Die ersten Sonnenstrahlen des Frühlings versorgen nicht nur uns mit Energie, sondern auch die Pflanzen: Wo man hinsieht wachsen Pflanzen, Kräuter und Blumen in den verschiedensten Farben, Formen und Gestalten. Der Frühling zeigt uns aber auch, dass wir nicht immer Gemüse und Salat im Supermarkt kaufen müssen. Der wilde Garten von Mutter Natur bietet gerade jetzt jede Menge nährstoffreiches Pflanzengrün, das uns noch dazu gratis zur Verfügung steht. Wir stellen euch fünf Wildpflanzen vor, die ihr ganz leicht selbst pflücken und zubereiten könnt.
Waldwiese © Hartmut910, pixelio.de

Waldwiese © Hartmut910, pixelio.de

Essbare Pflanzenpower aus Wald und Wiese

Das Wissen über wildwachsende Kräuter ist auf vielen Teilen der Erde noch immer sehr wichtig und wird von Generation zu Generation weitergegeben. In unserer Gesellschaft hat sich das aber geändert. Wildpflanzen gerieten über viele Jahrzehnte immer mehr in Vergessenheit oder wurden lediglich als “Unkraut” abgestempelt. Dabei steckt in wildwachsendem Grün meist eine viel größere Nährstoffdichte als in angebautem Gemüse, da es – im Gegensatz zu den meisten gekauften Produkten – unter freiem Himmel und in einem idealen Ökosystem gedeihen kann. Wildpflanzen versorgen uns außerdem mit vielen Vitaminen und Mineralstoffen.

Pflücke Pflanzen mit Bedacht

Beim Sammeln von Wildpflanzen ist es nicht nur wichtig darauf zu achten, was man pflückt, sondern auch wo und wieviel. Da es auch in unseren Breiten giftige Pflanzen gibt, ist es eine eindeutige Bestimmung äußerst wichtig. Neulinge nehmen am Besten ein Bestimmungsbuch mit. Um ungesunde Einflüsse zu vermeiden, sollte möglichst nur auf Wiesen und Grünflächen gesammelt werden, die nicht gedüngt werden und die sich nicht in der Nähe von vielbefahrenen Straßen befinden. Von jeder Sorte sollte zudem nur so viel gepflückt werden, wie man verbrauchen kann; niemals sollten alle Vorkommnisse einer Sorte an einem Standort mitgenommen werden – die Pflanzen sollen sich erholen und weiterwachsen können.

Im folgenden möchten wir euch 5 einfache Pflanzen für den Einstieg ins Wildkräutersammeln vorstellen:

Bärlauch

Der Bärlauch ist einer der ersten Frühjahrsboten: Schon ab März überzieht er kalk- und nährstoffreiche Waldböden mit einem grünen Teppich und verströmt sein knoblauchartiges Aroma. Verwechslungsgefahr besteht mit den giftigen “Doppelgängern” Herbstzeitlose, Aronstab und Maiglöckchen. Eine hilfreiche Fotodokumentation zur eindeutigen Unterscheidung der einzelnen Pflanzen auch abseits des Knoblauchdufts findet sich bei Experiment Selbstversorgung. Bärlauch hat eine Vielzahl an positiven Eigenschaften: er wirkt unterstützend und stärkend auf die Darmflora, hat eine blutreinigende Wirkung und regt den Stoffwechsel an. Ob aufs Brot, als Spinat, als Pesto oder im Salat – Bärlauch ist in der Küche sehr vielfältig einsetzbar.

Löwenzahn

Wer kennt nicht Löwenzahn? Als äußerst zähes Gewächs wächst er sogar in der Stadt neben Gehsteigen und in Asphaltritzen. Nicht nur die gezackten langen Blätter sind unverwechselbar; auch die gelben Blüten, die sich im Sommer zu den bekannten Pusteblumen verwandeln, hatten die meisten von uns schon einmal in der Hand. Die grünen Blätter können als Salat gegessen werden – mit dem leicht bitteren Geschmack kann man damit sehr gut beispielsweise Rucola ersetzen. Auch die gelben Blüten sind essbar: Sie lassen sich – besonders interessant für VeganerInnen – zu Löwenzahnhonig verarbeiten. Aus Wurzeln des Löwenzahn kann ein bekömmlicher Kaffee-Ersatz hergestellt werden. In der Naturheilkunde wird Löwenzahn insbesonders bei Diabetes, Harnwegs- und Verdauungsproblemen sowie Hauterkrankungen empfohlen.

Gänseblümchen

Das Gänseblümchen ist wie der Löwenzahn eine weitverbreitete und häufig vorkommende Pflanze, die in unseren Breitengraden sogar noch bis in den November blüht. Charakteristisch für das Gänseblümchen ist der intensiv gelbe Stempel, der von vielen einzelnen weißen Blütenblättern umschlossen wird, die oft auch eine rosa Farbe annehmen. Auch beim Gänseblümchen sind sowohl die grünen Blätter als auch die Blütenblätter und Stängel der Pflanze essbar. Die Blätter können zum Salat gegeben werden, die Blüten eignen sich als Garnierung von Desserts und Suppen. Auch aus Gänseblümchen kann Pflanzenhonig hergestellt werden. Volksheilkundlich werden Gänseblümchen als schmerzstillend und entkrampfend eingeordnet.

Spitz- und Breitwegerich

Spitzwegerich © Betty, pixelio.de

Spitzwegerich © Betty, pixelio.de

Der Wegerich, oft auch König des Weges genannt, ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Die Vorliebe für diese Standorte haben dem Wegerich auch seinen Namen beschert. Es gibt zwei Varianten des Wegerichs. Wie der Name schon sagt, hat der Spitzwegerich spitz zulaufende lange Blätter. Die Blätter des Breitwegerichs wachsen bodennah und sind breitflächig rund. Dank seiner abschwellenden, entzündungshemmenden und blutstillenden Eigenschaften gelten die Wegericharten seit Jahrhunderten als  Heilpflanzen, wobei dem Spitzwegerich die etwas größere Heilwirkung nachgesagt wird. Tipp: Wer sich beim Wandern verletzt, sollte nach einem Wegerich Ausschau halten, die Blätter zerreiben und auf die Wunde auflegen. Aber nicht nur als Pflaster aus der Natur lässt sich der Wegerich bestens einsetzen, auch an Stelle von herkömmlichem Salat bereichert er den Speiseplan.

Brombeere

Brombeere © Digimagic, pixelio.de

Brombeere © Digimagic, pixelio.de

Der Brombeerstrauch ist ein sehr zähes Gewächs, das man das ganze Jahr über im Wald, auf steinigem Boden oder auch an Wegesrändern mitten in der Stadt entdecken kann. Von Juni bis August bildet die Pflanze weiße bis rosa färbige Blüten aus, die sich zu den bekannten und leckeren blau-schwarzen Früchten weiterentwickeln. Oft trifft man in der freien Natur auf Exemplare, bei denen auf dem gleichen Ast sowohl noch Blüten als auch schon Früchte in den verschiedenen Reifestadien zu entdecken sind. Sowohl die Blüten, die Früchte, als auch die Blätter der Brombeere sind zum Verzehr geeignet. Grüne Blätter und Blüten können in Green Smoothies gemixt oder einem Salat beigemischt werden. Aus naturheilkundlicher Sicht empfiehlt sich die Brombeerpflanze bei Durchfall, dermatologischen Erkrankungen und zur Stärkung des Immunsystems.

Tipps zum Weiterlesen

  • HUDAK, Renate. 2012. Heilpflanzen – die wichtigsten Arten entdecken und bestimmen. München: Gräfe und Unzer Verlag GmbH.
  • WILLFORT, Richard. 1997 (1959). Gesundheit durch Heilkräuter. Linz: Rudolf Trauner Verlag.
  • MACHATSCHEK, Michael (2007, 2013, 2015). Nahrhafte Landschaft 1–3. Böhlau Verlag, Wien.
  • Experiment Selbstversorgung: Wildkräuter
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Ein Artikel von Verena

1 Kommentar

  • Dietl Michaela sagt:

    Der Artikel ist interessant geschrieben und man wird richtiggehend animiert hinaus in die Natur zu gehen und nach den angesprochenen Pflanzen Ausschau zu halten :)) – STOPP: zuerst muss ich in die Buchhandlung und mir einen Pflanzenführer besorgen ;)