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Gemüse des Monats: Grünkohl

Jetzt kommt die Zeit, in der für viele der Wunsch nach Regionalität und Saisonalität auf eine harte Probe gestellt wird. Kaum ein frisch geerntetes heimisches Gemüse ist noch in den Regalen des Bioladens oder im eigenen Garten zu finden. Ein bei uns leider viel zu wenig bekanntes Kohlgewächs macht da eine rühmliche Ausnahme: der Grünkohl. Mag der Winter noch so hart gewesen sein, dieses Blattgemüse trotzt  auch großer Kälte. Bekannt und beliebt ist es in Nord-Deutschland, in Westeuropa, in Nordamerika, aber auch in Westafrika.
Andere Namen sind: Federkohl, Braunkohl, Krauskohl oder Friesische Palme. Mancherorts, vor allem in Norddeutschland, wird ein regelrechter Kult um diesen winterlichen Überlebenskünstler getrieben. So ist er wesentlicher Bestandteil des ältesten, jährlich wiederkehrenden gesellschaftlichen Festmahls: der seit 1545 im Februar stattfindenden Bremer “Schaffermahlzeit”.

 

Vitaminbombe
Grünkohl besitzt einen hohen Gehalt an Vitamin C,  der auch bei der Lagerung und Zubereitung großteils erhalten bleibt. Er ist reich an Ballaststoffen und Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Eisen, sowie an den Vitaminen A, E, K und B2. Außerdem liefert der Kohl Energie in Form von Eiweiß und Kohlehydraten und enthält auch einen beachtlichen Anteil an Folsäure.

 

Die Gemüse-“Blume” im Garten
Der Grünkohl ist auch eine dekorative Bereicherung des Hausgartens –  die feingekrausten Blätter sind eine wahre Augenweide. Violettblättrige Sorten, die zudem nochmals frostbeständiger sind, bereichern die Vielfalt. Der nahverwandte sogenannte Schwarzkohl mit schwarzgrünen, länglichen Blättern ist das südeuropäische Gegenstück zum Grünkohl und vor allem in der Toskana, aber auch in Portugal beheimatet. Alle Sorten sind einfach zu kultivieren und werden Ende Mai/Anfang Juni aus Samen gezogen und ab Juli in die Beete gesetzt. Geerntet wird der Grünkohl traditionell nach den ersten Frosttagen; in dieser Zeit steigt der Zuckergehalt der Blätter an.

 

Neue leichte Küche mit Kohl
Die klassischen Grünkohlrezepte aus Norddeutschland sind für deftige Eintöpfe aus Grünkohl, oft mit Kartoffeln und Geselchtem gedacht. Doch Grünkohl kommt auch in ganz anderen – fleischlosen – Zubereitungsarten zur Geltung: kurzgedünstet als Bestandteil von Risottos oder Pasta-Gerichten, als Zugabe zu Gemüseeintöpfen oder Gemüsesuppen und nicht zuletzt als winterlicher Bestandteil  grüner Smoothies.

 

Text: Peter Laßnig
Ochsenherz Gärntnerhof
www.ochsenherz.at

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Ein Artikel von Petra