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Wie man sich bettet

Es gibt viele Gründe, auf Synthetikkunststoffe zu verzichten. Von hormonell wirksamen Substanzen über Weichmacher enthalten sie oft Stoffe, die unserer Gesundheit schaden. Zudem werden sie aus Erdöl hergestellt und sind damit nicht biologisch abbaubar. Noch dazu fühlen sich Synthetikfasern auf unserer Haut einfach nicht so gut an wie Naturmaterialien – was speziell beim Thema Bettwaren ein großer Nachteil ist.

(Foto: Unsplash, Annie Spratt)

Eine beliebte Alternative zu den weit verbreiteten Synthetikmaterialien sind Naturkautschuk und der daraus gewonnene Naturlatex. Diese Materialien findet man in vielen nachhaltig produzierten Produkten – ob Matratzen, Gummistiefel oder Yogamatten. Sie sind atmungsaktiver und robuster als Synthetikstoffe und haben noch dazu eine positive CO2-Bilanz, da Kautschukbäume eine natürliche Kohlenstoffsenke darstellen.

Aber Achtung: Leider ist weder der Begriff „Naturkautschuk“, noch der Begriff „Naturlatex“ geschützt. Produkte, die mit diesen Labels beworben werden, können daher auch aus reinen Synthetikmaterialien bestehen. Die Unterschiede sind für Laien mit freiem Auge oft nicht erkennbar. Wer beim Kauf also auf Nummer Sicher gehen will, sollte nach den folgenden Qualitätssiegeln Ausschau halten:

Fair Rubber

© Fair Rubber Association

Naturkautschuk ist aufgrund seiner besonderen Belastbarkeit und Elastizität in vielen Industriesektoren unersetzlich geworden – PKW-Reifen beispielsweise bestehen bis zu 50% aus Naturkautschuk. Mit dem steigenden Mobilitätsgrad wächst auch die Nachfrage nach dem begehrten Material. Leider treten Umwelt und Ethik bei der Produktion daher wie so oft in den Hintergrund. Eine Studie des Südwind-Instituts hat gezeigt, dass die Kautschukproduktion ähnliche Auswirkungen wie die Palmölgewinnung hat, und dass es auf Gummibaumplantagen oft zu Menschenrechtsverletzungen kommt. Wer beim Kauf von Kautschukprodukten nicht nur auf die Umwelt, sondern auch auf faire Arbeitsbedingungen Wert legt, der sollte beim Kauf nach dem Logo des Vereins Fair Rubber Ausschau halten.

Fair Rubber arbeitet mit Unternehmen zusammen, die ausschließlich fair und nachhaltig produzierten Kautschuk verarbeiten. Die Unternehmen zahlen einen Mitgliedsbeitrag und eine Fair-Trade-Prämie, welche zurück an die Lieferanten fließt. Diese müssen das Geld dann für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der Primärerzeuger von Kautschuk verwenden.

Durch Fair-Rubber zertifizierte Produkte erkennt man am Fair Rubber Logo. Dieses findet man auf den verschiedensten Gummi-Produkten; von Gummiringerln bis hin zu Naturlatex-Matratzen.

GOLS

© Controlunion.com

Der Global Organic Latex Standard (GOLS) legt das Hauptaugenmerk auf einen biologischen Kautschukanbau. Durch GOLS zertifizierte Produkte müssen zu mehr als 95 % aus kontrolliert biologischem Anbau stammen und Grenzwerte für Füllstoffe, schädliche Substanzen und Emissionen einhalten. Die Einhaltung dieser Kriterien wird auf allen Produktionsstufen kontrolliert, wodurch jedes Produkt, welches das GOLS-Siegel trägt, leicht zum Hersteller zurückverfolgt werden kann. Damit ist das GOLS-Siegel das umfangreichste Siegel, das derzeit auf dem internationalen Markt zu finden ist.

QUL

© QUL e.V.

Der Qualitätsverband Umweltverträgliche Latexmatrazen e.V., welcher sich, wie bereits im Namen enthalten, vor allem auf Matratzen spezialisiert hat, garantiert mit seinem Zertifikat, dass der Kern der zertifizierten Matratze zu 100 % aus Naturlatex besteht. Das Produkt muss außerdem frei von gesundheitschädigenden Materialien sein. Auch die Elastizität und Haltbarkeit der Matratzen werden geprüft. Um die Richtigkeit der Zertifizierung zu gewährleisten, werden die Produkte einer jährlichen mechanischen und chemischen Überprüfung unterzogen.

Ein großer Vorteil des QUL-Zertifikats ist die Tatsache, dass der Bezug der zertifizierten Matratzen oft aus Biobaumwolle besteht.

 

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