Infothek WissenWissen

Cruelty-free Eco Fashion

Baumwolle
Wer weiß, dass ein Drittel der weltweit jedes Jahr hergestellten Chemikalien in die Textilindustrie wandert, bekommt eine Vorstellung davon, wie umweltschädlich und gesundheitlich bedenklich die konventionelle Kleiderbranche ist. Deshalb empfehlen wir auch, dieser den Rücken zu kehren und auf Eco Fashion aus pflanzlichen Fasern umzusteigen, etwa aus Biobaumwolle, Hanf, Leinen, Tencel, Kork oder der Pflanzendaune Kapok. Gleichzeitig wärmt das gute Gefühl, tierleidfreie Mode zu tragen, das Herz :-) Wolle und Seide, besonders aber auch Daunen und Pelz sind mit unvorstellbaren Torturen für die Tiere verbunden. Wer diese Materialien nicht kauft oder trägt, sendet ein unmissverständliches Signal an die Hersteller und den Markt.
Baumwolle

Biobaumwoll-Anbau: Tröpfchenbewässerung, keine tiergetesteten Pestizide und Dünger. (Foto: Pixabay, sarangib)

Eco Fashion mit erwünschten Nebenwirkungen

Wolle, Daunen, Seide und Leder lassen sich ganz leicht durch pflanzliche Fasern aus Bioanbau oder Wildsammlung ersetzen. Das bringt gleich mehrere Vorteile:

  • Pflanzliche oder recycelte Textilien sind umweltfreundlicher, damit reduzierst du deinen ökologischen Fußabdruck
  • Jedes Tier weniger in der Intensivhaltung ist auch ein Beitrag im Kampf gegen die Erderwärmung
  • Mindestens einem Tier wurden Schmerzen und Ausbeutung in der Massentierhaltung erspart
  • Eco Fashion ist immer auch faire Fashion, die unter sozialverträglichen Arbeitsbedingungen hergestellt wurde
  • An deine Haut gelangen keine bedenklichen Chemierückstände

Im Ethischen Einkaufsführer findest du – laufend aktualisiert – sämtliche Geschäfte und Onlineshops, die Eco Fashion anbieten. Woran du die Mode erkennst, erfährst du im Artikel „Gütesiegel für Eco Fashion und Bio-Heimtextilien“.

… statt konventioneller Baumwolle

Biobaumwolle! Die beliebteste Textilfaser aus kontrolliert biologischem Anbau gibt es längst in allen nur erdenklichen Varianten: als hauchzartes Gewebe, Spitze, Canvas, Jersey, Cord bis hin zu Plüsch. Ein revolutionäres in Österreich entwickeltes Textil aus Zellulose-Fasern ist Tencel: es ist weich und anschmiegsam, atmungsaktiv, haltbar und biologisch abbaubar. Weitere, seidige Zellulosefasern sind Lenpur oder Modal. Beste Eigenschaften für den Sommer haben Leinen und Ramie. Und die Ökotextilpflanze schlechthin ist Hanf. Insbesondere mit Biobaumwolle kombiniert hat das angenehm zu tragende Material längst die Eco Fashion Szene erobert.

… statt Wolle (Merino, Angora, Kaschmir…)

Ok, warm soll es sein und kuschlig. Wie wäre es mit Plüsch aus Biobaumwolle!? Oder Flanell aus Biobaumwolle? Zu einem wärmenden, dichten Gewebe kann auch Hanf verarbeitet werden – allerdings ohne Kuschelfaktor. Umso mehr davon bietet das von hemp hoodlamp entwickelte Material Satifur, ein webpelzartiges Gewebe aus Hanf und recycelten PET-Flaschen, das extrem warm und kuschelig weich ist. Den Wollmantel ersetzt etwa so ein Wintermantel aus Hanf und Satifur spielend. Daneben bieten sich statt Wollmantel- oder Jacke auch mit der Pflanzendaune Kapok gefütterte Outdoorjacken an (etwa von Derbe). Und dann stehen natürlich sämtliche Hightec-Fasern wie PrimaLoft oder Polartec Wind Pro zur Verfügung: Ein hochdichtes Vlies, das vor Wind schützt, aus recycelten Plastikflaschen hergestellt wird und vor polarer Kälte schützt.

… statt Daunen

Je mehr KonsumentInnen und Konsumenten die pflanzlichen Daunen Kapok und Pappelflaum kennen, nachfragen und kaufen, umso mehr werden Daunen vom Markt verdrängt. Kapok ist ein in südostasiatischer Baum, dessen Früchte die wärmenden Hohlfasern enthalten. In Thailand ist Kapok als Füllmaterial gang und gäbe. Bei uns erobert die unter fairen Arbeitsbedingungen wild gesammelte Pflanzenfaser langsam den Markt. Sie wird entweder mit Biobaumwolle zu einem Vlies verarbeitet oder steht pur als Füllmaterial (für Steppjacken oder Bettdecken und -pölster) zur Verfügung. Mächtige Konkurrenz würde Kapok aus dem heimischen Pappelflaum erwachsen. Dabei handelt es sich um den Samenflaum der Pappel, der leichtesten und am besten wärmenden Hohlfaser der Welt.

Synthetische Flocken in Anoraks und Mänteln haben den Vorteil, dass sie ihre dämmenden und isolierenden Eigenschaften bei jeder Witterung (auch bei Nässe) beibehalten. Die bereits erwähntenHightech-Fasern, PrimaLoft, Polartec oder Polarguard sind für jede Wintersportart geeignet und halten schön warm, auch wenn es bitterkalt ist. Für die milderen Winter in der Stadt bieten sich auch wattierte Biobaumwolljacken an. Siehe dazu auch unseren Artikel über „Tierfreundliche Decken, Pölster und Anoraks“.

Pflanzendaune Kapok

Mit Herz gewärmt – mit der Pflanzendaune Kapok wattierte Anoraks und Mäntel (Foto: Wikimedia Commons, CC0)

… statt Seide

Für Seide müssen die in den Kokons versponnenen Raupen im kochenden Wasser ihr Leben lassen. Dagegen sind Tencel, Tencel Luxe oder Ramie cruelty-free. Ähnlich wie Seide haben diese pflanzlichen Materialien eine leicht schimmernde Textur, sind seidig weich und angenehm kühl auf der Haut.

Was die sogenannte Peace Silk oder Wildseide anbelangt, sind die Informationen dazu bisher zu widersprüchlich, um eine Empfehlung abgeben zu können. Zum einen ist es richtig, dass die Kokons der Tussahraupen erst dann verwendet werden, wenn diese den Kokon bereits durchgebissen haben. Zum anderen ist zu lesen, dass die Raupen erstens meist auf Seidenspinner-Farmen gezüchtet und zweitens trotzdem getötet und am Markt als Nahrungsmittel verkauft werden. Zudem sollen bei der Zucht unzählige Raupen verhungern, weil man mengenmäßig nicht alle aufziehen (füttern) und zu Faltern werden lassen kann.

… statt Leder

Es gibt ein altbekanntes Material, das sehr umweltfreundlich und nachhaltig ist und eine perfekte Lederalternative: Kork. Das deutsche Eco Fashion Label bleed etwa hat Kork schwarz einfärben und daraus sehr stylische Korkleder-Jacken nähen lassen. In der Schuhbranche ist das mit giftigen Chemikalien gegerbte Tierleder ebenso leicht durch Kork, aber auch Ananasleder und anderen Materialien zu ersetzen. Details zu den neuen Ledern finden Sie im Artikel „Die Ananas macht den Schuh“. Auch Uhrenarmbänder, Gürtel und andere Accessoires gibt es aus Pflanzenleder. In anderen Bereichen wiederum kommt Naturkautschuk als Alternative zu Tierleder zum Einsatz.

… statt Pelz

Webpelz, Baumwollplüsch, Hanf-Satifur (pelzartiges Gewebe aus Hanf, z.B. bei der Firma hemp hoodlamp). Ausserdem gibt es wirklich jede Menge chice Wintermäntel, mit Synthetik-Flocken gefüllt oder Synthetik-Flies wattiert (etwa PrimaLoft oder Polarguard), die auch bei satten Minusgraden warm halten – auch das tierfreundliche Herz.

… ein gutes Gefühl und Gewissen

Soweit unsere Aufzählung pflanzlicher und tierleidfreier Textilien, die du mit gutem Gefühl tragen kannst. Welche konkreten Eigenschaften all diese Materialien haben, erfährst du in unserer „Warenkunde nachhaltiger Textilien“.

Dieser Artikel ist zugeordnet zu KleidungBabys & Kids

DaunenChemikalienWollePelzSeideBaumwolle