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Gemüse des Monats: Pak Choi

Wir greifen unsere Serie „Gemüse des Monats“ wieder auf, sie wird ab jetzt regelmäßig erscheinen. Als Autorin konnten wir Michaela Russmann gewinnen – ein Tausendsassa in Sachen vegane Küche und Rohkost. Ihr neues Kochbuch „…aber vegan“ (das wir demnächst vorstellen werden) ist druckfrisch am Markt. Zudem versorgt sie seit mehr als einem Jahr ihre Gäste in der BioWerkstatt mit gesunden und köstlichen Mittagsgerichten. Mit Rohgenuss gibt sie ihr Wissen in Workshops weiter und veranstaltet regelmäßig Brunches und rohköstliche Dinner-Events. Nicht nur seltene und alte Gemüseraritäten wird uns Michaela Russmann nahebringen, sondern auch vergessene Getreidearten oder Obstsorten – jedes Monat eine entdeckenswerte Frucht aus dem Garten von Mutter Erde! Und dazu kreiert Michaela jedes Mal ein exklusives Rezept. Gerade Saison hat Pak Choi – sozusagen ein Gemüse-Immigrant:

Die Niederländer waren’s!

Der Exote aus dem asiatischen Raum hat schon vor einiger Zeit in der europäischen Küchen Einzug gehalten. Von in den Niederlanden lebenden Asiaten wurde er zuerst eingeführt. Das dem Mangold ein bisschen ähnliche Blattgemüse konnte schnell – und erfolgreich – Fuß fassen.

Pak Choische Eigenarten

Das asiatische Grün zählt zu den „Raketengewächsen“ (nein, dieser Begriff ist in der Pflanzenkunde nicht zu finden, spiegelt aber das rasante Wachstum dieses Gemüses wider). Botanisch betrachtet zählt es zur Familie der Kreuzblütler. In kurzen 8–10 Wochen wächst Pak Choi bevorzugt in nährstoffhaltigem Boden und nach Möglichkeit windgeschützt. Wuchs und Kultur sind dem Chinakohl sehr ähnlich. Eine schmackhafte Sortenvariante von Pak Choi ist Tat Soi, dessen Kohlkopf mehr, dafür kürzere und dunklere grüne Blätter aufweist. Pak Choi kann auch in Europa sehr gut angebaut werden.

Zu den inneren Werten

Pak Choi wird auch Senfkohl genannt – ein Hinweis darauf, dass das Gemüse reichlich von den gesunden Senfölen besitzt. Außerdem enthalten sind die  Mineralien Calcium und Eisen und Vitamine der B-Gruppe sowie Vitamin C.

Und was jetzt?

Pak Choi kann roh, klein geschnitten wie Chinakohl, als Salat oder als Warmgemüse genossen werden. Die Zubereitungsmöglichkeiten sind Spinat und Mangold sehr ähnlich (dünsten, blanchieren oder kurz im Wok). Zuviel Hitze mag der Pak Choi gar nicht, er sollte deshalb immer nur sehr kurz erhitzt werden.

 

Das Rezept: Pak Choi in feiner Sesamvinaigrette zu Karotten liebt Naturreis
(für 4 Personen)

10 Pak Choi
1 große Karotte
2 gepresste Knoblauchzehen
2 EL Sesam
2 EL Tahin (Sesampaste, gibt es in jedem Bioladen)
3 EL starke Sojasauce (ich bevorzuge die weizenfreie Sauce)
2 TL Rohrzucker oder Agavendicksaft
1 EL Essig
1 EL Olivenöl
2 Tassen Wasser
1 Tasse Naturreis (geht natürlich auch jede andere Art)
1 TL Salz
1 Lorbeerblatt
1 TL Margarine

Reis kalt abspülen und mit den 2 Tassen Wasser, Lorbeerblatt und Salz zum Kochen bringen. Bei niedriger Temperatur kochen lassen, bis das Wasser aufgesogen ist (nicht umrühren! – dann brennt nichts an). Unter den fertigen Reis die kalte Margarine rühren.

Pak Choi in Streifen schneiden. Etwas Öl erhitzen und den Pak Choi mit dem gepressten Knoblauch kurz andünsten (alles schön knackig lassen). Die Karotten auf einer Gemüsereibe grob reiben und zum gedünsteten Pak Choi geben und noch eine gute  Minuten am Herd lassen.

Aus dem Sesam, Tahin, Sojasauce, Zucker oder Agave, Essig und Öl eine Vinaigrette rühren und zum Pak Choi–Karottengemüse mischen und bei Bedarf nachsalzen.

Reis und Gemüse abwechselnd in einen Vorspeisenring (oder in einen Joghurtbecher ohne Boden) schichten und mit Sesam bestreuen.

 

Artikel und Rezept: Michaela Russmann, Fotos: Jochen Russmann

Vorschau auf Mai: Waldstaude – eine uralte Roggenart

Jeden Monat stellt die Kochbuch-Autorin und Gesundheitssoziologin Michaela Russmann exklusiv für animal.fair eine Gemüse-, Getreide- oder Obstsorte vor. Und zwar eine, die gerade Erntezeit hat. Unser besonderes Augenmerk liegt dabei auf seltenen, alten, teils vergessenen Sortenraritäten. Ja, es gibt sie meist nicht im Supermarkt um die Ecke. Aber darum geht es: Der Garten von Mutter Erde hält soviel mehr an Vielfalt bereit als die wenigen, hochgezüchteten, oft auch noch importierten Sorten, die es weiträumig zu kaufen gibt. Wir glauben, dass der Pflanzenanbau der Zukunft sich wegbewegen muss vom Monokultur-Anbau weniger Allerwelts-Sorten hin zur biologischen Anbauweise vieler, regional unterschiedlicher Sorten. Und wir glauben, dass zu einer ausgewogenen, abwechslungsreichen und spannenden pflanzlichen Ernährung diese vielfältigen Pflanzenarten dazu gehören. Deshalb möchten wir sie Euch mit dieser Serie nahe bringen, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Bezugsquellen: Michaela Russmann verwendet meist Obst und Gemüse, das saisonal auch in ihrer Wirkungsstätte, der BioWerkstatt, erhältlich ist. Die  Sortenraritäten gibt es in manchen Bioläden, auf Bauernmärkten und vor allem bei den Kooperationspartnern des Vereins Arche Noah (der sich um den Erhalt der Sortenraritäten kümmert). Die einzelnen Kooperationspartner sind auf der Arche-Homepage aufgelistet, hier kann man sich einen Anbieter aus der eigenen Region suchen.

Michaela Russmann liebt es zu kochen und hält insbesondere zum Thema Rohkostküche Workshops und Seminare ab, Infos unter: www.rohgenuss.at

Viele weitere ihrer Kochideen findet Ihr in dem Buch:
„…aber vegan“, Verlag Russmann & Sohn, ISBN: 978-3-9503565-3-3

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Ein Artikel von Petra

4 Kommentare

  • Heidi Matzner sagt:

    Sehr gut gemacht, Michi!

  • Mira Siebmann sagt:

    Ich liebe Pak Choi und auch diese Beitragsreihe! Bin gespannt auf die anderen Präsentationen. Danke

  • Nina Mayr sagt:

    Ein Vergnügen diesen Bericht zu lesen. Rezept werde ich auch bestimmt probieren. Die Waldstaude wird interessant, darauf freu ich mich! Liebe Grüße Nina

  • Anita Rossner sagt:

    Gratulation, guter Artikel und einfaches Rezept mit der nötigen Raffinesse – schon nachgemacht und schmeckt fantastisch! Weiter so!