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Unser ethischer Einkaufsführer – ökologisch einwandfrei gedruckt

Ihr kennt sicher alle unseren gedruckten Ethischen Einkaufsführer – und wer nicht, der sollte sich schnellstmöglich einen besorgen ;-) – aber habt ihr euch je Gedanken darüber gemacht, wie er eigentlich gedruckt wurde und wie umweltschädlich konventionelle Druckerzeugnisse sein können?

Tagtäglich begegnen uns Druckwerke, seien es Bücher, Zeitschriften oder Flyer. Dass die meisten davon so gedruckt wurden, dass die Umwelt darunter leidet, ist uns meist gar nicht bewusst. Die gute Nachricht aber gleich vorweg: Es gibt auch umweltfreundliche Drucktechniken und die Nachfrage danach wächst!

Klassische Drucktechniken und ihre Probleme

Wer jetzt denkt, dank Recyclingpapier sei ökologisches Drucken kein Problem mehr, täuscht sich. Das Problem sind auch die Farben und der Druckprozess. Um das Papier zu recyceln muss es zuvor von den teils giftigen Farben im sogenannten Deinking-Verfahren gereinigt werden. Und dabei bleibt vom Papier im Endeffekt gar nicht mehr so viel übrig, fast die Hälfte ist Abfallprodukt. Diese Schlacke gelangt über Umwege (sie wird verbrannt oder in der Betonindustrie weiterverwendet) wieder zurück in den natürlichen Kreislauf und kann so die Umwelt belasten. Aber auch das gereinigte Papier ist nicht zu 100% von Rückständen befreit, schädliche Stoffe finden sich darin auch weiterhin. Konventionelle Druckfarben bestehen zu einem großen Teil aus natürlichen Substanzen wie Pigmenten, Ölen, Harzen oder Wachsen, allerdings beinhalten sie auch Mineralöle als Lösemittel. Genau diese Mineralöle verbleiben als Abfallprodukt nach dem Deinking-Prozess zum Teil auch im Recyclingpapier. Wird dieses zum Verpacken von Lebensmitteln benutzt, können die Produkte mit Mineralölen in Kontakt geraten – durch den Verzehr dieser Produkte schlussendlich auch wir. Mineralölrückstände gelten als möglicherweise karzinogen und können zu Entzündungen im Körper führen.

Ökologisch sehr kritisch zu betrachten, ist außerdem der hohe und unvermeidbare Stromverbrauch im Druckprozess. Je nachdem aus welcher Energiequelle der Strom bezogen wird, fällt die Umweltbelastung unterschiedlich hoch aus.

Cradle to Cradle – wie unser Einkaufsführer gedruckt wurde

Cradle to Cradle © gugler.at

Die Druckerei Gugler entwickelte 2011 ein weltweit einmaliges Druckverfahren, mit dem garantiert wird, dass sich alle verwendeten Materialen wieder verwerten lassen. Unser Einkaufsführer wurde in diesem Verfahren gedruckt und ist somit völlig frei von Schadstoffen und kann zu 100% wieder in den natürlichen Kreislauf der Natur zurückgeführt werden. Beim normalen Recyclingverfahren entsteht bis zu 40% Abfall; beim Cradle to Cradle Verfahren sind – dank der eingesetzten Materialen – diese 40% Schlacke absolut ungiftig und können in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden, erläutert Birgit Zimola von der Druckerei Gugler. Theoretisch könntet ihr mit unserem Einkaufsführer also euren Garten düngen. ;-)
Gugler beobachtet eine zunehmende Nachfrage an dieser Art des Druckens, 2014 machten Cradle to Cradle Druckaufträge bereits 20% des Umsatzes aus, Tendenz steigend. Und auch andere Länder interessieren sich zunehmend für diese Technik. Gugler vergab kürzlich eine Lizenz für das Cradle to Cradle Verfahren an eine dänische Druckerei, die jetzt wiederum Lizenzen in Dänemark vergeben darf. Ziel ist es, dass Cradle to Cradle an Bekanntheit gewinnt und weltweit angewandt werden kann, erklärt Birgit Zimola.

Die animal.fair Card – ökologisch durch und durch

Natürlich haben wir auch beim Druck unserer Mitgliedskarten Wert darauf gelegt, dass dies nachhaltig geschieht. Die Druckerei Janetschek ist eine der wenigen Druckereien, die EMAS-zertifiziert ist und somit einen starken Fokus auf das Umweltmanagement legt. Jährlich werden Verbesserungen angestrebt, die die ganze Produktionskette betreffen. Es sei wichtig, nicht nur an der Oberfläche zu kratzen, sondern es gehe um das Gesamtpaket, nur so könne man etwas bewirken, erklärt Manfred Ergott die Firmenphilosophie. Konkret bedeutet das, dass nur mit mineralölfreien Farben gedruckt wird, in neue Druckmaschinen investiert wird, um beim Druckprozess keinen Alkohol mehr einsetzen zu müssen und so die Emissionswerte verringern zu können. Der verbrauchte Strom ist zu 100% Ökostrom und wird teilweise in den eigenen Photovoltaikanlagen selbst hergestellt. Da beim Druckprozess CO2-Emissionen unvermeidlich sind, betreibt Janetschek ein Humusaufbauprogramm in der Steiermark und im Waldviertel. Die Vorteile für den Boden liegen klar auf der Hand, die Nährstoffdichte nimmt zu und die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens steigt. Auch die Kunden sprechen positiv darauf an, dass die Firma nicht einfach CO2-Zertifikate kauft, sondern klar kommuniziert wird, wie das Geld investiert wird und was es bewirken kann, zeigt sich Ergott erfreut.

Ein Problem, dem sich ökologisch orientierte Druckereien gegenübersehen, sind die Preisunterschiede bei der Produktion. Viele Kunden empfinden die ökologischen Aspekte zwar als wichtig – wenn es dann aber um den Preis geht, weichen doch viele auf konventionelle Druckereien aus. Wer dies in Zukunft vermeiden möchte, ist bei folgenden österreichischen Druckbetrieben an der richtigen Adresse:

gugler
3390 Melk/Donau, Auf der Schön 2
www.gugler.at

Janetschek
3860 Heidenreichstein, Brunfeldstraße 2
www.janetschek.at

Theiss
9431 St. Stefan im Lavanttal, Am Gewerbepark 14
www.theiss.at

Ein Artikel von Isabel

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