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Eingeschränkt und nicht empfohlene Kosmetikmarken

Bei den im Ethischen Einkaufsführer empfohlenen Kosmetikmarken muss gewährleistet sein, dass schlimmste Misshandlungen von Tieren ausgeschlossen sind. Um möglichst transparent darzustellen, warum wir manche Naturkosmetikmarken – gegen die auf den ersten Blick nichts spricht – dennoch nicht oder nur eingeschränkt empfehlen, haben wir diese Marken und die Gründe dafür im folgenden kompakt zusammengefasst.

Der Ethische Einkaufsführer hat strenge Kriterien (Foto: pxhere, CC0)

Kriterien für eine eingeschränkte Empfehlung

Als eingeschränkt empfehlenswert haben wir jene Hersteller gereiht, die …

  • nur wenige vegane Produkte im Sortiment haben (weniger als 70%).
  • bei denen es sich nicht um echte Naturkosmetik handelt, die also neben hochwertigen Rohstoffen trotzdem noch synthetische Konservierungsstoffe (Parabene), Paraffine (Erdölderivate) oder synthetische Duftstoffe verwenden.

Ausschlusskriterien

Unter von uns nicht empfohlene Reinigungsmittelmarken finden Sie jene, …

  • die in China registriert sind, da für die Produktregistrierung in China überlicherweise Tierversuche vorausgesetzt werden.
  • die Lanolin aus Australien oder Neuseeland in mehr als 2 Produkten verwenden. Lanolin aus Australien bedeutet, dass es von Tieren stammt, die schwerst misshandelt und verstümmelt wurden. Sie wurden dem sogenannten Mulesing unterzogen. Damit ist dieser Rohstoff mit Tierqual verbunden. Und mit der Verwendung dieses Rohstoffs finanzieren Reinigungsmittelhersteller und letztlich deren KonsumentInnen die australischen Schafzüchter, die an dieser Praxis festhalten.
  • bei denen mehrere einschränkende Faktoren zusammenkommen, etwa eine Marke keine echte Naturkosmetik ist und zusätzlich auch noch Stutenmilch verarbeitet.

Hinweis: Konventionelle Kosmetik, auch Drogerie- oder Industriekosmetik genannt, wird im Ethischen Einkaufsführer von vornherein nicht in Betracht gezogen, da diese vor allem synthetische Rohstoffe enthalten, oft auch Rohstoffe von toten Tieren sowie sehr oft zu Konzernen gehören, die Tierversuche in Auftrag geben. Einige haben wir dennoch angeführt, weil wir öfters danach gefragt wurden.

Eingeschränkt empfehlenswerte Kosmetikmarken

Kosmetikmarke Grund der Einschränkung Weitere Details zur Kosmetikmarke
Annemarie Börlind, Tautropfen nur ca. 65% aller Produkte sind vegan Tierliche Inhaltsstoffe: Bienenwachs, Schellack, Milchprotein, Honig. Australisches Lanolin in einem Produkt der zum Konzern gehörenden Marke Dado Sens.
Zertifizierung: ECO-Control; Tautropfen: BDIH.
Beauty without cruelty Keine reine Naturkosmetik Alle Produkte sind vegan.
Zertifizierung: Leaping Bunny; PETA-Positivliste.
Bioturm Nur 40% der Produkte sind vegan Tierliche Inhaltsstoffe: Molke, Bienenwachs, Honig. Australisches Lanolin in einem Produkt.
Zertifizierung: BDIH; PETA-Positivliste.
Bulldog Keine reine Naturkosmetik Alle Produkte sind vegan.
Zertifizierung: Leaping Bunny.
Couleur Caramel Nur 60% der Produkte sind vegan Tierliche Inhaltsstoffe: Bienenwachs, Karmin. Palmöl aus konventionellem Anbau
Zertifizierung: Leaping Bunny.
Dr. Baumann Keine reine Naturkosmetik Wenige nichtvegane Produkte (mit Propolis) werden abverkauft.
Zertifizierung: PETA-Positivliste.
Ponyhütchen Keine reine Naturkosmetik, Verwendung synthetischer Duft- und Konservierungsstoffe Alle Produkte sind vegan. Palmölfrei.
Sanoll Nur 57% der Produkte sind vegan. Kuh- und Ziegenmilch (kbT). Stutenmilch (kbT) in Lohnarbeit für eine andere Marke. Weitere tierliche Inhaltsstoffe: Honig, Bienenwachs, Propolis, Schellack.
Vorbildliche Kennzeichnung der Produkte auf Homepage (vegan und Bioanteil). Palmölfrei.
Zertifizierung: Austria Bio Garantie; IHTK-Siegel gegen Tierversuche.
Styx Stutenmilch, Ziegenmilch; keine reine Naturkosmetik. Auf unsere neue Anfrage wurde nicht reagiert (Stand: Dezember 2017) Schrittweiser Umstieg auf Naturkosmetik geplant.
Zertifizierung: Derzeit bereits teilweise nach Ecocert; IHTK-Siegel gegen Tierversuche.
TattooMed Keine reine Naturkosmetik Alle Produkte sind vegan. Palmölfrei.
The Organic Pharmacy Nur 10-20% der Produkte sind vegan Zertifizierung: Soil-Association.

Von uns nicht empfohlene Kosmetikmarken

Kosmetikmarke Grund für Nichtempfehlung Weitere Details zur Kosmetikmarke
Alverde Australisches Lanolin; auf unsere neue Anfrage wurde nicht reagiert (Stand: Dezember 2017) Eigenmarke von DM-Drogeriemarkt. Sehr viele Produkte sind mit der Veganblume zertifiziert. Leider reagierte das Unternehmen auf unsere Anfrage wenig kooperativ. Weitere tierliche Inhaltsstoffe wurden nicht bekanntgegeben, auch kein Prozentsatz der veganen Produkte. Auf mehrmalige Nachfrage wurde lediglich auf die Homepage und NaTrue-Zertifizierung verwiesen. Auf die Frage der Verflechtung zwischen den Dalliwerken, welche die Alverde-Produkte herstellen, und dem Pharmaunternehmen Grünenthal GmbH wurde betont, es handle sich um zwei eigenständige Unternehmen.
Angana (Grüne Erde Naturkosmetik)  Stutenmilch, Ziegenmilch, Lanolin aus Neuseeland in min. 6 Produkten Weitere tierliche Inhaltsstoffe: Honig, Bienenwachs, Schellack.
Zertifizierung: NaTrue.
Athanor Produktregistrierung in China (und damit nicht tierversuchsfrei!); auf unsere neue Anfrage wurde nicht reagiert (Stand: Dezember 2017) Alle Produkte sind vegan. Großteils bio.
Zertifizierung: Ecocert.
Belmar Produktregistrierung in China (und damit nicht tierversuchsfrei!); auf unsere neue Anfrage wurde nicht reagiert (Stand: Dezember 2017) Großteils vegan. Weitere tierliche Bestandteile: Honig.
Zertifizierung: NaTrue; IHTK-Siegel gegen Tierversuche.
Benecos Nur 53% aller Produkte sind vegan; Australisches Lanolin Weitere tierliche Inhaltsstoffe: Bienenwachs, Karmin.
Zertifizierung: BDIH; PETA-Positivliste.
Bioemsan Nur 64% aller Produkte sind vegan; Lanolin wird in 3 Produkten eingesetzt Weitere tierliche Inhaltsstoffe: Bienenwachs, Propolis.
Zertifizierung: Autria Bio-Garantie.
Die Kosmetikbude Keine Naturkosmetik (synthetische Konservierungsstoffe) Alle Produkte sind vegan.
Zertifizierung: PETA-Positivliste.
Dr. Hauschka Nur ca. 35% aller Produkte sind vegan; Lanolin aus Südamerika in mehreren Produkten Weitere tierliche Substanzen: Bienenwachs, Laktose, Milcheiweiß, Propolis, Honig, Honigwabe, Seidenpulver, Süßwasserperle, Gelée Royale/Weiselsaft und Karmin.
Zertifizierung: NaTrue oder BDIH; PETA-Positivliste.
L’Occitane en Provence Produktregistrierung in China (und damit nicht tierversuchsfrei!) Ist keine Naturkosmetik, Einsatz von hormonell wirksamen Chemikalien.
Logona, Sante Das Unternehmen hat animal.fair gegenüber angekündigt, das verwendete australische Lanolin in den Rezepturen zu ersetzen. Leider hat man aber noch keine Alternative gefunden, weshalb wir die Marken von Logocos (Logona, Sante, NeoBio, Heliotrop, u.a.) nicht uneingeschränkt empfehlen können (Stand: Dezember 2017) Weitere tierliche Inhaltsstoffe: Karmin, Seidenhydrolat, Schellack, Bienenwachs, Honig. Ca. 90% des Sortiments vegan. Zertifizierung: PETA-Positivliste; Sante: NaTrue, Logona: BDIH.
Lush Lanolin aus Neuseeland in 14 Produkten; ist keine Naturkosmetik (synthetische Duft- und Konservierungsstoffe) Weitere tierliche Inhaltsstoffe: Eier, Honig, Bienenwachs. Seit langem engagiert gegen Tierversuche.
Zertifizierung: Viele Produkte tragen die Veganblume (ca. 83%); PETA-Positivliste.
Mani Nur ca. 50% aller Produkte sind vegan; australisches Lanolin in min. 3 Produkten Weitere tierliche Inhaltsstoffe: Bienenwachs.
Zertifizierung: Austria Bio-Garantie.
Martina Gebhardt Nur ca. 40% aller Produkte sind vegan; australisches Lanolin Weitere tierliche Inhaltsstoffe: Bienenwachs, Propolis.
Zertifizierung: Demeter; IHTK-Siegel gegen Tierversuche.
Melvita Bio-Linie des Konzerns L’Occitane en Provence. Tierliche Inhaltsstoffe: Bienenwachs, Propolis.
Zertifizierung: Ecocert
Provida Organics Australisches Lanolin in ca. 10 Produkten Weitere tierliche Inhaltsstoffe: Gelée Royale, Bienenwachs, Honig, Schellack. Ca. 95% vegan.
Zertifizierung: Demeter; Leaping Bunny.
REN Skincare Gehört zum Unilever-Konzern, der mit Tierversuchen in Zusammenhang gebracht wird. Britische Luxus-Naturkosmetik. Nur zwei Produkte enthalten tierliche Substanzen: Kuhmilch und Bienenwachs.
The Body Shop Ist keine Naturkosmetik, Verwendung von Mikroplastik in einigen Produkten, synthetisch chemische Inhaltsstoffe. L’Oréal verkaufte das Unternehmen 2017 an den brasilianische Kosmetikhersteller Natura Cosméticos S.A.
Weleda Nur ca. 60% aller Produkte sind vegan. Australisches Lanolin in mehreren Produkten, Ziegenmilch.
(Tierversuche für Arznei können nicht ausgeschlossen werden)
Weitere tierliche Inhaltsstoffe: Bienenwachs, Laktose.
Zertifizierung: NaTrue.
Yves Rocher Produktregistrierung in China (und damit nicht tierversuchsfrei!) Ist keine Naturkosmetik, Verwendung von Mikroplastik in einigen Produkten, synthetisch chemische Inhaltsstoffe.

Welche Kriterien die von uns empfohlenen Kosmetikmarken erfüllen müssen, findest du in unserem ausführlichen Kriterienkatalog. Und hier geht es zur Liste der im Ethischen Einkaufsführer empfohlenen Natur- und Biokosmetikmarken.

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