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Eingeschränkt und nicht empfohlene Reinigungsmittelmarken

Sprühflasche mit Reinigungsmittel
Bei den im Ethischen Einkaufsführer empfohlenen Reinigungs- und Waschmittelmarken muss gewährleistet sein, dass schlimmste Misshandlungen von Tieren ausgeschlossen sind. Um möglichst transparent darzustellen, warum wir manche ökologische Reinigungsmittelmarken – gegen die auf den ersten Blick nichts spricht – dennoch nicht oder nur eingeschränkt empfehlen, haben wir diese Marken und die Gründe dafür im folgenden kompakt zusammengefasst.
Sprühflasche mit Reinigungsmittel

Der Ethische Einkaufsführer hat strenge Kriterien (Foto: pixabay, User: Projekt_Kaffeebart)

Kriterien für eine eingeschränkte Empfehlung

Als eingeschränkt empfehlenswert haben wir jene Hersteller gereiht, …

  • die nur wenige vegane Produkte im Sortiment haben (weniger als 80%).
  • bei denen es sich nicht um echte ökologische Produkte handelt, da sie neben hochwertigen Rohstoffen trotzdem noch synthetische Duft- und/oder Konservierungsstoffe (Parabene) verwenden.

Konventionelle Putzmittelmarken empfehlen wir generell nicht, diese sind hier auch nicht angeführt. Unter den ökologischen bzw. naturnahen Putzmittelmarken sind die folgenden nur eingeschränkt empfehlenswert.

Eingeschränkt empfehlenswerte Reinigungs- und Waschmittelmarken

Reinigungsmittelmarke Grund der Einschränkung Weitere Details zur Marke
bi good Verwendung synthetischer Duftstoffe Nur vegane Inhaltsstoffe.
Zertifizierungen: EU-Ecolabel, Österreichisches Umweltzeichen, Veganblume
Claro (claro products GmbH) Verwendung synthetischer Duftstoffe, teilweise Konservierungsstoffe Nur vegane Inhaltsstoffe, palmölfrei.
Zertifizierungen: EU-Ecolabel, Österreichisches Umweltzeichen
Denkmit nature Verwendung synthetischer Duftstoffe Nur vegane Inhaltsstoffe.
Zertifizierung: Teilweise EU-Ecolabel
Ecover 1. Verwendung synthetischer Duftstoffe.

2. Ecover wurde vom multinationalen Konzern SC Johnson gekauft. Dieser stellt zahlreichen konventionelle Reinigungs- und Hygieneprodukte her.

Die Produkte der Linie “Ecover Essential” sind Ecocert-zertifiziert, vegan und enthalten nur natürliche Duftstoffe.
Die übrigen Produkte von Ecover enthalten großteils synthetische Duftstoffe und sind nur zum Teil Ecocert-zertifiziert. Bis auf “Geschirrspülmittel Kamille & Molke” sind alle Produkte vegan.
Alle Produkte tragen das Leaping Bunny-Siegel.
Frosch 1. Verwendung synthetischer Duft- und Konservierungsstoffe

2. Die Marke Frosch gehört zum Chemiekonzern Werner & Mertz.

Nur vegane Inhaltsstoffe.
Zertifizierungen: EU-Ecolabel, teilweise V-Label
Immer grün (Merkur) Verwendung synthetischer Duft- und Konservierungsstoffe Nur vegane Inhaltsstoffe.
Zertifizierung: V-Label
Sanoll Nur 2 Reinigungsprodukte: beide nicht vegan Tierlicher Inhaltsstoff: Molke
Splendid nature (Spar) Verwendung synthetischer Duftstoffe. Die Handelsmarke wird von Pernauer Chemiewerke hergestellt. Nur vegane Inhaltsstoffe.
Zertifizierungen: EU-Ecolabel, Österreichisches Umweltzeichen

Welche Kriterien die von uns empfohlenen Wasch- und Reinigungsmittelmarken erfüllen müssen, findest du in unserem ausführlichen Kriterienkatalog. Und hier geht es zur Liste der im Ethischen Einkaufsführer empfohlenen Wasch- und Reinigungsmittelmarken.

Ausschlusskriterien

Von uns nicht empfohlene Reinigungsmittelmarken sind solche

  • Lanolin aus Australien oder Neuseeland in mehr als 2 Produkten verwenden. Lanolin aus Australien bedeutet, dass es von Tieren stammt, die schwerst misshandelt und verstümmelt wurden. Sie wurden dem sogenannten Mulesing unterzogen. Damit ist dieser Rohstoff mit Tierqual verbunden. Und mit der Verwendung dieses Rohstoffs finanzieren Reinigungsmittelhersteller und letztlich deren KonsumentInnen die australischen Schafzüchter, die an dieser Praxis festhalten.
  • die bei Neuentwicklungen für unbekannte bzw. nicht registrierte Stoffe Toxizitätstests nach der REACH-Verordnung durchführen. REACH (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) ist eine EU-Chemikalienverordnung, die am 1. Juni 2007 in Kraft trat. Sie schreibt Toxizitätstests vor, um die gesundheitlichen und umwelttechnischen Gefahren von Chemikalien zu bewerten. Opfer dieser Tests sind Millionen Meerschweinchen, Kaninchen, Fische, Vögel, Ratten und Mäuse. Neue Chemikalien werden seit 1981 vor Marktzulassung nach bestimmten Mustern getestet – ohnehin auch meist in Tierversuchen. Mit REACH werden nun auch die Altchemikalien “nachgetestet”. Betroffen sind u. a. Wasch- und Reinigungsmittel sowie Inhaltsstoffe von Kosmetika, Textilfarben, Lacke, Pflanzenschutzmittel oder Arzneimittel. Näheres dazu hier.
  • bei denen mehrere einschränkende Faktoren zusammenkommen.

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