Ostern tierleidfrei – Infos, Tipps, Rezepte

Lämmer
Wie sieht das Schicksal von Lämmern – die ja Tierbabys sind – aus, und wie würden sie gerne leben? Und sind fürs Backen, Kochen und den Eiaufstrich tatsächlich Eier nötig? Wir haben Infos zu diesen Osterthemen zusammengefasst – und ein tierleidfreies Backrezept gibt es auch!
Lämmer

Kichererbsen | Bild: pixabay (User PDPix)

Von Lämmern und erwachsenen Schafen

Das Schicksal der Lämmer ist genau schrecklich wie das anderer Schlachttiere – besonders erschütternd ist, dass die Lämmer bereits wenige Monate nach ihrer Geburt, nämlich mit drei bis sechs Monaten, getötet werden. Ein Alter, in dem sie noch von ihrer Mutter gesäugt (Milchlamm) werden. Ein kleiner Teil der Lämmer wird erst später, mit sechs oder  zwölf Monaten geschlachtet (Mastlamm). Die normale Lebenserwartung von Schafen beträgt 20 Jahre.

Schafe sind Herdentiere. Bei den Vorfahren des Hausschafes waren Herdengrößen zwischen zehn und dreißig Muttertieren plus Bock und Nachkommen am häufigsten. Gegen ihre natürlichen Feinde haben Schafe ein ausgeklügeltes Verteidigungssystem entwickelt. Dessen Geheimnis und damit  auch dessen Wirksamkeit besteht in der Gemeinschaft.

Bei Bedrohung stampfen die Tiere erst mit beiden Vorderbeinen gleichzeitig auf den Boden – zur Warnung der anderen Herden-Mitglieder und zur Abschreckung – bevor sie sich zusammendrängen. Mancher Feind, etwa ein Raubvogel, gibt da bereits auf. Kommt er aber doch näher heran, flüchten alle Schafe gemeinsam immer wieder ein kurzes Stück, mit Pausen dazwischen. So können auch die jüngeren Lämmer mithalten und bleiben inmitten der Herde gut geschützt.

Innerhalb der Herde herrscht eine klare Rangfolge, die jedem Mitglied einen festen Platz zuweist. Bei ausreichendem Futter- und Platzangebot kommen auch rangniedrigere Tiere nicht zu kurz, da das Schaf grundsätzlich sehr sozial und friedlich ist; sogar Schaf-Freundschaften gibt es. Gekämpft wird nur in der Brunstzeit. Die Böcke ringen dann um die Rangfolge und wer die Herde anführen darf.

Übrigens: Viel über diese faszinierenden Tiere und das Zusammenleben mit ihnen hat die der deutschen Autorin, Tier- und Menschenrechtlerin Hilal Sezgin in ihrem Buch „Landleben – von einer die rauszog“ (Dumont Verlag 2011) geschrieben.

Eier sind problemlos ersetzbar …

veganes Spiegelei von www.veganpowercooking.at

….wenn sie als Back- oder Kochzutat benötigt werden.

pikante Speisen: Wer den Geschmack von Einern in Aufstrichen mag, kann mit Kala Namak würzen, dem leicht schwefelhältigen „schwarzen Salz“. Dieses Salz gibt es in indischen, orientalischen oder afrikanischen Lebensmittelgeschäften. Ein beliebtes Rezept für Eiersalat hat der Berliner Vegan-Starkoch Björn Moschinski entwickelt.  In Gläsern abgefüllt wird der Kein-Ei-Salat auch im Wiener deli bluem verkauft.

süße Sachen: MyEy ist eine geniale Erfindung des veganen Tiroler Konditors und Schulungskoch Chris Geiser. Das Myey-Pulver besteht aus natürlichen Inhaltsstoffen, die Eiklar, Eidotter oder Vollei ersetzen. So lassen sich nicht nur Kuchen und Torten, sondern etwa auch vegane Baisers, Salzburger Nockerln oder Spiegeleier (siehe Foto) zaubern. Tipps und Rezepte gibt es auf der Website oder bei www.veganpowercooking.at

Erhältlich sind die Produkte bei den animal.fair Partnern Veganversand Lebensweise und Veganbag, weitere Geschäfte und Onlineshops stehen auf der Myey-Website.

www.myey.info

Zusätzliche Tipps für den Ei-Ersatz in Kuchen und Torten findet Ihr hier und hier.

Wer dennoch dem Brauch nach am Ostersonntag Eier verstecken will – bitte bemalte Holzeier oder vegane Schoko-Eier verwenden!

Ein friedliches Osterlamm

OsterlammWenn schon Osterlamm, dann so: frei von tierlichen Bestandteilen. Das Rezept stammt übrigens von Brigitte Bach, die vor kurzem das Buch „Vegane Backträume“ herausgebracht hat

Zutaten

150g Dinkelmehl, 30g Maisstärke, 45g gemahlene Mandeln, 80-100g Zucker, ½ TL gemahlene Vanille, 2 TL Weinsteinpulver, 1 Messerspitze Natron, 40g neutrales Öl, 130ml Soja-Reis-Milch, abgeriebene Schale einer halben Zitrone, 2-3 TL Zitronensaft

Zubereitung

Die trockenen Zutaten miteinander mischen, dann langsam Öl und Milch einrühren, bis ein homogener Teig entsteht. Sollte dieser noch zu fest erscheinen, esslöffelweise Pflanzenmilch nachgeben. Teig in die gefettete Form füllen und bei 160 Grad ca. 35 Minuten backen. Nach dem Auskühlen mit Puderzucker bestäuben oder mit Schokolade überziehen.

Ein Artikel von Ruth