körper, sondern auch für die Umwelt: So bleiben Produkte mit künstlichen Inhaltsstoffen und Mikroplastik Ladenhüter.
  • Seife statt Duschgel. Abgesehen, dass die Haut meist die Reinigung mit Seife meist besser verträgt, weil Seife nicht extra Tenside zugesetzt werden (müssen), sparst du mit jedem Stück Seife ein Plastikflasche oder -tube ein.
  • Einweg-Plastikteller und -besteck durch Partygeschirr aus Palmblättern oder anderen kompostierbaren ersetzen. Diese gibt es etwa in ganz Österreich bei denn’s Biomarkt oder in den bereits angeführten Shops (siehe oben).
  • Deine (selbstverständlich ökologischen ;-) Reinigungsmittel aus Biosupermarkt oder -laden kannst du auch in Großgebinden (Kanistern) kaufen oder in manchen Verkaufsstellen nachfüllen lassen. Damit sparst du nicht nur Plastik, sondern auch Kosten! Die Produkte der Vorarlberger Reinigungsmittelmarke Uni Sapon etwa können in zahlreichen Nachfüllstationen in ganz Österreich wieder befüllt werden. Und für die ebenfalls aus dem Ländle erzeugten Reinigungsprodukte von Planet Pure gibt es in einigen Filialen der Drogeriemarktkette dm eigene Nachfüllstationen.
  • Neue Winter-, Sport- und Outdoorkleidung von Herstellern kaufen, die auf Umweltschutz achten und mit Recyclingmaterialien arbeiten. Diese Anbieter findest du bei uns im Einkaufsführer. Kuschelige Fleecejacken gibt es aber sogar aus Biobaumwolle (etwa bei hessnatur oder Waschbär).
  • Beim Waschen von Synthetikkleidung einen Waschbeutel verwenden, der die feinen Kunststofffasern filtert. So einen Waschbeutel gibt es von Guppyfriend.

Eine vielversprechende Einkaufhilfe

Noch steht ein neues Plastikfrei-Gütesiegel erst am Anfang. Aber wenn erst einmal deutlich mehr Produkte zertifiziert sind, dann wird es eine hilfreiche Unterstützung für KonsumentInnen sein, die darauf achten, Plastik so oft wie möglich behiehungsweise immer öfter zu vermeiden. Das Flustix-Gütesiegel, hinter dem eine unabhängige Initiative steht, kennzeichnet Produkte in mehreren Kategorien: plastikfreies Gesamtprodukt, ohne Mikroplastik, plastikfreie Verpackung und plastikfreies Produkt. Zertifzierte Produkte müssen einer labortechnischen Untersuchung unterzogen worden sein.

 

Die Gretchenfrage

Wenn eine Entscheidung getroffen werden muss, ob individuelles Leid oder eine Belastung der Umwelt den Ausschlag gibt, etwa bei der Wahl von Schuhen, dann entscheidet sich das animal.fair Team für die Crueltyfree-Variante, die tierleidfreie, also etwa für Schuhe aus synthetischen Materialien… Vorerst manchmal noch. Denn Kork und Ananasleder sind bereits jetzt eine perfekte ökologische Alternative – sowohl zu Synthetikleder als auch zu Tierhäuten. Und viele weitere umweltfreundliche und tierleidfreie Pflanzenleder stehen kurz davor, auf den Markt zu kommen, siehe „Die Ananas macht den Schuh„. Davon abgesehen arbeiten die im Ethischen Einkaufsführer empfohlenen Schuh- und Taschenhersteller oft mit recycelten Materialien, etwa mit ehemaligen PET-Flaschen. Und auch Bio-Baumwolle und Hanf werden bei der Schuhherstellung immer öfter verwendet.

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