Abschiednehmen beim Tiertransporter – The Save Movement

Vor den Schlachthäusern aller Welt stehen Menschen, die Tieren in ihren letzten Stunden Beistand leisten wollen. Sie sind AktivistInnen vom „The Save Movement“ und haben eine ganz eigene, friedvolle Art, auf Tierleid aufmerksam zu machen. Die Grundlage der Bewegung nennt sich „Love-Based“. Ihr Ziel: eine gewaltfreie, vegane Gesellschaft.
(Foto: © The Save Movement)

(Foto: © The Save Movement)

„Love-Based Activism“ = Gewaltfrei, friedvoll

„Love-Based“ bedeutet, die Mitglieder brechen in keine Ställe ein, stehlen keine Tiere oder machen etwas kaputt. Sie sind gewaltfrei und friedvoll. Die AktivistInnen streicheln die Tiere in den Transporten, geben ihnen Wasser und filmen sie. Die Bilder ihrer Mahnwachen (Vigils) verbreiten sie im Netz, um das Tierleid sichtbar zu machen. Gleichzeitig spenden sie den Tieren Trost, lassen sie vermutlich zum ersten und letzten Mal in ihrem Leben spüren, was Liebe ist. Alles im legalen Rahmen. Mit den Fahrern und Angestellten der Schlachthäusern gehen sie respektvoll um.

Mit Plakaten, Kerzen und Wasser stehen diese Menschen also regelmäßig vor Schlachthäusern der Welt und dokumentieren in welchem Zustand die Tiere im Transporter ankommen – emotional wie körperlich. Diese Tiere würde man sonst nicht zu Gesicht bekommen. Mit ihren Bildern erzählen die AktivistInnen die Geschichten von Millionen Nutztieren, die täglich abseits der Öffentlichkeit geschlachtet werden. Auf ihren Plakaten stehen Sprüche wie „Zeig Mitgefühl“ oder „Kein Hass den Fahrern – Wir sind für die Tiere hier“.

(Foto: © The Save Movement)

Qualvolle Tiertransporte sichtbar machen

Bei ihren Mahnwachen werden die AktivistInnen mit immensem Tierleid konfrontiert. In den aufgerissenen Augen der Tiere sieht man die Angst. Ihre Körper sind oft mit Wunden, Dreck, Kot, Kratzern und blauen Flecken überzogen. Die Tiere sind während der Transporte ins Schlachthaus ungeschützt den Witterungen ausgeliefert. Im Sommer sind sie extremer Hitze ausgesetzt und dehydriert, im Winter oft unterkühlt und leiden an Erfrierungen. Nicht alle Tiere überleben die Strapazen während des Transports. Die AktivistInnen wissen, dass sie nicht verhindern können, dass die Tiere zu Fleisch verarbeitet werden. Doch wegzuschauen und es blind geschehen lassen, ist keine Option.

(Foto: © The Save Movement)

Speziesismus – Hunde sind zum Streicheln da, Schweine zum Essen?

Die Hoffnung: Wenn die Menschen sehen, dass sogenannte „Nutztiere“ genauso leiden wie unsere heiß geliebten Haustiere, dass Schweine, Rinder oder Hühner auch Gefühle haben und wie Hunde oder Katzen Angst spüren und Streicheleinheiten genießen, fangen die Menschen vielleicht an umzudenken. Die AktivistInnen wollen zeigen, dass die Grenze zwischen Haus- und Nutztier eine willkürliche ist. Hunde und Katzen würden wir in Österreich nie mästen, ins Schlachthaus transportieren und essen. Schweine und Kühe hingegen mit einer Selbstverständlichkeit, die es längst zu hinterfragen gilt. Diese Art der Diskriminierung nennt sich Speziesismus. Bedeutet: Ein Lebewesen alleine aufgrund seiner Arten-/ Spezieszugehörigkeit zu diskriminieren und abzuwerten. Die Bedürfnisse der Spezies Mensch (Schnitzel essen) gelten in diesem Fall mehr, als die von Tieren und bestimmter Tierarten (nicht sterben, nicht missbraucht werden).

(Foto: © The Save Movement)

Jeder und jede kann mitmachen

Die Bewegung – sogenannten Save Groups – gibt es auf der ganzen Welt; auch in Deutschland und Österreich. Die AktivistInnen sind meist vegan. Dies ist aber kein Kriterium um beim „The Save Movement“ mitmachen zu können. Jeder und jede ist jederzeit eingeladen bei einer Mahnwache dabei zu sein und sich selbst davon zu überzeugen, ob die Tiere leiden. Wer mitmachen will, kann sich einfach per Facebook, Instagram oder E-Mail an die Organisation wenden.

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Ein Artikel von Marina

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