Green Families

Am 11. Juni ist auch heuer wieder Vatertag in Österreich – und die Papas leben hoch. Hier zwei Buchtipps, die sich als inspirierendes Geschenk, nicht nur zum väterlichen Ehrentag, eignen. Die beiden Bücher „Green Parenting – Wie man Kinder großzieht, die Welt rettet und dabei nicht verrückt wird“ und „Slow Family – Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern“ sind zwar von Mamas geschrieben, liefern aber natürlich auch Papas jede Menge Ideen für einen grünen Familienalltag.
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© oekom Verlag 2016

Green Parenting – Wie man Kinder großzieht, die Welt rettet und dabei nicht verrückt wird

Im Buch „Green Parenting“ geht es um „grüne Herausforderungen“ im Familienalltag. Wie diese Anforderungen nachhaltig gelöst werden können, wird in acht Kapiteln beschrieben. Die studierte Umweltwissenschafterin Kate Blincoe arbeitet, seit sie Mutter wurde, als Umweltpädagogin und Journalistin. Nach ihrem Credo „Für unsere Kinder gibt es keine bessere Schule als die Natur“ gibt sie in diesem Buch viele Anregungen, wie wir wieder mehr Natur in unser Leben holen. Die Vermeidung von Spielzeugbergen, Tipps für umweltfreundliche Kleidung, Energiesparen im Haushalt oder Kompostieren auf dem Balkon sind nur ein paar der alltagstauglichen Ideen.

„Green Parenting“ ist abwechslungsreich aufgebaut und ist als Ratgeber fürs ganze Jahr nicht nur für Familien gut geeignet – alle, die gern rausgehen und mit der Natur leben, finden hier viele Anregungen. Auf den vielen Fotos im Buch ist neben Tieren und Pflanzen die Familie der Autorin im Alltag zu sehen.

Leider ist die Autorin nicht vegetarisch oder vegan, im Kapitel „Kann ich das essen?“ wird auch Fleisch, Fisch, Eier und Milch besprochen. Immerhin spricht sich die Autorin dafür aus, den Kindern (und Erwachsenen) die Herkunft der Lebensmittel zu zeigen. Sich bewusst zu machen, dass „das Lämmchen aus dem Bilderbuch den Sonntagsbraten liefert.“ Abgesehen von den Rezepten, die sich gut veganisieren lassen, erinnert „Green Parenting“ die Familie daran, wieder raus in die Natur zu gehen.

Im Kapitel „Traditionelle Feste ökologisch feiern“ finden sich tolle Inspirationen für Geburtstagsfeiern und Feste wie Taufe oder Sylvester. Für das Osterfest ist leider ein Eier-Färbetipp dabei, dennoch überwiegen nachhaltige Ideen, die zum liebevollen Miteinander von Mensch, Umwelt und auch Tier beitragen. Jedes Kapitel hat auch einen Kommentar „Und was sagt Oma?“, in dem die Großmutter der Autorin ihre Lebenserfahrung mit Kindern und Enkelkindern einbringt. Es gibt auch einen Serviceteil mit Buchtipps, Apps und Naturschutzorganisationen für Kinder, diese sind allerdings nur für Deutschland recherchiert.

Kate Blincoe: Green Parenting. Wie man Kinder großzieht, die Welt rettet und dabei nicht verrückt wird. oekom Verlag 2016, 224 Seiten, ISBN 978-3-86581-778-5, 19,95 €

 

Slow Family – Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern

green familiesEin weiteres Buch mit Inspirationen für ein nachhaltiges Leben mit Kids. Man merkt, dass mit den Autorinnen Julia Dibbern und Nicola Schmidt zwei Vollblut-Journalistinnen am Werk sind: Das Thema Nachhaltigkeit im Familienleben mit Kindern wird sehr unterhaltsam behandelt, fröhliche Fotos inspirieren die Leserschaft zusätzlich.

Nach vier theoretischen – alles andere als langweiligen – Kapiteln über Bedürfnisse, Stress und wie alles zusammenhängt, liest man höchst motiviert weiter in den vier praktischen Kapiteln voller Spielanregungen für ein respektvolles und glückhaftes Miteinander. Auch dieses Buch ist nicht ausdrücklich vegan: Julia Dibbern lebt vegan, Nicola Schmidt nicht. Das Prinzip von Slow Family plädiert dennoch für Achtsamkeit und ein liebevolles Miteinander – nicht nur mit Menschen, sondern auch mit Tieren. Besonders die Kapitel „Klitzekleine Haustiere“ und „Mit Tieren reden“ machen Lust darauf, mit Lebewesen aller Art zu kommunizieren, sie zu beobachten, sich an und mit ihnen zu freuen. Das Buch ist eine wertvolle Motivation, achtsam mit unserer Erde und mit allen Lebewesen darauf umzugehen – damit auch kommende Generationen noch Natur erleben können.

Im Abschluss-Kapitel „Crazy happy planet“ geben die Autorinnen fünf konkrete Tipps, den Alltag ein wenig in Richtung Slow Family zu drehen. Sie nennen es den „Jeden-Tag-Effekt“ und sagen, dass alles was wir tun, auf unser Umfeld ausstrahlt und so wieder einen Effekt hat, denn alles ist miteinander verbunden. Weitere Kapitel liefern inspirierende Tipps, um Konfliktsituationen im Alltag mit Kindern zu entspannen, wie z.B. der „Schimpfwörterwettbewerb“ zum Abbau von Frustration.

„Slow Family“ macht klar, wie wichtig es ist, Druck aus dem Alltag zu nehmen. Prioritäten neu zu überdenken: Ist es wirklich wichtig, mehr Geld und Dinge zu haben oder ist es nicht angenehmer, mehr Zeit zu haben? Für die Autorinnen ist es Zeit, sich neue Werte zu suchen und nicht mehr Sklaven unserer Uhr und unseres Kontostandes zu sein. Insgesamt ein sehr motivierendes Buch, das uns das Gefühl vermittelt: Wir sind nicht allein, gemeinsam schaffen wir, die Welt zu verbessern – und ein wenig „Bullerbü“-Gefühl. Wie sagen die Autorinnen so schön? „Es gibt viel zu lieben. Legen wir los.“

Die beiden deutschen Autorinnen haben auch selbst interessante Blogs: www.juliadibbern.de/vita und www.nicolaschmidt.de

Julia Dibbern, Nicola Schmidt: Slow Family. Sieben Zutaten für ein einfaches Leben mit Kindern. Beltz Verlag 2016, 240 Seiten, ISBN 978-3-407-86426-0, 16,95 €

Ein Artikel von Sandra