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Das steckt in konventionellem Tierfutter

Ähnlich wie beim Menschen beeinflusst auch bei Tieren die Ernährung Gesundheit und Lebenserwartung. Ein artgerechtes und biologisches Futter ist dafür die beste Voraussetzung. Deshalb empfiehlt animal.fair kein konventionelles (das übliche in Supermärkten und Zoohandlungen) erhältliche Katzen- und Hundefutter. Konventionelles Tierfutter ist schlichtweg kein gesundes Futter, enthält neben Konservierungs- und Lockstoffen auch Fleisch und Schlachtabfälle der Massentierhaltung. Darüber hinaus lassen viele große Hersteller dafür grausame Tierversuche durchführen.

Mhhh, das schmeckt – aber ist es auch gesund? Foto: Pixabay (cherylholt)

Zutaten oder Abfallentsorgung?

Gensoja, Lockstoffe, Konservierungsstoffe, minderwertigstes und verdorbenes Fleisch gehören zu den gängigen „Zutaten“ im handelsüblichen Tierfutter. Auf der Verpackung finden sich so beschönigende Worte wie „zartes Geflügel“, was nichts anderes bedeutet als Schlachtabfälle von Puten, Hühnern und tote Küken – zu Brei verarbeitet. Als „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ deklariert werden dürfen auch Knorpel oder Zwerchfell sowie Tiermehl, Knochenmehl, Gelatine, Hufe, Haare, Hörner und Urin. Es handelt sich dabei also vorrangig um Schlachtabfälle von Tieren aus grausamster Massentierhaltung. Verarbeitet werden oft auch tiefgekühlte Fleischblöcke nicht nachvollziehbarer Herkunft. Aber selbst so genannte „pflanzliche Nebenerzeugnisse“ sind im Grunde meist nichts anderes als Pressrückstände aus der Ölherstellung, von Mais und Soja oder Sägemehl.

Wer beim Futter spart, zahlt für Medikamente und Tierarzt

Neben Kosteneffizienz stehen Haltbarkeit, Verträglichkeit und Akzeptanz bei konventionellem Tierfutter im Vordergrund. Das bedeutet, dass die ohnehin minderwertigen Rohstoffe künstlich behandelt werden. Hier schöpft die Tiermittelindustrie aus der vollen Palette künstlicher Nahrungsmittelstoffe: Aromen, Geschmacksverstärker, Konservierungs- und Farbstoffe (letztere u.a. auch um dem Kot des Haustieres eine appetitliche Farbe zu geben) sind gängige Zutaten. Nicht enthalten sind hingegen wertvolle und krankheitsvorbeugende Inhaltsstoffe wie Antioxidantien, die dem Alterungsprozess entgegen wirken, oder Glucosamin, das arthrosevorbeugend wirkt, wie sie sich in biologischer bzw. Premium-Tiernahrung wiederfinden. Die minderwertigen Rohstoffe sind auch schuld daran, dass immer mehr Hunde und Katzen unter Diabetes, Herzkrankheiten, Allergien, Athrose und Krebs leiden – allesamt Krankheiten, die auch beim Menschen bewiesener Maßen mit der (falschen) Ernährung in Zusammenhang stehen.

Wer sein Tier mit konventionellem Tierfutter ernährt, unterstützt außerdem automatisch aktiv die Fleischindustrie. Fast ein Drittel dieser grausamen Nahrungsproduktion wird als „Schlachtabfall“ für die Tiernahrung verarbeitet, was die Wirtschaftlichkeit solcher Betriebe fördert. Sogenanntes Premium-Futter, das meist einen höheren Anteil an Fleisch oder Fisch verspricht, garantiert jedoch keinesfalls, dass die verarbeiteten Rohstoffe pestizid- und antibiotikafrei sind. Außerdem fördert man mit dem Kauf von konventionellem Tierfutter die gängige und grausame Praxis der Futterkonzerne, ihre Mischungen und Zusatzstoffe an Tieren zu testen. (Siehe Info „Tierversuche für Tierfutter“)

Katze fressend

Sie schmeckt den Unterschied, Foto: Pixabay (NatashaG)

Unser Tipp

Sehen Sie sich den Inhalt einer Dose mit konventionellem Futter einmal genau an. Erkennen Sie – außer Erbsen – irgendetwas vom Inhalt, gibt es Fleischfasern, wie man sie kennt, wenn man etwa einen Fleischeintopf zubereitet? Und wie riecht der Doseninhalt, dreht es Ihnen den Magen um? Und dann öffnen Sie die Dose eines hochwertigen Biofutters (empfehlenswerte Marken finden Sie hier im Ethischen Einkaufsführer). Sie werden den Unterschied sofort erkennen! Außerdem: Tierfutter, das nichts zu verbergen hat, listet die Zutaten einzeln und vollständig auf.

Der Vergleich macht Sie sicher

So sieht etwa die Inhaltsbeschreibung einer Futterdose eines bekannten konventionellen Herstellers aus: „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (u.a. 4% Ente), Getreide, Gemüse (u.a. 4% grüne Erbsen), pflanzliche Nebenerzeugnisse, pflanzliche Proteinextrakte, Mineralstoffe.“

Mit dieser Beschreibung wird verschleiert, dass der Hauptinhalt tierische und pflanzliche Abfallprodukte sind – aufgefettet durch künstliche Vitamine und Mineralstoffe.

Und so sieht die vollständige Auflistung der Inhaltsstoffe auf einer Dose mit hochwertigem Biofutter aus: „75% Fleisch (Bio-Putenfleisch*, Herzmuskelfleisch von der Bio-Pute*), Bio-Möhren*, Bio-Zucchini*, Bio-Hirse*, Bio-Putenleber*, Bio-Eierschalenpulver* (*aus kontrolliert biologischem Anbau / Landwirtschaft)“

Neben dem Aspekt, dass bei der Herstellung von biologischer Tiernahrung keine Rohstoffe aus Massentierhaltung zum Einsatz kommen, wird grundsätzlich auf Zumischung unbehandelter Rohstoffe geachtet. In diesen Futtersorten finden sich außerdem weder mit Herbiziden oder Pestiziden behandelte pflanzliche Inhaltsstoffe, noch künstliche Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel.

Hund Knochen

Nagen an einem Knochen ist gut für die Zahngesundheit, beschäftigt und stärkt die Kaumuskulatur, Foto: Pixabay (2211438)

Zu teuer?

Selbstverständlich kostet Biofutter mehr als der Frischhaltebeutel oder die Dose aus dem Supermarkt. Dafür braucht man aber auch nicht so große Mengen an Futter wie von konventionellem Futter. Da dieses mit billigen Füllstoffen wie Soja gestreckt wird, muss das Tier mehr fressen, um an die notwendige Ration an Fleisch zu kommen. Bei naturbelassenem Biofutter kommen Sie mit geringeren (dafür aber gehaltvolleren) Futterrationen aus, was den Preisunterschied verringert. Und wie gesagt: Gesund ernährte Tiere sparen Tierarztkosten!

Was ist uns wichtig?

Die von uns empfohlenen Tierfuttermittel-Erzeuger müssen zumindest eine der beiden folgenden Kriterien erfüllen: Sie müssen biologisches und/oder veganes Futter (vn/nur für Hunde) herstellen. Da die Vorschriften für biologische Tierhaltung aber leider in Wahrheit nur bedingt artgerechte Tierhaltung bedeuten, muss unterschieden werden, mit  welchem Gütesiegel das jeweilige Futter zertifiziert ist. Eine wirklich objektive Bewertung ist aufgrund der vielen Faktoren schwierig. So sind z.B. die den Tierschutz betreffenden Auflagen, die „Bioland“ erfüllt, strenger als jene die erfüllt werden müssen, um das Biosiegel der Europäischen Union zu bekommen. Positiv bewerten wir es, wenn ein Hersteller auf Regionalität (Fleisch aus der Region) setzt. Dadurch bleiben den Tieren lange Transportwege zum Schlachthof erspart.

Gemeinsam haben alle in unserem Ethischen Einkaufsführer aufgezählten Futterhersteller: Sie machen keine Tierversuche und geben keine in Auftrag. Und sie stellen ihr Futter tier- und umweltfreundlicher her als herkömmliche Futterlieferanten. Erhältlich sind viele der angeführten Futtermarken über das Internet – entweder im Onlineshop des Herstellers oder in Spezialshops für Tierfutter und Zubehör. Es gibt auch reine Bio-Shops, die wir ebenfalls für Sie zusammengefasst haben. Der Vorteil des Einkaufs im Onlineshop: Es können größere Mengen und diese mitunter auch günstiger bestellt werden und die schweren Waren müssen nicht nach Hause  getragen werden. Für jene, die selber kochen oder barfen, haben wir ein paar Adressen aufgenommen, wo Sie Biofleisch von am Hof geschlachteten Tieren beziehen können.

Buchtipp

  • „Katzen würden Mäuse kaufen: Schwarzbuch Tierfutter“ von Hans-Ulrich Grimm, ISBN: 3453600973

Onlineshops für Bio-Haustierfutter

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