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Gemüse des Monats: Radieschen

Wir ignorieren mal den vorübergehenden Wintereinbruch, der Frühling ist nicht mehr aufzuhalten! Sein erster bunter Bote ist das Radieschen (Raphanus sativus): In einladend leuchtenden Rottönen und knackig frisch weckt es die Vorfreude auf die beginnende Gemüsesaison. Kälteunempfindlich und rasch in der Entwicklung sind Radieschen dankbare erste Ernteprodukte aus Garten und Feld. Botanisch gehören sie zur Gruppe der Rettiche und entstammen damit einer fast unüberschaubar großen Gemüsefamilie aus würzig-knackigen, saftigen Wurzelgemüsen, die von Westeuropa bis Ostasien verbreitet sind. Durchstöbert man alte Gemüse-Darstellungen aus dem endenden 19. Jahrhundert, so entdeckt man – auch am Beispiel des Radieschen, dass wohl Dreiviertel der früher bekannten Sorten verloren gegangen sind. Wo sind sie hin, die gelben, weißen, rosafarbenen oder sogar blauvioletten Sorten!?

Mit etwas Glück kann man bei uns gerade nochmal die länglichen “Eiszapfen” bekommen. Ansonsten hat die Vereinheitlichung des Marktes durch immer größere, flächenübergreifende Handelsstrukturen der Vielfalt den Garaus gemacht. Das wird sich wieder ändern und somit kann das Radieschen vielleicht zukünftig auch hier eine verheißungsvolle Rolle übernehmen.

 

Zubereitungsvorschläge

Natürlich sind Radieschen prädestiniert für Rohkost: pur, geraspelt oder in Scheiben auf dem Brot. Allerdings würde man dem Radieschen unrecht tun, würde man es darauf beschränken. Die Frucht lässt sich in Scheiben geschnitten hervorragend braten und ergibt eine köstlich-frisch Beilage. Auf keinen Fall sollte man die Radieschenblätter wegwerfen. Sie sind nicht nur gesund, sondern auch köstlich. Die feinen widerborstigen Härchen verlieren die Blätter, wenn sie verarbeitet werden. Sie können die Blätter für einem Grünen Smoothie verwenden oder sie 2 min. in Olivenöl anbraten oder gemeinsam mit der Frucht eine Radieschenschaumsuppe kochen.

Hier ein kleines, feines und vor allem schnelles Radieschenrezept – morgen folgt ein ausgefalleneres ;-)…

Gebratenes Radieschengemüse (für 2 Portionen)

1-2 Bund Radieschen
Olivenöl
Galgant (Gewürz, etwa von Hildegard von Bingen hochgeschätzt, gibt es z.B. von Sonnentor im Bioladen)

Radieschenblätter und –früchte waschen und trocknen lassen. Blätter von den Stielen und vom Strunk zupfen. Radieschen in halbwegs dünne Scheiben schneiden. Olivenöl erhitzen Radieschen und Blätter dazugeben, mit Galgant und Salz würzen, kurz braten – ca. 2 min.
Mit knusprigen Brotsticks oder knusprigen Toastecken servieren.

 

 

 

 

Text und Rezept: Peter Laßnig
Ochsenherz Gärntnerhof
www.ochsenherz.at

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Ein Artikel von Petra