Wo ist das Ei?

Ostern und damit das Ostereiersuchen stehen vor der Tür. Auch wir machen uns auf die Suche nach Eiern. Wir wollen euch heute zeigen, in welchen Produkten sich Eier verstecken und euch Alternativen ohne Tierleid vorstellen.

@ Andreas Morlok_pixelio.de

Tagliatelle enthalten sehr oft Ei, @ Andreas Morlok_pixelio.de

Eier verstecken sich in einer Vielzahl von Fertigprodukten. Bei manchen ist es auf den ersten Blick offensichtlich, z.B. bei Mayonnaise oder Eierlikör, bei anderen Produkten hingegen muss man schon etwas genauer auf die Zutatenliste sehen, um die Eier zu finden.

Achtung bei diesen Fertigprodukten!

Typische Produkte, die Eier enthalten sind z.B. Nudeln (hier besonders Bandnudeln oder Fleckerl), Spätzle, Brotaufstriche, Fertigsalate, Backerbsen, Pfannkuchen, Tortillas, Knödel, Kekse, Mehlspeisen, Eiscreme, Desserts (z.B. Schokoladenmousse), Eierlikör und eine Vielzahl an Saucen (natürlich in Mayonnaise, aber z.B. auch in Currysaucen).
Doch wie entdeckt man versteckte Eier in der Zutatendeklaration? Wann immer die Vorsilbe ovo (lateinisch für Ei) vorkommt, sind Eier enthalten. Tauchen die Zusatzstoffe Lysozym und Lecitihin (E1105 und E 322) auf, ist Vorsicht geboten: Diese Stoffe könnten aus Eiern stammen, sie könnten aber auch pflanzlichen Ursprungs sein. Um hier sicherzugehen hilft nur direktes Nachfragen beim Hersteller.

© M. Großmann_pixelio.de

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Leider ist die Industrie nicht dazu gezwungen, die Herkunft der verwendeten Eier anzugeben. Dies führt aus finanziellen Gründen dazu, dass meist billig produzierte Käfigeier aus dem Ausland oder Eier aus ausgestalteter Käfighaltung verwendet werden. Obwohl die Haltung in Legebatterien in der EU nicht mehr legal ist, dürfen die Tiere in sogenannten „ausgestalteten Käfigen“ gehalten werden, was soviel bedeutet, dass die Henne 750 Quadratzentimeter zur Verfügung hat, das sind gerade einmal 200 Quadratzentimeter mehr als bei Legebatterien. Von tierfreundlich kann hier also nicht die Rede sein. In Österreich ist die Haltung in ausgestalteten Käfigen übrigens verboten, allerdings gibt es leider ein gesetzliches Schlupfloch: Betriebe die noch vor In-Kraft-Treten des Verbotes Betriebe mit ausgestalteten Käfigen errichtet haben, dürfen diese bis 2020 nutzen!

Eifreie Alternativen im Supermarkt

Die gute Nachricht: Niemand muss auf Mayonnaise verzichten. Mittlerweile werden eine Vielzahl an eifreien und veganen Alternativen angeboten.

Eifreie Nudeln, die nur aus Hartweizengrieß bestehen, findet man in jedem Supermarkt, hier sind besonders die italienischen Marken zu empfehlen.  Andere Alternativen sind Reis- oder Maisnudeln. Gute Produktlinien, die viele vegane Produkte (z.B. Tortellini, Fleckerl oder auch Fertiggerichte) anbieten und leicht erhältlich sind, sind Alnatura (bei DM) und SPAR Veggie. Bei anderen Produkten wird es schon etwas kniffliger, die beste Auswahl bieten Biosupermärkte an. Hier ist es möglich, vegane Mayonnaise oder Remouladensauce (z.B. von BioVita, Byodo. Naturata oder Go vegan!) zu erwerben. Wer vegane Backerbsen sucht, wird bei der Marke Rapunzel fündig. Gar nicht erst die Etiketten studieren muss man in Wiens veganen Supermärkten Maran Vegan und Veganz. Beide bieten alle nur erdenklichen Lebensmittel in der pflanzlichen Ausführung, ob Nudeln, Saucen, Mayonnaisen, Backmischungen, Eiersatz, Kalak Namak (nach Ei schmeckendes Salz, s.u.), bis hin zu Kuchen und Desserts. Vegane Mehlspeisen werden mittlerweile auch von einigen Bäckereien (z.B. Anker, Ströck) an jeder Ecke angeboten.  Darüber hinaus gibt es inzwischen auch Konditoreien, die vegane Spezialitäten anbieten.

Backen ohne Ei?

© Veganz

Vegane Mayonnaise © Veganz

Wer Zuhause selbst backen oder kochen möchte, hat – je nach Bedürfnis – mehrere Möglichkeiten Eier zu ersetzen. Fruchtpürees, Soja- oder Kichererbsenmehl, Leinsamen, Tofu oder Sojajoghurt geben Teigen Bindung, eine Kombination aus Natron und Essig oder Weinsteinbackpulver verleihen Backwerken Auftrieb. Auf dem Markt gibt es mittlerweile auch verschiedene Eiersatzprodukte, z.B. MyEy. Und sogar auf Rührei muss niemand, dank Kala Namak, einem schwefelhaltigen Salz, verzichten: Einfach Tofu damit würzen und schon kann man veganes Rührei genießen.

Weiß man in welchen Produkten sich Eier verstecken, ist es gar nicht schwierig geeignete Alternativen zu finden oder selbst eifrei zu backen. Damit steht einem veganen Osterfest nichts mehr im Wege.

Teig oder Guss für eine Quiche – alles geht vegan

Und hier findet ihr genaue Anleitungen, wie und mit was man Eier in traditionellen Gerichten am besten ersetzen kann:

Tipp „Kein Ei ist unersetzbar – Teil 1“
Tipp „Kein Ei ist unersetzbar – Teil 2“

Ein Artikel von Isabel