Die Spur des Eies…

…ist blutig. Der Großteil der Küken schlüpft heutzutage in Brütereien. Keine Mutter, keine Nestwärme, sondern der Abtransport via Förderband erwartet die geschlüpften Küken. Auf Einzelbedürfnisse, eingeklemmte Flügel etwa, wird keine Rücksicht genommen.

Ist es besser, ein weibliches oder eine männliches Küken zu sein?
Letztere werden bei der Legerasse nicht gebraucht, deshalb werden sie gleich am ersten Tag aussortiert (gesext) und per Förderband in eine Gaskammer oder einen Häcksler transportiert. Sie werden zu Tiermehl weiterverarbeitet. Die aktuellste Zahl der Statistik Austria besagt, dass 2009 rund 6,3 Millionen männliche Küken für die Eier”produktion” getötet wurden.
Die weiblichen Küken kommen je nach Abnehmer entweder in einen Betrieb mit ausgestaltetem Käfigen, wo einem Tier etwas mehr als ein A4-Blatt (720 cm²) mit Sitzstange zur Verfügung steht, oder in einen Betrieb mit Boden- oder Freilandhaltung.

Wenig Boden
Bis zu 6.000 Legehennen können in Bodenhaltungsbetrieben in eine Halle gepfercht sein. 1 m² müssen sich 7-9 Tiere teilen. Ein Huhn erkennt an die hundert andere Hühner. Ist es mit mehr konfrontiert, bedeutet das enormen Stress.

Die biologische Freilandhaltung ist zwar die tierfreundlichste Haltungsform für Legehennen. Aber auch hier gilt in der Regel: männliche Küken werden getötet. Und die Legehennen werden, wenn sie nicht mehr genügend Eier legen, natürlich auch geschlachtet.

Nicht ei-tel Wonne
2009 wurden in Österreich 1,94 Milliarden Schaleneier verzehrt – das sind pro Kopf 232 Stück im Jahr. Nicht eingerechnet sind hier die abermillionen verabeiteten Eier, jene Eier, die – nach Dotter und Eiklar getrennt – in riesigen Plastibeuteln oder -eimern von der Landwirtschaftsindustrie an die Lebensmittelindustrie geliefert werden: für Mehlspeisen, Backwaren, Nudeln und Fertiggerichte. Der Großteil dieser billigeren Eier stammt aus dem Ausland: aus der Käfighaltung und aus Ländern, wo das Schnabel-Kupieren gang und gäbe ist: dabei wird die Schnabelspitze abgetrennt – ein sehr schmerzhafter Vorgang, da viele Nervenbahnen in der Schnabelspitze, dem wichtigsten Tastorgan des Huhns, zusammenlaufen.

Legehennen legen heute im Durchschnitt 300 Eier im Jahr. Natürlichweise würden sie höchstens 30 legen. Legehennen werden heute nach ca. eineinhalb Jahren geschlachtet. Ihr natürliche Lebenserwartung liegt zwischen 8 und 15 Jahren.

Eier sind ersetzbar: Mehr dazu morgen ;-)

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Ein Artikel von Petra