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Lästlinge vergrämen – nicht töten

Nacktschnecke
Wer die Natur ganzheitlich betrachtet, wird auch jenen Lebewesen ein Existenzrecht zugestehen, die er oder sie eigentlich nicht im eigenen Garten sehen will. Die Kategorisierung als Schädling ist vom Menschen getroffen. Auch eine Nacktschnecke ist ein Lebewesen dieser Erde. Ja, sie kann dem Menschen lästig werden, wenn sie die Salatköpfe löchrig frisst. Und wir können sie in dem Zusammenhang als „Lästling“ bezeichnen. Entscheidend ist aber, wie wir mit diesem Lästling, den wir ja loswerden wollen, umgehen. Anstatt sie mit der Gartenschere mitten entzwei zu schneiden oder Schneckenkorn zu streuen, an dem die Tiere langsam und qualvoll sterben, gibt es einen faireren Weg, den Tieren zu signalisieren, dass man auf ihre Gegenwart gerne verzichten würde.
Nacktschnecke

Auch ein Geschöpf dieser Erde. (Foto: Pixabay, MichaelGaida)

Schnecken und andere Lästlinge sollten nicht getötet, sondern vergrämt (ferngehalten oder vertrieben) werden. Wir können hier natürlich nur einige Beispiele und Anregungen anführen:

Vorsorge mit gesunden Pflanzen und gesundem Boden

Wie so oft ist auch hier die beste Methode Vorbeugung. Der Garten sollte weitgehend ökologisch und biologisch angelegt sein. Statt einseitiger Bepflanzung, sollte die Vielfalt gefördert und das eine oder andere Beikraut (wir sprechen bewusst nicht von Unkraut) stehen gelassen werden. Die Natur ist ein Netzwerk, in dem viele Faktoren zusammenspielen. Wir sollten die Natur nicht „ausräumen“, sodass sie nur mehr ein künstlich geschaffener Raum mit ein paar zugelassenen Pflanzenarten ist. Stattdessen treten wir wieder in Kontakt mit dem, was Natur wirklich ist: ein bunter und vielfältiger Lebensraum für viele Lebewesen.

Gifte, synthetische Düngemittel oder Pestizide sollten ausnahmslos tabu sein. Dafür kann die Bodengesundheit mit Kompost und gegebenenfalls mit effektiven Mikroorganismen unterstützt werden. Auch Nützlinge können sowohl im Garten als auch am Balkon mitten in der Stadt gefördert werden, indem ein Nützlingshotel aufgehängt wird. Im Garten kann auch eine Nutzinsektenweide anlegt werden, aber sogar im Balkonkasten lockt sie erwünschte Insekten, die dann Blattläuse und Co. in Schach halten. Und auch Igelhaus und Nistkasten sind im Garten eine Bereicherung und fördern die Vielfalt.

Schnecken abwehren

Bestens eignen sich hier Schneckenzäune, mit denen ein Beet umrahmt werden kann. Auch Hochbeete halten Nacktschnecken etwas ab, zur sicheren Abwehr können auch hier rundherum eigene Leisten angebracht werden. Zudem können Kupferfolien oder Schneckenringe verwendet werden. Eine weitere Möglichkeit sind Nützlinge. So kann ein Igelquartier im Garten aufgestellt werden, da sich Igel von Nackt- und Hausschnecken, aber auch von Larven und Insekten ernähren. Auch Laufenten fressen gerne Schnecken, man sollte sie allerdings nur halten, wenn man den Tieren übers Jahr in der Gruppe ein wirklich artgemäßes und schönes Leben gewährleisten kann. Ansonsten sind auch Spitzmäuse, Maulwürfe, Vögel, Frösche, Kröten sowie Glühwürmchenlarven und verschiedene Laufkäferarten natürliche Fressfeinde von Schnecken oder deren Eiern.

Darüber hinaus gibt es auch tabakhaltige Pulver, denen Schnecken ausweichen. Und der Schutzanstrich Schnexagon sollte die Lästlinge ebenso fernhalten. Wir haben auch von einem Vorschlag gehört, der verrückt klingen mag, aber funktionieren soll: Schnecken einsammeln und an einem ca. 5 km entfernten Ort (Wiese oder Wald) wieder aussetzen. Grundsätzlich gilt aber auch für das „Problem“ Nacktschnecken, dass Vorbeugen eines der besten Abwehrmittel ist: Ein gesunder Boden, möglichst viele verschiedene Pflanzenarten und eine Kolonie von Regenwürmern verderben Nacktschnecken gewöhnlich den Appetit und lassen sie woanders ihre Nahrung suchen.

Wespennest

Ein unerwünschtes Wespennest im Garten? Ein Waspinator schafft tierfreundlich Abhilfe. (Foto: Pixabay, kloxklox_com)

Revier bereits besetzt

Wer im Sommer von Wespen heimgesucht wird, kann einen sogenannten Waspinator aufhängen. Dieses textile Gebilde imitiert ein Wespennest und signalisiert den Wespen, dass dieses Territorium nicht mehr frei ist. (Erhältlich ist der Waspinator etwa bei bio-garten oder biohelp)

Wenn sich Spinnen, Fliegen, Käfer oder anderes Getier in Haus oder Wohnung verirrt haben, muss man sie auch nicht mit der Fliegenklatsche erschlagen oder giftige Substanzen und Insektizide versprühen. Viel humaner ist es, die Tiere mit einem Gerät namens Snapy vorsichtig einzufangen und ins Freie zu befördern. Das funktioniert natürlich auch mit der bekannten Methode mit Glas und einem Stück Papier oder Karton.

Auch Wühlmäuse müssen nicht getötet werden, sondern können mit einem speziellen Gitter unter dem Beet ferngehalten werden.

Wenn es Ameisen „stinkt“

Wenn Ameisen überhand nehmen, kann man ein Streupulver mit Pflanzenduftstoffen und Gesteinsmehlen ausbringen, das Ameisen meiden. Auch Mischungen bestimmter ätherischer Öle halten Ameisen zuverlässig fern. Oder: Außerhalb des Hauses kann ein Ameisenvolk komplett umgesiedelt werden: Einfach einen Blumentopf mit Holzwolle füllen und diesen umgekehrt auf das Nest stellen. Wenn die Ameisen umgezogen sind, den Topf mit einem Spaten aufnehmen und an einen neuen Ort setzen.

Insektenhotel

Stellen Sie in Ihrem Garten Lebensraum für Nützlinge zur Verfügung. (Foto: Pixabay, MonikaP)

Nützlingstourismus

So wie gegen jede Krankheit ein Kraut wächst, gibt es gegen jeden Lästling eine eigene Art von Nützling. Marienkäfer etwa verspeisen Blattläuse, Fledermäuse lieben Gelsen, Igel sind wie bereits erwähnt die natürlichen Fressfeinde von Schnecken, Florfliegen fressen Thripse, Schild- und Blattläuse, Frösche und Kröten nicht nur Fliegen, sondern auch Schnecken. Für alle diese Tiere gibt es sogenannte Nützlingshotels, die man im Garten aufstellen, auf Balkon oder Terrasse aufhängen kann. Diese Quartiere bieten einer oder mehreren Nützlingsarten Unterschlupf oder Unterkunft an.

Wir sollten die Nützlingshotels aber nicht nur aus egoistischen Gründen aufstellen. Viele Tierarten, ob Bienen oder Fledermäuse sind durch die Naturzerstörungen, den um sich greifenden Siedlungs- und Ackerbau bedroht. Mit Nützlingshotels können wir ihre Chance zu überleben erhöhen. Hersteller von Nützlingshotels finden Sie auf unserer Seite unter der Kategorie „Nützlinge und Lästlinge“ sowie hier.

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