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Kerzen – besser nicht aus Paraffin

Kerzen
Auch bei Kerzen sollte man auf Qualität achten, denn beim Abbrennen der Kerzen können Schadstoffe an die Raum- und damit Atemluft abgegeben werden. Der Großteil der Kerzen wird aus Paraffin hergestellt. Das ist ein Erdölprodukt, genauer gesagt ein gereinigtes Gemisch flüssiger, gesättigter Kohlenwasserstoffe aus dem Erdöl. Umweltfreundlich ist das nicht. Kerzen aus pflanzlichen Ölen oder Biomasse sind die Alternative. Sie erzeugen auch weniger Ruß als Paraffinkerzen. Nur vor Stearin-Kerzen muss dringend gewarnt werden! Denn sie bestehen aus Palmöl.
Kerzen

Bedenklicher Rauch? (Foto: Pixabay, domeckopol)

Raps, Soja und Biomasse statt Paraffin

Paraffinkerzen auch gesundheitsgefährdend sind, ist umstritten. Dazu gibt es einander widersprechende Meldungen und Studien. So wie in vielen anderen Bereichen empfiehlt sich wohl auch hier, auf den eigenen Hausverstand zu bauen: Je natürlicher die Zutaten und je weniger Chemie zum Einsatz kommt, desto eher ist man auf der sicheren Seite, das gilt auch für die Farbstoffe von Kerzen und die Duftstoffe, mit denen sie versetzt sind. Vor synthetisch bedufteten Kerzen kann nur gewarnt werden.
Auch die Umweltberatung kritisiert den Boom künstlicher Duftstoffe.

Eine gute Alternative zu Paraffinkerzen sind zum Beispiel Rapskerzen. Diese werden aus dem Wachs der Rapspflanze, also einem nachwachsenden Rohstoff erzeugt. Empfehlenswert sind auch Kerzen aus dem Wachs von (nicht gentechnisch veränderten) Sojapflanzen – sie brennen praktisch rußfrei und sehr lange. Ebenso empfehlenswert sind Kerzen aus pflanzlicher Biomasse. Erhältlich sind solche Kerzen in Biosupermärkten oder -läden sowie bei den im Einkaufsführer gelisteten Anbietern.

Bei Teelichtern empfehlen wir nicht solche mit Einweg-Metallhüllen, sondern schlagen vor, ein paar Teelichthalter aus Glas zu kaufen und diese immer wieder mit (hüllenlosen) Pflanzenwachs-Teelichtern zu befüllen.

Stearinkerzen empfehlen wir nicht, da es aus Palmöl hergestellt wird und für die Palmölplantagen wiederum riesige Flächen Regenwaldes gerodet werden.

Auch von Kerzen aus Bienenwachs raten wir ab. Es handelt sich dabei um ein von Honigbienen abgesondertes Wachs, das von ihnen zum Bau der Bienenwaben genutzt wird. Die Erzeugung von Bienenwachs kostet die Bienen sehr viel Energie. Heutzutage ist auch die Imkerei großteils zur industriellen Bienenhaltung verkommen, mit der dementsprechenden gnadenlosen Ausbeutung der Tiere, samt Einsatz von Antibiotika und Medikamenten. Natürlich gibt es noch einzelne verantwortungsvolle Imker. Aber die Realität unserer globalisierten und kapitalistisch wirtschaftenden Welt ist nun einmal die, dass ein Großteil der Bienenprodukte aus industrieller Haltung kommt und allein schon wegen der Mengen kommen muss.

RAL – ein Gütezeichen für Kerzen

Dieses Gütesiegel garantiert lange Brenndauer und gute Dochtqualität sowie minimierte Ruß- und Rauchbildung. Die bei der Kerzenproduktion eingesetzten Roh- und Hilfsstoffe werden ebenfalls reglementiert. Allerdings sind Paraffinkerzen nicht von der Zertifizierung ausgeschlossen. Empfehlenswert sind nur RAL-zertifizierte Kerzen aus Pflanzenöl.

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