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Pull on your Jeans – ökofair & vegan

Der Herbst nähert sich spürbar, die Sommerröcke und Shorts wandern bis zum nächsten Jahr in den Kleiderschrank und die gute alte Jeans wird hervorgeholt. Falls ihr eure schon drei Jahre getragen habt, dann ist es laut Statistik wieder Zeit, eine neue zu kaufen. Sie soll bequem sein, perfekt sitzen, aber auch nichts mit Giftstoffen, Ausbeutung oder Tierleid zu tun haben. Hier ein paar Infos und Tipps, worauf ihr beim ökofairen Jeans-Kauf achten solltet.
Jeans

(Foto: Pixabay, congerdesign)

Der Gifteinsatz macht den Unterschied

Das klassische Material, aus dem Jeans gemacht sind, ist Baumwolle. Bio oder konventionelle Jeans – äußerlich kein Unterschied möchte man meinen. Wenn man allerdings den jeweiligen Baumwollanbau betrachtet, so wird es deutlich, dass es schon am Feld beginnt. Bei Bio-Jeans stammt die Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau. Öko-Siegel garantieren, dass kein Stickstoffdünger und insgesamt weniger Gift beim Wachstum der gentechnisch nicht veränderten Pflanzen zum Einsatz kommen. Außerdem wird auf Nachhaltigkeit bei der künstlichen Bewässerung geachtet. Bio-Baumwolle ist im Anbau zwar weniger ertragreich, jedoch rechnet es sich für die Bauern am Ende trotzdem, da sie weniger Geld für die Giftbeschaffung und -ausbringung aufbringen müssen.

Interessanter Fakt, warum gerade bei Baumwolle „bio“ wichtig ist: Im Baumwollanbau wird ein Viertel aller Ackergifte eingesetzt, obwohl dieser nur 2 % der Ackerflächen weltweit einnimmt. Dies ist eine Folge des „Wettrüstens“ gegen die mittlerweile resistent gewordenen Insekten. Das Ergebnis dieses unverhältnismäßigen Giftversprühens sind massive Störungen des Umweltgleichgewichts in den Anbauregionen.

Noch mehr Chemie

Habt ihr eure Jeans schon einmal abgewogen? Rechnerisch stecken nämlich 1,6 kg Chemikalien in jeder konventionellen Denim-Hose! Die typische Jeans-Farbe, das Indigo, wird durch Färbung mit Schwefelfarbstoffen erhalten. Diese wären noch nicht das Problem, gesundheitlich bedenklich wird es erst durch das ätzende und giftige Natriumsulfid. Es sorgt als Reduktionsmittel dafür, dass sich die Farbe auch fest an die Baumwollfaser legt. Gelangen Rückstände davon ins Abwasser, ist dies ein weiterer umweltbelastender Faktor und das Todesurteil für Fische.

Blau

Um der Jeans ihre blaue Farbe zu verleihen, werden oft giftige Chemikalien eingesetzt. (Foto: Wikimedia Commons, A,Ocram, CC BY-SA 3.0)

Der beliebte „used-look“ stellt ein zusätzliches Umwelt- und Gesundheitsproblem dar. Durch den Einsatz von Sandstrahlern und Kaliumpermanganat soll die neue Jeans ausgewaschen und getragen erscheinen. Dies geschieht ebenfalls auf Kosten der ArbeiterInnen, die als Folge davon Lungenerkrankungen davontragen können. Gebrauchtes Aussehen kann man einer Jeans auch umwelt- und gesundheitsfreundlich verleihen, z.B. mit Ozon (Sauerstoffbleiche), dessen Restgas sich verflüchtigen kann, bevor ArbeiterInnen damit in Berührung kommen, oder auch Waschen mit Bimssteinen, ganz ohne Chemie.

Der soziale Aspekt

Viele Öko-Siegel, die den biologischen Baumwollanbau und die Verwendung von unbedenklichen Chemikalien garantieren, sagen leider nichts aus über die Produktionsbedingungen aus. Während das Design und der Vertrieb der bekanntesten Jeans-Hersteller in Europa oder den USA stattfinden, so wird in wirtschaftlich schwachen und damit billigeren Regionen wie Asien oder Nordafrika produziert. So wird sichergestellt, dass der Gewinn stimmt oder der Verkaufspreis niedrig gehalten werden kann. Am wenigsten profitieren typischerweise die ArbeiterInnen vor Ort, denn nur ein Bruchteil des Verkaufspreises geht an die Fabriken z. B. in China oder Bangladesh.

Wollt ihr andere Wege gehen?

Die von uns empfohlenen Jeans aus Bio-Baumwolle tragen das „IVN-Best“ oder „GOTS“-Siegel, die entlang des gesamten Herstellungsprozesses auf das Umweltmanagement achten. Unbedenkliche Färbemittel und Chemikalien sowie Fabriken, die über Kläranlagen verfügen, sind nur einige Beispiele der Kriterien. Dies führte dazu, dass in den USA seit 2011 nur mehr GOTS-zertifizierte Kleidung als „bio“ verkauft wird. In Europa herrscht in der Bekleidungsindustrie hingegen ein Wirrwarr aus etwa 150 Siegeln. Wie ihr darin den Überblick behaltet und zu einer echten Öko-Jeans greifen könnt, findet ihr hier.

Jeans

(Foto: Pixabay, jarmoluk)

Und zu guter Letzt gibt es noch eines zu beachten: Einige Hersteller versehen ihre Jeans am Bund noch immer mit einem Leder-Patch mit dem Markennamen. Zum Glück gibt es viele vegane Alternativen z.B. aus Stoff oder Kork, die diesen Zweck genauso gut erfüllen, damit eure Jeans nicht nur biologisch und fair produziert, sondern auch vegan ist.

Hier findet ihr eine Auswahl von Anbietern ökofairer Jeans aus unserem Ethischen Einkaufsführer:

emens

emens.at
Fair und ökologisch erzeugte Jeans aus Österreich. Große Farbauswahl. Daneben gibt es bedruckte Biobaumwoll-Shirts- und -Hoodies sowie Upcycling-Gürtel aus Rennradreifen.

Gebrüder Stitch

gebruederstitch.at
1060 Wien: Mariahilferstraße 101/33a – Schulhofpassage

Hosenlabor für ökofaire Jeans mitten aus Wien. Als Einsteigermodell werden Jeans von der Stange aus hochwertigem Biodenim angeboten – in unterschiedlichen Größen, Schnitten und Waschungen. Bei der Variante Halb-Maß wird die Jeans nach individuellen Beinlängen und Weiten geschneidert. Mit Voll-Maß schließlich erhält man eine exklusive Maßjeans: eigener Schnitt und freie Passform sowie größte Auswahl an Waschungen, Färbungen, Nieten, Knöpfen, Riegel und Labels innerhalb des Five-Pocket-Schnitts. Maß genommen und besprochen werden die Details bei einem persönlichen Schneidertermin. Auch über den Onlineshop erhältlich.

© Gebrüder Stitch

© Gebrüder Stitch

goodsociety

www.goodsociety.org
Ökofaires Jeanslabel. Viele Varianten, aber auch Jeanshemden, Jackets und Shorts in hochwertiger Bioqualität für Frauen und Männer. Sehr stylish! Knöpfe und Nieten sind aus 90 % recycelten Materialien gefertigt.

HanfHaus

www.hanfhaus.de
Hanfbekleidung, vor allem Basics und Jeans. Taschen, Rucksäcke, Geldbörsen, Gürtel. Vorsicht: Einige Taschen und Rucksäcke mit Lederverschlüssen.

NFF Naturfaser Fölser

naturfaser-foelser.at
4184 Helfenberg: Piberberg 25

Meterware Denimstoffe aus eigener Mühlviertler Produktion. Derzeit umfaßt das Sortiment elf verschiedene Stoffarten: entweder im Haus gewebte Denimstoffe aus 40 % österreichischem Leinen und 60 % Biobaumwolle oder Stoffe von Zweitanbietern, darunter einer aus 100 % Hanf. Ein beliebter Spezialservice von Naturfaser Fölser ist die Fertigung von Maßjeans nach der Vorlage eigener Lieblingshosen. Die neuen Hosen sind fair und umweltfreundlich hergestellt. Beschreibung des Bestellvorgangs auf Website. Auch Musterflecken werden gerne zugesandt.

© Róka – fair clothing

© Róka – fair clothing

Róka – fair clothing

www.roka-fairclothing.de
Veganes Modelabel für Frauen, Männer und Kinder: bio, fair hergestellt und von PETA vegan-approved. Neben Jeans gibt es vor allem bedruckte Shirts, Hoodies, Tanktops, Regenjacken, Sweatshirts sowie unbedruckte Basics und Jogginghosen. Aber auch Accessoires, wie Umhängetaschen, Gymbags, Kosmetiktaschen und Beanies gehören zum Sortiment.

Mit der animal.fair-Card gibt es 10% Rabatt.

Alma & Lovis

www.almalovis.de
Green Fashion für den Business- und gehobenen Casualbereich. Elegant-lässiges Understatement. Ein größerer Teil der Kollektionen ist unvegan, wir empfehlen wie immer natürlich nur die tierproduktfreien Kleidungsstücke. Die veganen Kleidungsstücke sind aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle, Hanf oder Leinen.

armed angels

www.armedangels.de
Eigene Kollektionen für sie und ihn aus Fairtrade-Biobaumwolle (GOTS-zertifiziert). Junge freche Mode, die inzwischen längst schon zum Kult-Label aufgestiegen ist. Dazu gehören neben Jeans auch Shirts, Hoodies, Kleider, Röcke, Pullis und Jacken, Hemden, Hosen und Accessoires.

Atelier Awash

www.atelierawash.com
Berliner Designerlabel für Männer: Legere Blazer, Hemden, Pullis, Mäntel sowie Hosen und Jeans. Inspiriert ist die Mode vom „Lifestyle Fernreisender und zeitgenössischer Kulturentdecker“. Der Designer Davide Grazioli lässt seine Kollektionen aus umweltfreundlichen Materialien wie Biobaumwolle in kleinen italienischen Familienbetrieben fertigen.

bleed

www.bleed-clothing.com
Eines der besten und coolsten Modelabels für sie und ihn: ökologisch, fair erzeugt und zu 100 % vegan. Die Komplettausstattung für den Kleiderschrank umfasst neben Jeans für sie und ihn auch funktionelle Outdoorkleidung und Winterjacken, Beanies, Mützen und Schals. Die von bleed verwendeten Materialien sind neben Biobaumwolle, Hanf, Leinen und Tencel auch Recyclingfasern und Kork. Von PETA vegan-zertifiziert.

© bleed

© bleed

grundstoff

www.grundstoff.net
Umfangreiches Sortiment an günstigen Bio-Basics und stylisher Urban wear für Männer und Frauen: Unterwäsche, Hosen, Jeans, Pullover und ausschließlich Shirts ohne Aufdruck. Fairtrade und Bio, auch Hanf und Recycling-Materialien.

Grüne Erde – Organic Fashion

www.grueneerde.com (mehrere Filialen in Österreich)
Green Fashion vom traditionsreichen Grün-Pionier. Weich fließende Linien bis Business-Style kennzeichnen die Modelinie für Frauen. Vieles ist aus Biobaumwolle: Shirts, Jacken und Hosen, Jeans und viele Basics sowie Yoga- und Wellness-Kleidung. Fairtrade- und GOTS-zertifiziert. Im Winter viele Kleidungsstücke aus kbT-Wolle (kontrolliert biologische Tierhaltung).

Seilerei Eissner

www.hanfseil.at
3300 Amstetten: Ardaggerstraße 6

Bekleidung aus Hanf und Biobaumwolle: Jeans, Hemden, Blusen, Shirts, Jacken, Trainingshosen.

Wunderwerk

www.wunderwerk.com
Angesagtes Ecofashion-Label aus Deutschland. Die elegant-lässigen Kollektionen für Frauen und Männer sind umfangreich und haben auch Jeans im Angebot. Die Teile bestehen vorwiegend aus GOTS-zertifizierter Biobaumwolle, Tencel oder Modal und werden in Europa hergestellt.

Jeans, Reißverschluss

Ökofaire Jeans sowie viele der oben genannten Marken sind außerdem bei diesen animal.fair-Rabattpartnern erhältlich:

  • Avocado Store, www.avocadostore.at
    5 % Rabatt mit der animal.fair-Card.
  • ebenBERG , www.ebenberg.at, 1070 Wien: Neubaugasse 4
    8 % Rabatt mit der animal.fair-Card.
  • ECO – Ethically Correct Outfits, www.eco-store.at, 4020 Linz: Rainerstraße 16
    5 % Rabatt mit der animal.fair-Card.
  • Green Ground, www.greenground.at, 1090 Wien: Porzellangasse 14-16
    8 % Rabatt mit der animal.fair-Card.

Ein Artikel von Irene

1 Kommentar

  • Nicole sagt:

    Danke für die vielen Tipps!