Infothek WissenWissen

Die Kennzeichnung der Eier

Eier
EU-weit gilt die verpflichtende Kennzeichnung für Schalen-Eier. Seit 2004 müssen frische Schalen-Eier in der europäischen Union einen Stempel tragen, der Auskunft darüber gibt, aus welcher Haltungsform die Eier stammen. Leider gibt es bei verarbeiteten Lebensmitteln wie Nudeln, Backwaren und Fertiggerichten keine Kennzeichnungspflicht, weshalb hier auch sehr oft billige Käfigeier verarbeitet werden.
Eier

Mit der 3 im Code: frisch aus der Legebatterie (Foto: Pixabay, bhaag0919)

0 bedeutet :-)   3 bedeutet :-(((

Der Erzeugercode für Schaleneier setzt sich folgendermaßen zusammen:

0-AT-1234567

  • Die erste Ziffer gibt Auskunft über die Haltungsform
:
    0 = Biohaltung
    1 = Freilandhaltung
    2 = Bodenhaltung
    3 = Käfighaltung
  • Die Buchstaben geben Auskunft über das Herkunftsland:
    AT = Österreich; D = Deutschland usw.
  • Die letzten sieben Ziffern sind die Betriebsnummer des Bauern.

Mehlspeisen, Backwaren, Nudeln, Fertiggerichte: fast immer mit Käfigei

Aktuell werden laut Landwirtschaftsministerium in Österreich rund 1,6 Milliarden Schalen-Eier pro Jahr verzehrt. In Supermärkten werden so gut wie keine Eier aus Käfigbatterien verkauft, anders sieht es aber auf Großmärkten und in manchen asiatischen und türkischen Geschäften. Manchmal werden sogar auf Bauernmärkten nicht oder falsch deklarierte Eier entdeckt. Gänzlich unbefriedigend ist die Situation bei Fertigprodukten. Verarbeitete Lebensmittel und Fertiggerichte unterliegen nicht der Kennzeichnungspflicht. In der Regel kann davon ausgegangen werden, dass in den meisten Mayonnaisen, Eiernudeln, Mehlspeisen und Backwaren sowie Fertiggerichten billige Käfigeier verwendet werden – so nicht explizit auf dem Etikett steht, aus welcher Quelle die Eier stammen. Wenn der Hersteller Eier aus Freiland- oder Bodenhaltung verwendet, dann schreibt er das meist auch auf die Verpackung, weil es ja ein Argument für sein Produkt ist. Wenn nichts dergleichen draufsteht, kann man davon ausgehen, dass Käfigeier verwendet wurden. Bezeichnungen wie “Voll-Ei-Pulver”, “Flüssigei” u.ä sind nur Verarbeitungsformen von Käfigeiern.

Huhn Ei Käfig

Käfighaltung oder doch nicht? (Foto: Pixabay, cnort)

Keine Ei-tel Wonne

Bei den 1,6 Milliarden Schalen-Eiern, die in Österreich jedes Jahr verzehrt werden, sind die Abermillionen verabeiteten Eier nicht eingerechnet. Diese werden – nach Dotter und Eiklar getrennt – in riesigen Plastibeuteln oder Eimern von der Landwirtschaftsindustrie an die Lebensmittelindustrie geliefert: für Mehlspeisen, Backwaren, Nudeln und Fertiggerichte. Kein Bäcker schlägt heutzutage mehr ein Schalen-Ei auf, kein Rezept enthält eine Eier-Anzahl als Zutaten-Angabe, hier wird in Kilogramm gerechnet. Der Großteil dieser billigeren Eier und Eibestandteilen stammt aus dem Ausland: Aus Käfighaltung und aus Ländern, wo das Schnabel-Kupieren (das allerdings auch in Österreich noch nicht generell verboten wurde) gang und gäbe ist. Dabei wird die Schnabelspitze abgetrennt – ein schmerzhafter Vorgang, da viele Nervenbahnen in der Schnabelspitze, dem wichtigsten Tastorgan des Huhns, zusammenlaufen.

Nachfrage schafft Angebot

Großbetriebe und die Gastronomie greifen überwiegend auf die billigeren Käfig-Eier zurück, denn leider können weiterhin Käfig-Eier aus dem Ausland in Österreich verkauft werden. Die EU konnte sich weder zu einem Verbot der Käfighaltung durchringen. Sie setzt im Gegenteil weiterhin voll auf die Käfighaltung. Die Verbesserungen, man spricht jetzt von ausgestalteten Käfigen, sind marginal: Die Käfige sind nur ein paar Zentimeter größer als jene der früheren Legebatterien. Die von Tierschützern schon seit langer Zeit geforderte verpflichtende Kennzeichnung aller Lebensmittel, die Eier enthalten, wurde nicht umgesetzt.

Also sind die KonsumentInnen gefordert! Unsere Empfehlung: Verlange in Restaurants und Hotels immer Bioeier oder Freilandeier. Wähle bei Fertigprodukten eifreie oder nur solche, auf deren Verpackung dezitiert auf Freilandeier hinweisen wird; noch besser sind auch hier zertifizierte Bioprodukte.

Dieser Artikel ist zugeordnet zu Lokale & HotelsLebensmittel

MassentierhaltungHühnerEierKennzeichnung