Geht’s gut in der Schule?

Nach den Sommerferien müssen sich auch die Füße der Kinder wieder an den Alltag in Patschen gewöhnen. Welche Modelle sind für Kindergarten und Schule gut geeignet? Hier gibt es viele Tipps für einen guten Start ins neue Schuljahr.
Hausschuhe

(Foto: © Pixabay, Bru-nO)

Schultüten und Schultaschen haben wir schon unter die Lupe genommen, aber wie ist es eigentlich mit den Hausschuhen, die unsere Kinder jeden Schultag in den kleinen Füßen tragen? Worin bewegen sie sich durchs Schulhaus? Wie statten wir sie optimal für ihren Weg in der Schule aus? Hier unsere Favoriten und Erfahrungsberichte.

Barfuß, oder fast

Ganz ohne Einengung, also barfuß (oder „nackafussl“ ;-) wie unsere Tochter einst so schön neu formulierte) fühlen sich viele Füße am wohlsten. Einige Kinder verzichten darum am liebsten auf jede Form von Patschen und laufen in Socken durch die Schule. Hier besteht natürlich Rutschgefahr. Bei älteren Kindern, also für den Schulalltag nach der Volksschule, kann aber der Gebrauch von guten Socken anstatt Patschen durchaus optimal sein. Unsere Tochter, mittlerweile fast ein Teenager oder Pubertier, bevorzugt mit sehr vielen MitschülerInnen die „Sockenpatschen“, sie gehen also in Socken durch das Schulgebäude. Meine Bedenken, dass wir am Ende des Schuljahres einen enormen Verschleiß an Socken haben, haben sich nicht bestätigt. Es gab nicht mehr löchrige Socken als sonst. Wir lassen unserer Tochter hier also gern die (Fuß-)Freiheit. Für jüngere Kinder, die meist noch mehr herumtollen und laufen, können Antirutsch-Socken gut geeignet sein. Auch sie geben den Kindern das Gefühl von direktem Bodenkontakt, der oft für ein sicheres und gutes Auftreten der kleinen SchülerInnen sorgt. Nur zu dick sollte der Stoff hier nicht sein, damit sich keine Schweißfüße bilden.

(Foto: © livipur)

Turnpatschen

Die Art, wie wir durchs Leben gehen, wird auch von der Art beeinflusst, wie sich unsere Füße bewegen können. Eigentlich sind wir ja immer in Bewegung, nicht nur im Turnunterricht. Oder sollten in Bewegung sein, schließlich ist unser Körper fürs Gehen und nicht fürs Sitzen ausgerüstet. Demnach können Turnpatschen ein toller Begleiter durch den Schul- oder Kindergartenalltag sein: Vorausgesetzt, sie sind atmungsaktiv, weich, elastisch und engen nicht ein. Toll sind zum Beispiel die hübschen Eurythmie-Schuhe aus Bio-Baumwolle mit rutschfester Gummisohle von livipur.

Upcycling: Aus Jeans werden Patschen

Eine kreative junge Mama aus Deutschland macht mit ihrem Label Cath…Who?! sehr hübsche Kinder-Patschen. Das besondere ist das moderne Material: Upcycling. In diesem Fall „zu 100 % gerettete Jeans“ wie Designerin Katinka Smerda liebevoll erzählt, die die Hausschuhe in Handarbeit herstellt.

Hausschuhe

Eine geniale Idee: Alte Jeans werden bei Cath…Who?! zu wunderhübschen neuen Kinderpatschen, bis Größe 35. (Foto: © Cath… Who?! – designed to 2nd life)

Bio-Baumwoll-Patschen

Ganz tolle Patschen gibt es auch von der Firma Nanga, erhältlich zum Beispiel bei www.waschbaer.at oder direkt auf der Firmen-Website. Die sehr lieb gestalteten Nanga-Hausschuhe haben so viele Motive – da ist für jeden Geschmack etwas dabei. Beim Kauf auf die Frühjahr/Sommer-Kollektion aus 100 % Bio Baumwolle achten, diese ist antibaktieriell, waschbar bei 30 Grad, mit einem Gewicht von 70 Gramm ultraleicht und das Geh-Gefühl ist wie Barfuss.

Hausschuhe

Hausschlapfen aus Bio-Baumwolle geben ein gemütliches Gefühl, auch in der Schule. (Foto: © Nanga-Shoes)

Sandalen in der Schule

Wer lieber ein etwas festeres Patschen-Modell mag, kann Sommer-Schuhe ausprobieren. Leichte Schuhe in denen die Füße gut atmen können: Das schaffen luftige Sandalen. Die Sohle gut abschrubben, damit die Schuhe keine Spuren hinterlassen. So wird das Sommer-Gefühl und so manche liebe Erinnerung an die großen Ferien mit in den Schul-Anfang genommen. Als Schulpatschen finde ich sie durchaus geeignet, da der Fuß gut atmen kann und keine kleinen Schwitze-Füße entstehen.

Lederschuhe sind auch für Kinder-Schuhe keine gute Wahl, denn neben vielen verwendeten Giftstoffen steckt auch hier eine große Menge an Tierleid drin. Wer mehr über die Leder-Produktion wissen möchte, kann in unserer animal.fair-Infothek nachlesen.

Nachhaltig einkaufen

Second-Hand-Läden oder der Freundes- und Bekanntenkreis (Stichwort: Tausch- oder auch Swap-Partys ;-) sind oft eine gute Fundgrube für gebrauchte Hauspatschen. Der Vorteil ist, dass etwaige Giftstoffe meist schon herausgewaschen sind. Wer lieber neue Schuhe hat, findet beim Schmökern in unserem umfangreichen Ethischen Einkaufsführer in der Kategorie Kinderschuhe für jeden (Kinder-)Fuß die passende Hülle.

(Foto: © Sandra Obermair)

Mehr Barfuß, weniger Einlagen

Viele OrthopädInnen raten zum Barfußgehen – einfach weil hier die vielen Muskeln des Fußes wirklich zum Einsatz kommen. Wenn keine Fuß-Fehlstellung vorliegt, ist es gesund, den Kinderfüßen Freiheit zu geben. Socken mit Anti-Rutsch-Sohle oder weiche Patschen schützen die Füße vor Verletzungen oder Nässe, lassen aber die jungen Muskeln arbeiten. Viele Kinder bekommen Einlagen verschrieben. Wenn Kinderfüße mehr direkten Bodenkontakt bekommen, also auch im Freien barfuß laufen, kann vielen Fehlstellungen entgegengewirkt werden. Und ein Grundstein für „Bodenhaftung“ im wahrsten Sinn des Wortes wird in Kindertagen gelegt. Den Boden spüren tut in jedem Alter gut. Einfach mal raus gehen und fühlen, egal wie das Wetter so spielt. Auf jeden Fall aber kann man in unseren meist gut geheizten Innenräumen oft gut auf Fußbekleidung verzichten und die Füße atmen lassen.

Ein Artikel von Sandra