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Gemüse des Monats: Kohlrabi

Kohlrabi Foto Jochen Russmann

Wie der Name schon andeutet, gehört der Kohlrabi aus botanischer Sicht zu den Kohlgewächsen, erinnert aber geschmacklich nur entfernt an die deftigen Verwandten.

Kohlrabi Foto Jochen Russmann

Der Kohlrabi ist Mitglied der Kreuzblütengewächsfamilie. Die zweijährige Pflanze ist rund bis oval geformt. Unterschieden wird zwischen weißem und blauviolettem Kohlrabi.

Der weiße stammt zumeist aus dem Gewächshaus, der blauviolette wächst für üblich im Freien. Die Schalenfärbung beeinflusst jedoch keineswegs den Geschmack. Entstanden ist der Kohlrabi durch eine Kreuzung aus wildem Kohl und wilden weißen Rüben.

Wo kommt er her?

Über des Kohlrabis Herkunft gibt es nur Vermutungen. Im 16. Jahrhundert wurde in Deutschland erstmals der „Rübenkohl“ erwähnt. Daher liegt der Verdacht nahe, dass die Herkunft im nordeuropäischem Raum liegt. Heute ist Deutschland der größte Verbraucher weltweit. Der Anbau in süd- und südosteuropäischen Ländern erfolgt ausschließlich für den Export nach Deutschland.

Eine Knolle – viele Namen

Da Kohlrabi vorwiegend in deutschsprachigen Ländern verzehrt wird, wurde der Name des typisch deutschen Gemüses in andere Sprachen einfach übernommen. Auf Englisch heißt es „Kohlrabi“, auf Dänisch „Kaalrabi“, auf Niederländisch „Koolrabi“, auf Schwedisch „Kalrabi“ und die Schwaben sagen  „Kohlrabe“ dazu.

Kohlrabis Inhalt

Ein beachtlicher Gehalt von Vitamin C, sowie Vitamin A und Vitamin K zeichnet den Kohlrabi als Gesundmacher aus. Die ebenfalls enthaltenen Senföle unterstützen zudem die Abwehrkräfte und wirken günstig auf Magen-Darm und den gesamten Körper. Im Gegensatz zu den anderen Kohlgemüsesorten ist Kohlrabi leicht verdaulich und äußerst bekömmlich.

Was die wenigsten wissen ist, dass auch in den Blättern des Kohlrabis viele Vitamine und Mineralstoffen enthalten sind. Frisch gehackt wie Kräuter über den Salat gestreut, in Suppen oder zu Gemüse kann man diese Gemüse zur Gänze verbrauchen.

Anbau und Ernte

Die Sprossknolle ist acht bis zwölf Wochen nach der Pflanzung bereit zur Ernte. Der Kohlrabi verlangt während seiner Wachstumsphase nach keinerlei Düngung. Die ideale Erntegröße liegt bei 10 cm Durchmesser. Größere Knollen laufen Gefahr, holzig zu werden. Die Haupterntezeit beginnt im Mai und endet im Oktober.

Zur Verwendung

Der Kohlrabi kann  sowohl in roher Form als auch gekocht verarbeitet werden.

Idealerweise wird er als ganze Knolle mit Schale für etwa 20-30 Minuten gekocht. Die gegarte Knolle wird anschließend wie ein Apfel geschält und weiterverarbeitet. Der feine Kohlgeschmack kommt besonders in Suppen, Eintöpfen, diversen Füllungen und Aufläufen zur Geltung. Die Variante als erfrischende Rohkost zum Knabbern ist auch bei Kindern sehr beliebt.

Kohlrabi kann auch als frisch gepresster Saft in genossen werden – am Besten in Kombination mit Birnen- oder Apfelsaft.

Der Kohlrabi hat es gerne leicht gewürzt. Etwa weißer Pfeffer, Zitrone oder Muskatnuss, Kräuter wie Petersilie oder Estragon unterstreichen den hervorragenden Eigengeschmack.

Rezept: Rohe Kohlrabi-Spaghetti mit Karotten-Orangen-Korianderpesto

Kohlrabispaghetti Foto Jochen Russmann

für 2 Pastaverehrer:
2 kleine Kohlrabi
4 Karotten
2 Orangen
1/2 Bund Koriander
2 gepresste Knoblauchzehen
1 EL Olivenöl
Salz und Pfeffer

Kohlrabi nudelig spiralisieren oder mit einer Gemüsereibe grob reiben.

Karotten ganz fein hacken und klein gehackten Koriander untermengen. Die Orangen schälen und pürieren. Orangensaft zu den Karotten mischen und mit Knoblauch, Öl, Pfeffer und Salz abschmecken. Das Pesto unter die Spaghetti mischen und mit Koriander dekorieren.

Tipp: Nudeln können aus jedem beliebigen Gemüse gezaubert werden (z.B. Zucchini, Sellerie o.ä.)

Rezept aus Michaela Russmann: “ROHGENUSS – Wenn die Küche kalt bleibt”. Verlag Russmann & Sohn, ISBN: 978-3-9503565-4-0

Fotos: Jochen Russmann

 

Jeden Monat stellt die Kochbuch-Autorin und Gesundheitssoziologin Michaela Russmann exklusiv für animal.fair eine Gemüse-, Getreide- oder Obstsorte vor. Und zwar eine, die gerade Erntezeit hat. Unser besonderes Augenmerk liegt dabei auf seltenen, alten, teils vergessenen Sortenraritäten. Ja, es gibt sie meist nicht im Supermarkt um die Ecke. Aber darum geht es: Der Garten von Mutter Erde hält soviel mehr an Vielfalt bereit als die wenigen, hochgezüchteten, oft auch noch importierten Sorten, die es weiträumig zu kaufen gibt. Wir glauben, dass der Pflanzenanbau der Zukunft sich wegbewegen muss vom Monokultur-Anbau weniger Allerwelts-Sorten hin zur biologischen Anbauweise vieler, regional unterschiedlicher Sorten. Und wir glauben, dass zu einer ausgewogenen, abwechslungsreichen und spannenden pflanzlichen Ernährung diese vielfältigen Pflanzenarten dazu gehören. Deshalb möchten wir sie Euch mit dieser Serie nahe bringen, denn die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Bezugsquellen: Michaela Russmann verwendet meist Obst und Gemüse, das saisonal auch in ihrer Wirkungsstätte, der BioWerkstatt, erhältlich ist. Die Sortenraritäten gibt es in manchen Bioläden, auf Bauernmärkten und vor allem bei den Kooperationspartnern des Vereins Arche Noah (der sich um den Erhalt der Sortenraritäten kümmert). Die einzelnen Kooperationspartner sind auf der Arche-Homepage aufgelistet, hier kann man sich einen Anbieter aus der eigenen Region suchen.

Michaela Russmann liebt es zu kochen und hält insbesondere zum Thema Rohkostküche Workshops und Seminare ab, Infos unter: www.rohgenuss.at

Viele weitere ihrer Kochideen findet Ihr in dem Buch:

„…aber vegan“, Verlag Russmann & Sohn, ISBN: 978-3-9503565-3-3

Ein Artikel von Ruth