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Schnittblumen – Biostrauß statt Giftbouquet

Copyright: Helene Souza_pixelio.deDer Frühling – und auch der bevorstehende Muttertag – verlocken derzeit zum Blumenkauf. Aber: Zu wenig bekannt ist, dass für Schnittblumen Unmengen von (in Tierversuchen geprüfte) Spritzmittel im Einsatz sind. Zudem gestalten sich die Produktionsbedingungen für die ArbeiterInnen zumeist alles andere als fair.

80 Prozent der bei uns erhältlichen Schnittblumen werden zumeist per Flugzeug importiert. Herkunftsländer sind etwa Holland, Spanien, Südamerika oder Afrika, wo die Pflanzen in riesigen Monokulturen unter hohem Einsatz von Chemikalien angebaut werden. Einige der dabei verwendeten Pestizide, darunter das krebserregende Methylbromid, sind hierzulande sogar verboten. Gesetzliche Regelungen bezüglich der Pestizidbelastung bei importierten wie bei heimischen Schnittblumen existieren aber nicht. Und so ist ein wundervoller Blumenstrauß auch oft ein Giftbouquet…..

Leider ist es derzeit noch schwer, an Schnittblumen oder Zimmerpflanzen aus kontrolliert biologischem Anbau zu kommen. In Österreich werden in einigen Betrieben Bio-Rosen gezüchtet, auch bieten bereits viele Geschäfte und Gärtnereien Bio- und Fair-Trade an. Eine umfassende Liste findet sich unter www.fairtrade.at. Zudem werden Fairtrade-Pflanzen auch in den großen Supermärkten und in Baumärkten wie Baumax und OBI verkauft.

Was die Zertizifierung betrifft, gibt es derzeit drei Gütesiegel für bezüglich besserer Arbeitsbedingungen und höhere Umweltstandards.

 

Fairtrade

Blumen, die das Fairtrade-Siegel tragen, garantieren, dass beim Anbau ein Mindeststandard an fairen Arbeitsverhältnissen und Kinderarbeit ausgeschlossen ist. Die Umweltstandards sind aus unserer Sicht zwar nicht zufriedenstellend (das wären sie erst, wenn Bioanbau praktiziert werden würde), sie sind aber zumindest besser als bei nicht-zertifizierten Blumen. Bestimmte hochgiftige Pestizide sind verboten. Die Bestimmungen sehen auch eine Reduktion der verwendeten Pestizide vor und ökologischer Landbau soll zumindest gefördert werden. In Österreich sind vor allem Fairtrade-Rosen erhältlich. Wo konkret, erfahren Sie auf hier: www.fairtrade.at

 

 

Flower Label Program

Ein weiteres Label, das fairere Arbeitsverhältnisse und einen geringeren Einsatz synthetischer Pestizide garantiert, ist das Flower Label Program (FLP). Auch hier gibt es eine Liste mit hochgiftigen Pestiziden, deren Einsatz verboten ist. Mit dem FLP-Label ausgezeichnet sind vor allem Schnittblumen (Rosen, Lilien, Gerbera, Tulpen, Fresien, Calla u.a.), einige Topfpflanzen wie Orchideen sowie Schnittgrün (grüne Zweige als Beigaben bei Blumensträußen). Geschäfte, die FLP-Blumen anbieten, finden Sie hier: www.fairflowers.de

 

 

 

www.fairflowersfairplants.comFFFP – fair flowers fair plants

Dieses Label verspricht nachhaltig gezüchtete Blumen und Pflanzen. Es geht sicher nachhaltiger (zum Beispiel mit kontrolliert biologischem Anbau), aber immerhin: teilnehmende Betriebe müssen weltweit gültige soziale und gewisse ökologische Standards einhalten. Diese beinhalten das Verbot von hochgiftigen Pestiziden und einen reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Düngemitteln, sowie Energie und Wasser.

 

 

Fazit

Alles in allem stellen die drei Labels lediglich einen Mindeststandard dar. animal.fair empfiehlt deshalb: Kaufen Sie Pflanzen aus Bioanbau von heimischen Betrieben. Oder pflücken Sie – achtsam – heimische Wiesenblumen (natürlich keine geschützten).

Und wie wäre es zum Beispiel mit Biokräutern in einem hübschen Keramiktopf, oder, ebenso als Topfpflanze aus Bioanbau erhältlich: Duftpelargonien!?

Ein Artikel von Ruth