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Geheimcode INCI

INCI-Deklaration
Kosmetikhersteller sind verpflichtet, die im Produkt enthaltenen Stoffe auf der Verpackung anzugeben. Nach dem geheimnisvollen Kürzel „INCI“ (manchmal auch Ingredients oder Volldeklaration) befindet sich diese Auflistung aller Inhaltsstoffe. Übrigens: Während diese Inhaltsangabe in der Kosmetik vorgeschrieben ist, muss sie bei Reinigungsmitteln oder Farben, Lacken und anderen Gemischen nicht angeführt sein – aus unserer Sicht ein großes Versäumnis des Gesetzgebers. Vertrauenswürdige Firmen, die ökologische Reinigungsmittel, Farben u.ä. herstellen, legen hingegen offen, aus welchen Substanzen ihre Produkte bestehen. Eine Volldeklaration findet sich auf Ihren Etiketten (oder zumindest auf den Websites). Und nur solche Produkte empfehlen wir auch.
INCI-Deklaration

INCI-Deklaration auf einem Kosmetikprodukt (Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0)

Die Kosmetik-INCI

INCI ist die Abkürzung für „International Nomenclature of Cosmetic Ingredients“ und bezeichnet die internationale Richtlinie für die korrekte Angabe der kosmetischen Inhaltsstoffe. Auf jeder Packung müssen die Inhaltsstoffe des Produktes, nach ihrer Konzentration in abnehmender Reihenfolge, angeführt sein. Was also an erster Stelle der INCI-Liste steht, bildet mengenmäßig den größten Bestandteil des Produkts, gefolgt vom zweitgrößten usw. Sehr oft steht Wasser (Aqua) ganz weit vorne, wogegen nichts spricht, sehr oft aber steht auch Alkohol, der zwar konservierend aber auch austrocknend wirkt, zu weit vorne. Der Rest ist meist Fach“chinesisch“, hinter dem sich oft Wirkstoffe verbergen, die wir eigentlich nicht an unsere Haut lassen wollen.

Lexikon und Lupe

Um den kritischen Konsumenten noch besser über die Minderwertigkeit der Inhaltsstoffe hinwegtäuschen zu können, wird die INCI-Liste meist nur mit den chemisch-lateinischen Namen bestückt oder mit wohlklingenden englischen Namen umschrieben. Wer würde schon vermuten, dass sich hinter Cera microcristallina billiges Paraffin (sprich Erdöl) verbirgt? Dass Dimethicone ein schwer abbaubares Silikonöl ist? Dass DMDM Hydantoin und Diazolidinyl-Urea Formaldehydabspalter – erbgutschädigend und karzinogen – sind? Dass Disodium Laureth Sulfosuccinate ein chemisches Tensid ist, das Rückstände des karzinogenen Dioxan enthalten kann, dass Phenoxyethanol ein allergenes Feuchthaltemittel ist  usw.

Man müsste eigentlich bei jedem Kosmetik-Kauf ein Fachlexikon für die Übersetzung mitführen. Daneben sollte man auch noch eine Lupe dabei haben, denn die INCI-Listen sind (absichtlich?) meist dermaßen klein gedruckt, dass sie die meisten Konsumenten nicht beachten. Oft befinden sie sich auch auf der Unterseite der Faltschachtel, in der etwa ein Cremetiegel verpackt ist.

Transparenz in der Bio- und Naturkosmetik

Inhaltsstoffe Kosmetikprodukt

Vorbildliche Volldeklaration der Inhaltsstoffe (Foto: animal.fair)

Bio- und Naturkosmetikmarken sind dazu übergegangen, zwei INCI-Listen auf das Etikett zu drucken – eine mit den chemisch-lateinischen und eine mit den deutschen Namen. Hier zeigt sich wieder einmal: wer nichts zu verbergen hat, kann getrost alles offenlegen. Wir KonsumentInnen schätzen diese Transparenz.

Übrigens gibt es inzwischen auch ausreichend Werkzeuge, um die nicht so transparenten Etiketten zu übersetzen. Siehe dazu unseren Tipp „Tierliches und anderes Unerwünschtes aufspüren“.

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