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Gütesiegel für Schnittblumen

Tulpen, Blumen
Hier herrscht großer Nachholbedarf. Während Jungpflanzen und Kräutertöpfe bereits sehr oft in Bioqualität angeboten werden und auch Bäume und Gartenpflanzen aus Ökoanbau (etwa in Biobaumschulen) erstanden werden können, ist es derzeit noch wirklich schwer, an Schnittblumen oder Zimmerpflanzen aus kontrolliert biologischem Anbau zu kommen. In Österreich gibt es einen einzigen Bio-Schnittblumenbetrieb und einige Bio-Rosenzüchter. In Blumenläden findet man aber kaum Blumen oder Zierpflanzen aus Bioanbau. In diesem Bereich kann man wenigstens das geringere Übel wählen und Pflanzen kaufen, die mit einem der zwei nachfolgenden Siegel zertifiziert sind. Sie stehen für bessere Arbeitsbedingungen und etwas höhere Umweltstandards.
Tulpen, Blumen

Nur bio ist echte Blumenfreude (Foto: Pixabay, Josef17)

Fairtrade

Das Fairtrade-Siegel bei Blumen garantiert einen Mindeststandard an fairen Arbeitsverhältnissen, Kinderarbeit ist ausgeschlossen. Die Umweltstandards sind aus unserer Sicht zwar nicht zufriedenstellend (das wären sie erst, wenn Bioanbau praktiziert werden würde), sie sind aber zumindest besser als bei nicht-zertifizierten Blumen. Bestimmte hochgiftige Pestizide sind verboten. Die Bestimmungen sehen auch eine Reduktion der verwendeten Pestizide vor und ökologischer Landbau soll zumindest gefördert werden. In Österreich sind vor allem Fairtrade-Rosen in Supermärkten erhältlich, im Blumenhandel leider nicht.


FFFP – fair flowers fair plants

Dieses niederländische Label verspricht nachhaltig gezüchtete Blumen und Pflanzen. Es geht sicher nachhaltiger (zum Beispiel mit kontrolliert biologischem Anbau), aber immerhin: teilnehmende Betriebe müssen weltweit gültige soziale und gewisse ökologische Standards einhalten. Diese beinhalten das Verbot von hochgiftigen Pestiziden und einen reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, Düngemitteln, sowie Energie und Wasser. Unter dem Titel „fair trees fair plants“ gibt es ein Schwester-Siegel für Baumschulen, das ähnliche Umweltkriterien und Sozialstandards vorschreibt.


Fazit

Alles in allem stellen die zwei Labels lediglich einen Mindeststandard dar – in einem Bereich, wo es bis heute nur wenige Alternativen gibt. Wir empfehlen deshalb, wann immer möglich, Pflanzen aus Bioanbau von heimischen Betrieben zu kaufen – oder heimische Wiesenblumen zu pflücken – achtsam und natürlich keine geschützten.

Und: es muss ja nicht immer ein Blumenstrauß sein, den man mitbringt. Wie wäre es zum Beispiel mit Biokräutern in einem hübschen Keramiktopf, oder – ebenso als Topfpflanze aus Bioanbau erhältlich – Duftpelargonien!?

Und alle in Graz und Umgebung Wohnenden haben den Luxus, sich von Österreichs einzigem Bioschnittblumen-Betrieb Vom Hügel versorgen lassen zu können.

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