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Wer weiß, dass ein Drittel der weltweit jedes Jahr hergestellten Chemikalien in die Textilindustrie wandert, bekommt eine Vorstellung davon, wie umweltschädlich und gesundheitlich bedenklich die konventionelle Textilbranche ist. Deshalb empfehlen wir auch, dieser den Rücken zu kehren und auf pflanzlichen Fasern umzusteigen, etwa Biobaumwolle, Hanf, Leinen oder die Pflanzendaune Kapok. Für jeden Einsatzbereich gibt es passende tierleidfreie Alternativen. Wer Daunen, Leder und Wolle im Regal lässt, sendet ein unmissverständliches Signal an die Hersteller und den Markt.
Kapok Pflanzendaune

Bettdecken gefüllt mit der Pflanzendaune Kapok – darunter schläft es sich mit gutem Gewissen (Foto: Wikimedia Commons, CC0)

Ökofaire Heimtextilien mit erwünschten Nebenwirkungen

Wolle und Daunen lassen sich ganz leicht durch pflanzliche Fasern aus Bioanbau oder Wildsammlung ersetzen. Das bringt gleich mehrere Vorteile:

  • Pflanzliche Textilien sind umweltfreundlicher, damit reduzierst du deinen ökologischen Fußabdruck
  • Jedes Tier weniger in der Intensivhaltung ist auch ein Beitrag im Kampf gegen die Erderwärmung
  • Mindestens einem Tier wurden Schmerzen und Ausbeutung in der Massentierhaltung erspart
  • Zertifizierte Biotextilien werden unter sozialverträglichen Arbeitsbedingungen hergestellt
  • An deine Haut gelangen keine bedenklichen Chemierückstände

Im Ethischen Einkaufsführer findest du – laufend aktualisiert – sämtliche Geschäfte und Onlineshops, die Bio-Heimtextilien anbieten. Woran du sie erkennst, erfährst du im Artikel „Gütesiegel für Eco Fashion und Bio-Heimtextilien“.

Nachfolgend findest du die ganze Fülle an tierfreundlichen, nachhaltigen Materialien. Ausführliche Beschreibungen zu den Eigenschaften dieser Textilfasern findest du im Artikel „Warenkunde nachhaltiger Textilien“.

… statt konventioneller Baumwolle

Biobaumwolle! Die beliebteste Textilfaser aus kontrolliert biologischem Anbau gibt es längst in allen nur erdenklichen Varianten: als hauchzartes Gewebe, Frottee, Canvas, Jersey bis hin zu Plüsch. Angebot an biologischer Bettwäsche, Frotteewaren, Kuscheldecken, Yogakissen und -matten, Zierkissen und weiteren Wohnaccessoires ist bereits groß. Hier im Einkaufsführer sind die vielen Geschäfte und Anbieter gelistet. Für heiße Sommernächte gibt es auch Bettwäsche aus Biobaumwoll-Satin oder sogar Tencel, der umweltfreundlichen, in Österreich entwickelten Cellulosefaser. Etwas rustikaler, aber angenehm kühl ist Bettwäsche aus Leinen.

Baumwolle

Biobaumwoll-Anbau: Tröpfchenbewässerung, keine tiergetesteten Pestizide und Dünger. (Foto: Pixabay, sarangib)

… statt Wolle

Ok, warm soll es sein und kuschlig. Wie wäre es mit Plüsch aus Biobaumwolle!? Oder Flanell aus Biobaumwolle? Biobaumwolle kann ebenso zu kuschelig-angenehmen Textilien verwebt werden. Statt der Wolldecke im Bett empfiehlt sich etwa eine mit Hanf oder Kapok gefüllte (s.u.). Und auch das Sofa muss nicht mit einem Wollstoff bezogen sein, sondern mit einem aus Baumwolle oder Recyclingfasern.

… statt Daunen

Je mehr KonsumentInnen und Konsumenten die pflanzlichen Daunen Kapok und Pappelflaum kennen, nachfragen und kaufen, umso mehr werden Daunen vom Markt verdrängt. Kapok ist ein in südostasiatischer Baum, dessen Früchte die wärmenden Hohlfasern enthalten. In Thailand ist Kapok als Füllmaterial gang und gäbe. Bei uns erobert die unter fairen Arbeitsbedingungen wild gesammelte Pflanzenfaser langsam den Markt. Sie wird entweder mit Biobaumwolle zu einem Vlies verarbeitet oder steht pur als Füllmaterial (für Steppjacken oder Bettdecken und -pölster) zur Verfügung. Mächtige Konkurrenz könnte Kapok aus dem heimischen Pappelflaum erwachsen. Dabei handelt es sich um den Samenflaum der Pappel, der leichtesten und am besten wärmenden Hohlfaser der Welt. Siehe dazu auch unseren Artikel über „Tierfreundliche Decken, Pölster und Anoraks“.

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