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Tierversuche – Zahlen, Daten, Fakten

Labor Forschung
Weltweit werden jedes Jahr mehr als 115 Millionen Tiere in Tierversuchen getötet. Die Dunkelziffer dürfte aber ein Vielfaches betragen, da viele Tiere in den Tierversuchsstatistiken nicht erfasst werden. Die aktuellen Zahlen für Österreich: Im Jahr 2016 ist die Zahl der Tiere, an denen experimentiert wurde, stark gestiegen, auf 236.459. Betroffen sind Mäuse, Ratten, Meerschweinchen, Hamster, Kaninchen, Katzen, Hunde, Pferde, Schweine, Ziegen, Schafe, Rinder, Hühner, Frösche  und Fische. Jedes Einzelschicksal bedeutete Schmerzen, Leiden, Angst, Verzweiflung, Leben im Käfig und in der Regel während oder nach dem Versuch den Tod.
Labor Forschung

Tierliches “Material” wird gewonnen und weiter untersucht, das Versuchstier selbst getötet (Foto: Pixabay, mwooten)

“Tierversuche sind alle für das Tier belastendende, insbesondere mit Angst, Schmerz, Leiden oder dauerhaften Schäden verbundenen experimentellen Eingriffe an oder Behandlung von lebenden Wirbeltieren, die … das Ziel haben, eine wissenschaftliche Annahme zu prüfen, Informationen zu erlangen, einen Stoff zu gewinnen oder zu prüfen oder die Wirkung einer bestimmten Maßnahme am Tier festzustellen”. (§ 2 des Tierversuchsgesetzes, BGBl. Nr. 501/1989).

In folgenden Bereichen werden Tierversuche durchgeführt:

  • Toxikologie – Substanzen sollen auf Wirksamkeit und Schädlichkeit bzw. Sicherheit und Verträglichkeit für Mensch und Umwelt geprüft werden. Das betrifft Chemikalien aller Art für Reinigungsmittel, Farben, Pflanzenschutzmittel und viele andere Bereiche.
  • Forschung – in der Grundlagenforschung werden etwa 30% aller Versuchstiere eingesetzt. Die Grundlagenforschung beschäftigt sich unter anderem mit Fragen der biologischen Abläufe im Organismus und der Entstehung von Krankheiten.
  • Arzneimittel – etwa 20% der Versuchstiere werden in diesem Bereich eingesetzt, der sich mit der Entwicklung und Erprobung von Arzneimitteln und Medizinprodukten für die Human-, Zahn- und Veterinärmedizin beschäftigt. Ein großer Teil der im pharmazeutischen Bereich durchgeführten Tierversuche entfällt auf die Überprüfung von Arzneimitteln betreffend ihre Unbedenklichkeit, Qualität und Wirksamkeit.
  • Ausbildung – Übungs-, Versuchs- und Demonstrationszwecke in der allgemeinen, universitären und beruflichen Aus- und Weiterbildung, vor allem in den Studienrichtungen Biologie, Human- und Veterinärmedizin.
  • Andere Bereiche – Diagnose von Krankheiten wie Tollwut, Prüfung von Schädlingsbekämpfungsmitteln, Untersuchungen in der Raumfahrt und in der militärischen Forschung.

Tierversuchsstatistik

In der Tierversuchsstatistik ist nachzulesen, dass die (nicht nur in Österreich) am häufigsten in den Labors eingesetzte Tierart Mäuse sind – gefolgt von Kaninchen, Ratten, Fischen, Vögeln, Meerschweinchen und Schweinen. Der größte Anteil der Tierversuche schlägt in den Bereichen “Forschung und Entwicklung für Produkte und Geräte der Human-, Zahn- und Veterinärmedizin”, “Herstellung und Qualitätskontrolle von Produkten und Geräten der Human- und Zahnmedizin” und “Biologische Untersuchungen im Bereich der Grundlagenforschung” zu Buche.

Bei der jeweiligen Tierversuchsstatistik ist zu beachten, dass Versuchstiere, deren Versuch noch nicht geendet hat, nicht in der Statistik vertreten sind. Es werden nur jene Versuchstiere erfasst, für die der Versuch in dem betreffenden Kalenderjahr auch (meist tödlich) endet. Und viele Gruppen von Tieren werden statistisch gar nicht erfasst, ist beim Internationalen Bund der Tierversuchsgegner nachzulesen. Nicht mitgerechnet sind:

  • Föten und Embryonen von Säugetieren
  • Sogenannte Sentinel-Tiere (das sind “Anzeiger”-Tiere, die in Bestände eingesetzt werden, um festzustellen, ob darin Infektionserreger vorhanden sind)
  • Getötete Tiere, um Organe und Gewebe zu entnehmen
  • Getötete “überzählige” Versuchstiere
  • Getötete genetisch nicht veränderte Nachkommen
  • Labortiere, bei denen der Experimentator erwartet, dass die Eingriffe keine Schmerzen, Leiden, Ängste oder dauerhafte Schäden verursachen

Links und Quellen:

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