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Milchprodukte – gut versteckt!

Milch und Milchprodukte zu ersetzen ist an sich nicht schwierig. Allerdings wird jeder, der erst einmal damit angefangen hat, feststellen, dass viele Halbfertig- oder Fertiggerichte sowie Speisen in Restaurants teilweise nur schwer milchfrei erhältlich. Oft ist leider auch die Deklaration äußerst mangelhaft, vor allem bei Brot und Gebäck. Die Palette an möglichen Milchbestandteilen ist groß: ob Topfen, Butter oder Molke in Brot oder Semmeln, Kasein in pflanzlicher Margarine oder Milchpulver in Streuwürzen, Ketchup oder Müslis. Sogar vermeintlich vegetarische Lebensmittel enthalten oft Bestandteile von getöteten Tieren: So wird etwa bei vielen gängigen Käsesorten Lab verwendet, das aus dem Magen von Milchkälbern stammt.

Versteckte Milchbestandteile finden sich in Lebensmittel, Kosmetika, Putzmitteln und Farben (Foto: Pxhere, CC0)

Das Kleingedruckte

Wer sicher gehen will, ein völlig milchfreies Produkt zu konsumieren, muss die Zutatenlisten genau studieren, viel selbst herstellen und im Zweifelsfall beim Hersteller die Volldeklaration erfragen, da Zutaten die weniger als 5% am Gesamtprodukt ausmachen, nicht ausgewiesen werden müssen. Dabei ist meist der persönliche Kontakt (schriftliche Produktanfrage) unerläßlich. Glücklicherweise steigt das vegane Angebot überall, besonders hoch ist es in Biosupermärkten. Was anfangs schwierig erscheinen mag, stellt sich außerdem bald als großer Gewinn heraus: frische und unverarbeitete Lebensmittel – selbst und kreativ zubereitet – ersetzen in der veganen Küche langweiliges und ungesundes Convenience Food.

Gebäck Semmel

Versteckte Milchbestandteile im Gebäck (Foto: Pixabay, anaterate)

Von Milchzucker bis Lab

Nicht immer erkennt man die Milchbestandteile in verarbeiteten Lebensmitteln auf den ersten Blick. Hier ein kompakter Überblick:

Milchzucker (Lactose/Laktose)

Wird aus der Molke von Kuhmilch hergestellt und wird von vielen Menschen nicht gut vertragen. Dennoch wird Milchzucker in zahlreichen Produkten, die von Natur aus keine Milchbestandteile enthalten, aus technologischen Gründen zugesetzt: in Süßwaren, Säuglings- und Diätnahrungsmitteln, Saucen, als Geschmacksträger in Suppen oder als Trägersubstanz für Geschmacksverstärker (etwa in Kartoffelchips). Auch in Augenlotionen, Kosmetika oder Medikamenten kommt Laktose zum Einsatz.

Milcheiweiß (hydrolysiertes Milcheiweiß/lactis proteinum)

Wird aus Kuhmilch hergestellt und als Bindemittel in Backwaren sowie in Kosmetika, Shampoos, Feuchtigkeitscremes, Leim, Kaseinfarben und Kunsthorn verwendet.

Hautcreme

Milcheiweiß und Kasein sind oft auch in Kosmetika enthalten (Foto: Pixabay, chezbeate)

Kasein/Kasinogen

Das Milcheiweiß wird vielen Kosmetikprodukten zugesetzt, wie Gesichtscremen und -masken und Haarpflegeprodukten. Weiters ist es in den meisten Kondomen enthalten. (Vegane Kondommarken findest du hier im Einkaufsführer). Weiters ist Kasein in vielen Klebstoffen und Farben enthalten, leider setzen auch einige ökologische Farbenhersteller Kasein ein. Und manchmal ist Kasein auch in Sojakäsesorten, Salatsaucen und Süßigkeiten zugesetzt.

Lab (Kälberlab/Chymosin/Rennin)

Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus den Enzymen Chymosin und Pepsin, das zum Ausfällen des Milcheiweißes bei der Herstellung von Käse benötigt wird. Lab wird aus dem Labmagen saugender Kälber gewonnen. Lab kann alternativ auch auf mikrobiellem Weg, und damit ohne tierliche Inhaltsstoffe, produziert werden.

Bestandteile von Tieren aufspüren

Zum Glück gibt es sehr praktische Tools, die uns helfen, Zutaten, die vom Tier stammen, aufzuspüren. Tipps und die Links findest du in unserem Artikel „Tierliches und anderes Unerwünschtes aufspüren“.

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