Vegane Gastro-Szene – Trends und TrendsetterInnen

Die vegane Gastro-Szene boomt. Im animal.fair Shopping Guide findet ihr österreichweit mehr als 500 Gastro-Adressen mit vegetarischem und veganem Angebot. Die derzeitigen Trends: Veganes Eis, schnelle Küche und Rohkost. Hinter den gastronomischen Kreationen stecken großteils QuereinsteigerInnen mit Schlüsselerlebnissen.

Neue Köstlichkeiten der Simply Raw Bakery

Vegan ist nicht mehr befremdlich und exotisch, sondern liegt im Trend. Wenngleich nur etwa ein Prozent der Bevölkerung in Österreich, der Schweiz und Deutschland vegan lebt, ist die Tendenz steigend. In allen drei Ländern gemeinsam ernähren sich über eine Million Menschen vegan! Die Zahl der VegetarierInnen stieg zwischen 2005 und 2013 von 2,5 auf fast 10 Prozent. Wöchentlich eröffnen neue vegan-vegetarische Lokale, wie vor kurzem der erste vegane Heurige in Neusiedl an der Zaya. Wir stellen euch drei Trends und PionierInnen der neuen veganen Gastro-Szene vor.

Trend 1 – Schnelle Küche. Trendsetter: Karl und Irene Schillinger

Charly und Irene Schillinger

Charly und Irene Schillinger © Schillinger

Karl „Charly“ Schillinger möchte den Veganismus in eine neue gastronomische Ära führen. Deshalb haben Charly, ehemals Banker, und Irene Schillinger zusammen die Swing Kitchen ins Leben gerufen. Das 2015 eröffnete Schnell-Restaurant führt Burger, Wraps, Beilagen, Süßes und die eigens kreierte Swing-Cola. Die Schillingers gehören zum Urgestein der vegetarisch-veganen Gastro-Szene. Das vegane Gasthaus der Schillingers im niederösterreichischen Großmugl hat mittlerweile Kultstatus. Anfang der 2000er Jahre „veganisierten“ sie das traditionell österreichische Angebot und zwar mit großem Erfolg.

Die Schillingers sind aber nicht die einzigen Schnellkocher: Die Brüder Yakup (Quereinsteiger) und Yusuf Sivgin (Systemgastronom) bringen mit der ersten veganen Cigköftem-Filiale türkische Würze nach Wien Simmering.

Trend 2 – Eiskalte Versuchung.
Trendsetterinnen: Cecilia Havmöller und Susanna Paller

© Veganista

Cecilia Havmöller und Susanna Paller © Veganista

Veganes Eis ist eigentlich nichts Neues: Sorbet wird klassischerweise vegan hergestellt. Seit der Eröffnung des ersten rein veganen Eissalons 2013 beweisen die Schwestern Cecilia und Susanna aber, dass auch Creme-Eis ohne Milch und Ei ein Genuss sein kann. In ihren zwei Veganista-Filialen gibt es täglich wechselnde Eissorten auf Reis-, Hafer-, Kokos-, Soja- oder Wasserbasis. Cecilia Havmöller hat zuvor die britische Kosmetikmarke „Lush“ in Österreich etabliert. Die Eisexpertin Susanna Paller hat ihr Handwerk an der „Ice Cream University“ in New Jersey gelernt. Sie kreiert immer wieder neue Rezepte. Dabei legt sie höchsten Wert auf natürliche Zutaten ohne künstliche Zusatzstoffe und Fertigmischungen. Übrigens: Mit der animal.fair Card erhaltet ihr in beiden Veganista-Filialen in Wien 10% Rabatt.

Die Bekanntheit von Veganista und die vegane Nachfrage haben dabei auch die Konkurrenz belebt: Immer mehr konventionelle Eissalons kennzeichnen ihre veganen Sorbet-Sorten und führen auch einzelne vegane Cremeeis-Sorten. In unserem Shopping-Guide könnt ihr direkt nach Anbietern mit größerem veganen Eisangebot suchen.

Trend 3 – Roher Genuss. Trendsetterinnen: Gabriele und Shanna Danek

simply-raw-bakery_Heidelbeertorte (facebook)

© Simply Raw Bakery

„Nährstoffreich naschen in optisch anmutender Form“ lautet die Zauberformel – gar nicht simpel. Gabriele Danek hat zusammen mit ihrer Tochter die Simply Raw Bakery in Wien eröffnet. Danek war 15 Jahre Managerin bei H&M. Als ein Familienmitglied schwer erkrankte, begann sie sich stärker mit ihren Essgewohnheiten auseinanderzusetzen und absolvierte im Jahr 2011 eine dreimonatige Ausbildung zum “raw chef” an der Matthew Kenney Academy in Oklahoma. „Die Idee der Spezialisierung auf Desserts entwickelte sich dann in Wien. Und daher gibt es seit Oktober 2012 die Simply Raw Bakery“, so Danek im Interview. Seit letztem Jahr sind in ihrem neuen Bistro auch pikante Snacks erhältlich. Mit der animal.fair Card erhaltet ihr in der Simply Raw Bakery 10% Rabatt.

Und noch ein Mutter-Tochter-Gespann macht Furore: Riki Hinteregger und Nina Dellinger führen Wiens erstes Rohkost-Restaurant, das Dancing Shiva. Hier wird auf hohem Niveau vom Frühstück über Mittagessen bis hin zum Degustationsmenü am Abend alles geboten, was das rohvegane Herz begehrt. (5% Rabatt mit der animal.fair Card)

Verteilt auf ganz Österreich gibt es bereits einige Rohkost-Hotspots – sie haben klingende Namen wie crue.art (Cateringservice aus Innsbruck), Daxer Krug (Hotel in Tirol, in dem ganze Rohkostwochen gebucht werden können) oder Juicedeli , Dancing Shiva oder der Raw Shop (Wien). Weitere rohköstliche Optionen findet ihr über den Rohkost-Filter im Shopping Guide.

Die neue vegane Gastro-Szene hat also einiges zu bieten. Den Überblick über die neuesten – und die altbewährten – Adressen behaltet ihr wie immer mit unserem Shopping Guide.

Ein Artikel von Stefanie