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Tierqual in der Kosmetik – Teil 1 (Tiersubstanzen)

Lippen rot
Stutenmilch, Seidenproteine, Karmin oder Cochenille-Rot (zermalmte Läuse), Schlachtabfälle (tierische Öle) und das Wollfett Lanolin. Das sind nur einige Zutaten in unseren alltäglichen Körperpflege- und Kosmetikprodukten, für die Tiere leiden müssen und/oder getötet werden. Nötig ist keine dieser Zutaten, für sie alle gibt es bessere pflanzliche oder mineralische Alternativen.
Lippen rot

Lippenrot aus Läuse“blut“. (Foto: Pixabay, Bessi)

Überall können Substanzen tierlichen Ursprungs sein

… z.B. in Lippenstiften, Haargels, Parfums und Deodorants, in Shampoos, Cremen oder Lotionen. Nur ein paar Beispiele:

  • Tierliche Fette aus Schlachtabfällen dienen als billige Salbengrundlage oder Fett für Seifen
  • Tierliche Aminosäuren in Shampoos
  • Alpha-Hydroxi-Säure in Antifalten-Cremes
  • Allantoin (Urinsäure von Kühen)
  • Castor (aus den Genitalien von Bibern und Bisamratten) für Parfums und Räucherstäbchen
  • Chitosan (aus der Schale von Krebstieren) für „Diät“-Nahrungsmittel und Mund-, Haar- oder Hautpflege
  • Collagen (aus Gewebe von Wirbeltieren) für Cremes
  • Keratin aus zermahlenen Hörnern, Hufen, Federn, Federkielen und Haaren von verschiedenen Tieren für Haarspülungen, Shampoos, Haarsprays und Dauerwellen
  • Stearic Acid (aus den Mägen von Kühen, Schafen und Schweinen) für Haarspray, Conditioner, Deodorant und Creme. (Stearic Acid kann allerdings auch pflanzlichen Ursprungs sein.)
  • Tierlicher Talg für Rasiercremes, Seifen und Lippenstifte.
  • Lipide (oft tierlichen Ursprungs)
  • Nerzöl für Cremes
  • Murmeltierfett für volksmedizinische Salben
  • Seidenpuder aus dem Kokon der zu Tode gekochten Seidenraupen
  • Karmin als Rot in Lippenstiften (70.000 weibliche Cochenille-Läuse müssen zerquetscht werden um 450g Farbe zu erhalten)
  • Walrat aus dem Kopf und Körper von Pottwalen
  • Echtes Moschus (Sekretion die in schmerzhafter Weise von den Genitalien von Moschusochsen, Bibern, Bisamratten, Zibetkatzen und Ottern gewonnen wird. Wildkatzen werden unter grausamen Bedingungen in Käfige eingesperrt gehalten und in der Genitalgegend geschlagen zur Erzeugung des Geruchs).
  • Außerdem sind viele Vitamin-Beigaben oft tierlichen Ursprungs (Vitamin A, B und D und H sowie Calcium).

Lanolin von gemulesten Schafen aus Australien

Auch Lanolin (Wollfett) sollte gemieden werden. Die Kosmetikhersteller kaufen ihre Zutaten bei großen Rohstofflieferanten ein. Unsere Recherchen haben ergeben, dass es am Rohstoffmarkt kein Lanolin gibt, dass nicht aus Australien, dem weltgrößten Wollproduzenten stammt. Dort werden die Schafe dem grauenhaften „Mulesing“ unterzogen: Ohne Narkose wird ihnen der Schwanz und ein tellergroßes Stück Fleisch mit riesigen Scheren herausgeschnitten. In jedem Kosmetikprodukt, das Lanolin enthält, steckt dieses Tierleid drin. Weitere Hintergrundinformationen dazu findest du in unserem Artikel „Die blutige Spur der Wolle“.

Naturseife

Natur pur – ohne Tierleid geht es auch. (Foto: Pixabay, calouz)

Fazit

Der Ethische Einkaufsführer empfiehlt, vegane Pflege- und Kosmetikprodukte zu kaufen oder auch selbst herzustellen. Manchmal steht „vegan“ auf dem Produkt oder es trägt die Veganblume, ein Kontrollsiegel der Vegan Society, auf das man sich verlassen kann. Ansonsten muss man die INCI-Liste auf dem Etikett (Volldeklaration aller Inhaltsstoffe) durchlesen. Wenn man Glück hat enthält sie neben den lateinischen Fachbegriffen auch die deutschen Übersetzungen. Ein Hilfsmittel sind hier Apps oder auch Listen im Web: siehe unseren Tipp „Tierliches und anderes Unerwünschtes aufspüren“. Wer eine Lieblingsmarke hat, kann sich vom Hersteller auch eine Liste der veganen Produkte schicken lassen. Bio- und Naturkosmetik-Hersteller – und nur solche empfehlen wir – haben diese Listen meist parat und mailen sie auf Anfrage. Und natürlich findest du im Kosmetikkapitel des Ethischen Einkaufsführers sämtliche Marken, deren Produkte mehrheitlich vegan sind (mit Hinweis, welche tierlichen Rohstoffe gegebenenfalls verwendet werden).

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