Infothek

Respekt vor dem Leben ist nicht teilbar.
Wer ihn hat, respektiert Mensch, Tier und Natur.

Konsum ist hochpolitisch

Wir Konsumentinnen und Konsumenten sind uns noch nicht – in vollem Ausmaß – bewusst, wie mächtig wir sind. Unsere Einkäufe sind mit der Stimmabgabe bei einer Wahl vergleichbar. In einer Demokratie geht man alle paar Jahre wählen. Und die meisten von uns nehmen diese Möglichkeit zur Mitbestimmung wahr. Fragt sich, warum wir das in einem anderen Bereich kaum oder gar nicht tun.

Tagtäglich treffen wir die Entscheidung, wo unser Geld hinfließt, welche Produktionsbedingungen wir unterstützen, über wessen Leben wir bestimmen, welche multinationalen Konzerne und deren Praktiken wir mit dem Kauf bestimmter Marken mitfinanzieren und wie viel Zerstörung wir auf diesem Planeten anrichten. Das ist eine Macht, und die sollten wir nutzen!

Eine unbequeme Wahrheit

Zu den Hauptleidtragenden unserer Einkäufe zählen Tiere. Das gilt nicht nur für das Offensichtliche – wenn wir Fleisch, Milch und Eier kaufen – sondern auch für die vielen Produkte, die tierliche Inhaltsstoffe aus tierquälerischen Quellen enthalten: Wolle, Lanolin, Leder, Daunen, Pelz oder Milchproteine und Schlachtabfälle. Zudem werden für einen Großteil unserer Alltagsprodukte sinnlose Tierversuche gemacht, etwa für Reinigungsmittel, Farben, Pflanzenschutz, Kosmetika oder Nahrungsmittelzusätze.

Das Ausmaß an Schmerzen, Angst und Verzweiflung, das wir Menschen durch unseren Lebensstil und Konsum verursachen, ist unfassbar. Wer aufhört, wegzuschauen, wer einmal vom „Baum der Erkenntnis“ gekostet hat, lässt sich nicht mehr von idyllischen Werbebildern glücklicher Schweine, Kühe oder Hühner einlullen. Und lässt sich auch nicht mehr vom Schweigen der Medien über die wahren Zustände täuschen. Mit jeder Kaufentscheidung entscheiden wir über das Schicksal mindestens eines Tieres …

… und mindestens eines Menschen. Auch in anderen Bereichen wirken sich unsere Konsum-Entscheidungen verheerend aus. Für die Unmengen an billiger, kurzlebiger Kleidung sowie Schuhen, die auf den Markt geworfen werden, sind Menschen ausgebeutet worden – mit viel zu langen Arbeitstagen, an ungesunden Arbeitsplätzen, mit unzureichendem Schutz. Die meisten unserer Einkäufe belasten die Natur und unseren Planeten Erde enorm – sie sind verantwortlich für riesige Monokulturen (etwa für Futtermittel), für Pestizide in der Umwelt, für die Regenwaldabholzung, für Plastikteppiche, schädliche Chemikalien im Abwasser usw.

Die gute Nachricht

Es geht auch anders! Es gibt sie – die guten Alternativen am Markt, die Firmen, die sich einer ethischen und verantwortungsvollen Unternehmensphilosophie verschrieben haben. Und das in allen Konsumbereich. Unser erfahrenes Redaktionsteam hat Adressen gesammelt, bei Firmen nachgefragt, hat sich Listen von Inhaltsstoffen angesehen, die Standards von Gütesiegeln verglichen und Marketing-Siegel und Greenwashing enttarnt. Herausgekommen ist der Ethischen Einkaufsführer. Er soll dir alle Bezugsquellen und Informationen liefern, die du für einen nachhaltigen und ethischen Lifestyle brauchst. Und noch eine gute Nachricht: die bessere Wahl beim Einkauf zu treffen, ist sehr oft keine Frage des Preises oder des Zeitaufwandes. Es ist vielmehr eine Frage der Informiertseins und des Willens, Verantwortung zu übernehmen.

Fundament unserer Arbeit und Recherchen ist die Gewissheit, dass Tiere, Menschen und unser Planet gleichermaßen respektiert und geschützt werden müssen. Basis für die Aufnahme von Firmen in den Einkaufsführer bildet ein transparenter Kriterienkatalog.

Dein Rüstzeug

Wir hoffen, dass dir der Ethische Einkaufsführer hilft, viele kleine gute Konsumentscheidungen zu treffen, die in Summe weit mehr bewirken und die Entwicklung auf diesem Planeten positiv beeinflussen.

Die Infothek wiederum enthält die Fakten und Hintergrundinformationen zu allen Konsumbereichen, etwa über Produktionsbedingungen, die Produktionsländer, Warenströme und verläßliche Gütesiegel. Dazu gibt es zahlreiche, selbsterprobte, praxistaugliche Alltags-Tipps unserer Redaktion. Dazu gleich ein Tipp für den schnellen Überblick: In jedem Infothek-Kapitel findest du ganz oben den Artikel „Darauf kommt’s an…“, in dem alle wesentliche Fakten dieses Konsumbereichs kompakt zusammengefasst sind.

Mit dem Einkaufskorb die Welt fairändern – schön, dass du dabei bist!