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Gemüse des Monats: Radieschen

Die knallroten Radieschen zählen zu den ersten Boten, die der Frühling zu bieten hat. Das vitaminreiche Wurzelgemüse wird gerne auf den Feldern reif, wächst jedoch auch das ganze Jahr über im Gewächshaus. Bevorzugt in sonniger Lage und auf mittleren Böden gedeihen die kleinen Knollen besonders gerne zu prallem Frühlingsgemüse. Michaela Russmann stellt euch die Frühlingsboten Radieschen vor und hat auch ein wunderbares Rezept parat.

Radieschen © Jochen Russmann

Radieschen © Jochen Russmann

Kunterbunte Vielfalt

Am bekanntesten und beliebtesten ist das kleine, rundliche und stark rote Radieschen. Andere seltene Sorten haben eine weiße, rot-weiße, gelbe, violette oder rosa Schale. Auch die Form kann variieren. Von rund, oval bis hin zu länglich ist für jeden etwas dabei. Was sich jedoch nie ändert ist Radieschens Innenleben … weiß bis leicht rosa strahlt es dem Genießer entgegen. Zu der Familie der Kreuzblütler gehörend, sind Radieschen mit Karfiol, Kohlrabi und Rettich verwandt.

Radieschens Vorgeschichte

In Vorderasien oder China wird das Radieschen ursprünglich vermutet. In dieser Gegend wurden wilde Formen der kleinen Rettichart gefunden. Im Altertum schmückte das Radieschen japanische und chinesische Ziergärten. Im 16. Jahrhundert kultivierte man Radieschen das erste Mal in Frankreich. Im Gegensatz dazu wurde der verwandte Rettich bereits im 13. Jahrhundert in Deutschland angebaut und als Gemüse und Heilpflanze verwendet. Der Name stammt übrigens vom lateinischen Wort „Radix“ ab, was Wurzel bedeutet.

Ein Bund fürs Leben

Radieschen sind richtige Powerkugeln mit zahlreichen positiven Auswirkungen. Sie können das Cholesterin senken, entwässern auf eine sanfte Art den Körper und helfen bei Erkältungen, Husten, Heiserkeit, Bronchitis und Schnupfen. Zudem sind Radieschen gut für Haut und Figur. Kalium und B-Vitamine verhelfen zu einem gut gestrafftem Bindegewebe. Hautunreinheiten werden mit den enthaltenen Senfölen und Vitamin C bekämpft. Des weiteren sorgt der Eisengehalt für einen besseren Sauerstofftransport zu den Zellen … ideale Schönmacher eben.

Ideal für Kinder

Radieschen lassen sich sogar gut am Balkon oder Fensterbrett anbauen. Der Weg von der Saat zur Pflanze ist kurz und es macht Spaß das schmackhafte Gemüse zu pflegen. Zu einer leckeren Dipsauce und in Kombination mit Karottensticks und Gurkenscheiben werden selbst die größten Gemüseskeptiker zum Radieschenliebhaber.

Radieschen am Teller

Insbesondere Jausenplatten mit Räuchertofu, Aufstrichen und veganen Käsevariationen verleihen Radieschen einen farblichen Blickfang. Salaten geben sie eine scharfe Note und gutes Vollkornbrot mit veganer Butter lässt sich prima mit in Scheiben geschnittenen Radieschen garnieren. Ganz Experimentelle genießen die angenehme Schärfe in einem Gemüsesmoothie mit Kresse garniert.
Leider bleiben Radieschen nur 2-3 Tage frisch. In feuchte Tücher eingeschlagen, bleiben sie länger knackig und schrumpeln nicht so rasch.

Was tun mit dem Grün

Radieschenblätter sind kein Abfall für den Biomüll! Die Blätter haben einen wunderbar würzigen Geschmack und eigenen sich als Kräuterersatz in Suppen, Sauce und Eintöpfen. Für Liebhaber von Schärfe passen die Radieschenblätter auch ganz fein in den rohen Salat. Auch ein Radieschenblattpesto wäre eine Möglichkeit. Gerade der grüne Pflanzenfarbstoff Chlorophyll ist wichtig für ein gesundes und reines Blut und hilft indirekt bei Menschen mit Bluthochdruck, weil das Essen nicht mehr so stark gewürzt werden muss.

 

Rezept des Monats: Radieschen-Kressesalat zu Paprikavinaigrette
Für einen schnellen Salat zu Zweit

(Aus dem neuen Rohkostkochbuch von Michaela Russmann „ROHGENUSS – Die vier Jahreszeiten“ – erschienen im Russmann & Sohn Verlag)

Radieschen-Kressesalat © Jochen Russmann

Radieschen-Kressesalat © Jochen Russmann

Zutaten:

Salat:
2 Bund Radieschen
1 Tasse Kresse
1 kleine rote Zwiebel
1 EL Thymian gehackt
Saft einer Orange
Olivenöl
Apfelessig
Kräutersalz
Weißer Pfeffer aus der Mühle

Paprikavinaigrette:
1 gelber Paprika
1 roter Paprika
1 kleine Zwiebel
1 gepresste Knoblauchzehe
1 EL gehackter Thymian
2 EL Pinienkerne
1 EL Essig
Saft einer halben Orange
etwas Olivenöl
Salz

Zubereitung:

Die Radieschen in dünne Scheiben schneiden. Kresse mit einer Schere abschneiden und grob hacken. Zwiebel klein würfeln. Alle Salat-Zutaten vermengen und mit Öl, Essig, Salz und Pfeffer abschmecken.

Für die Vinaigrette Paprikaschoten in einem Standmixer mit dem Orangensaft und den Pinienkernen pürieren. Die Zwiebel fein hacken und der Paprikacreme zugeben. Die restlichen Zutaten unterrühren und abschmecken.

 

Artikel und Rezept: Michaela Russmann, Fotos: Jochen Russmann

 

Jeden Monat stellt die Kochbuch-Autorin und Gesundheitssoziologin Michaela Russmann exklusiv für animal.fair eine Gemüse-, Getreide- oder Obstsorte vor. Und zwar eine, die gerade Erntezeit hat. Unser besonderes Augenmerk liegt dabei auf seltenen, alten, teils vergessenen Sortenraritäten. Ja, es gibt sie meist nicht im Supermarkt um die Ecke. Aber darum geht es: Der Garten von Mutter Erde hält soviel mehr an Vielfalt bereit als die wenigen, hochgezüchteten, oft auch noch importierten Sorten, die es weiträumig zu kaufen gibt. Wir glauben, dass der Pflanzenanbau der Zukunft sich wegbewegen muss vom Monokultur-Anbau weniger Allerwelts-Sorten hin zur biologischen Anbauweise vieler, regional unterschiedlicher Sorten. Und wir glauben, dass zu einer ausgewogenen, abwechslungsreichen und spannenden pflanzlichen Ernährung diese vielfältigen Pflanzenarten dazu gehören. Deshalb möchten wir sie Euch mit dieser Serie nahe bringen, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Bezugsquellen: Michaela Russmann verwendet meist Obst und Gemüse, das saisonal auch in ihrer Wirkungsstätte, der BioWerkstatt, erhältlich ist. Die Sortenraritäten gibt es in manchen Bioläden, auf Bauernmärkten und vor allem bei den Kooperationspartnern des Vereins Arche Noah (der sich um den Erhalt der Sortenraritäten kümmert). Die einzelnen Kooperationspartner sind auf der Arche-Homepage aufgelistet, hier kann man sich einen Anbieter aus der eigenen Region suchen.

Michaela Russmann liebt es zu kochen und hält insbesondere zum Thema Rohkostküche Workshops und Seminare ab, Infos unter: www.rohgenuss.at

Viele weitere ihrer Kochideen findet Ihr in Russmanns Büchern:

„…aber vegan“, ISBN: 978-3-9503565-3-3; „Rohgenuss. Wenn die Küche kalt bleibt“, ISBN: 978-3-950356540; beide: Verlag Russmann & Sohn

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Ein Artikel von Petra