Kälber würden Muttermilch trinken

Wir finden, Werbung sollte die Realität weder komplett verfälschen noch die Konsumenten hinters Licht führen dürfen. „Kälber würden Heumilch kaufen“ wirbt seit neuestem eine große Supermarktkette. Sie baut damit auf die „Leistung“ der Agrarwerbung der vergangenen Jahrzehnte auf: Diese hat dazu geführt, dass die meisten Menschen glauben, Kühe geben einfach Milch, wenn man sie auf die Wiese stellt. Es ist die Entscheidung jedes einzelnen, ob er Milchprodukte isst oder nicht. Aber wenigstens die Fakten sollte jede/r aufgeklärte BürgerIn unserer Meinung nach kennen. So wird Milch „gewonnen“:

Eine Kuh wird künstlich geschwängert. Das Kalb wird ihr sofort nach der Geburt, spätestens aber nach vier Tagen weggenommen, auch in Biobetrieben. Während die Mutter nach ihrem Kalb ruft und in der Box von einem Fuß auf den anderen tritt, wird das Kalb in eine Einzelbox gebracht. Dort verbringt es seine ersten 2 Lebensmonate – ohne jeglichen Körperkontakt. In der Box ist Bewegung eingeschränkt: aufstehen, hinlegen. Etwas mehr Platz haben Kälber in sogenannten Kälberiglus. Das Kalb erhält nur 9% der eigentlich für ihn bestimmten Muttermilch, der Rest ist Milchaustauscher. Nach österreichischem Gesetz müßten die Kälber nach den 2 Monaten in der Gruppe gehalten werden. Da es aber zahlreiche Ausnahmen gibt, bleiben viele Kälber auch danach noch in Einzelboxen – bis zu ihrem Abstransport. Die männlichen Kälber werden gemästet und geschlachtet, viele werden auch nach Spanien und Italien transportiert, weil dort mehr Kalbfleisch gegessen wird. Die Mutterkuh wird ca. 3 Monate nach der Geburt erneut künstlich geschwängert, damit der sonst aussetzende Milchfluß ohne Unterbrechung weitergeht – ein Kuhleben lang. Dieses dauert allerdings nur 4-5 Jahre: Durch die Dauerschwangerschaft, die widernatürlich hohe Milchleistung sowie das permanente Akkordmelken mit Melkmaschinen, das oft chronische Mastitis (Euterentzündung) verursacht, ist die Milchkuh gesundheitlich so geschwächt ist, dass sie geschlachtet wird. Die Nachfolge bilden ihre weiblichen Kälber, auf die das gleiche Schicksal wartet.

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Ein Artikel von Petra

4 Kommentare

  • Patricia Gough sagt:

    Ich habe vor kurzem Familie auf dem Land besucht und miterlebt wie ein Kalb geboren wurde.. als ich den Bauern fragte wann die denn das Kalb der Mutter wegnehmen wuerde meinte er am selben Abend noch.. ganz schlimm und die kleinen dunklen boxen haben wir auch gesehen.. ich dachte immer das es auf richtigen Farmen alles noch relativ idyllisch waere aber da wurde ich des Besseren belehrt.. das ist alles ganz schlimm und alle schauen weg.

  • Karin sagt:

    …erneut erkennt man den Zusammenhang von Fleisch- und Milchkonsum sowie Aggression und (verbaler) Gewalt!
    Traurig, wenn Menschen eine derart unrealistische Sicht unserer Welt haben und selbiges dann anderen unterstellen.

  • Petra sagt:

    Lieber Matti!
    Du kannst deine Meinung selbstverständlich gerne vertreten. Über einen sachlicheren Ton hätten wir uns gefreut.
    Zu deiner Kritik: Nun, wir haben uns – wie immer – bemüht, sauber und umfassend zu recherchieren. Es ist nun mal ein Faktum, dass Milchwirtschaft so funktioniert. Wenn du dir die Mühe machen würdest, könntest du das auch ganz leicht im Internet recherchieren (Wikipedia oder was immer) und du wirst sehen, dass die Kälber von ihren Müttern getrennt werden. Und wenn du dir ein noch genaueres und authentischeres Bild machen möchtest, würde ich dir vorschlagen mal zu einem Milchkuh-Betrieb zu fahren und dir die Kälber in ihren Boxen anzusehen. Ich bin als Kind oft auf den Bauernhöfen meiner Verwandten gewesen und schon damals, auf kleinen Bauernhöfen, waren die Kälber immer in Einzelboxen. Nur bei Fleischrassen dürfen die Kälber in der Mutterkuhhaltung bei ihren Müttern bleiben.

  • Matti sagt:

    Du bist ja völlig wahnsinnig!
    Wennst dich nicht auskennst dann schreib nicht so einen Blödsinn!
    Du verallgemeinerst hier die ganze LW!
    Dass ist ja ein Witz!
    Komm mal in der Realität an