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Die 13 wichtigsten Lebensmittel-Gütesiegel auf einen Blick

In keinem anderen Bereich gibt es so viele verschiedene Gütesiegel wie für Lebensmittel. Sie geben Auskunft etwa über den Anbau der Pflanzen, die Herkunft des Produkts, die Haltungsbedingungen der Tiere und die Zusammensetzung (vegan, vegetarisch). Wir bringen Licht ins Dunkel der Gütesiegel. Dazu haben wir einige von ihnen näher unter die Lupe genommen und für euch eine Aufstellung gemacht.
regionales Gemüse, durch Gütesiegel sollen Anbaubedingungen transparenter werden

Gütesiegel sollten die Herstellungsbedingungen für KonsumentInnen transparenter machen und so die Kanufentscheidung erleichtern. Die riesige Menge an verschiedenen Zertifizierungen macht es jedoch schwierig durchzublicken. (Foto: Pixabay, LubosHouska)

Hilfe, ich kenn mich nicht aus!

Beim Kauf von Lebensmitteln gibt es mittlerweile so viel zu bedenken! Soll das Produkt vegan sein und in der Herstellung der Umwelt möglichst wenig schaden? Sollen die ProduzentInnen möglichst fair bezahlt werden? Soll die Herkunft genau nachvollziehbar sein? Es gibt eine Unzahl von Gütesiegeln, die das Produkt möglichst ansprechend machen sollen. Doch was steht wirklich dahinter?
Um euch nicht im Dunkeln zu lassen, haben wir die wichtigsten Gütesiegel, wofür sie stehen und von wem sie vergeben und kontrolliert werden, kurz zusammengefasst.

1. Bio und vegan

Biozyklisch veganer Landbau

Der Biozyklisch vegane Landbau ist aus unserer Sicht das beste Gütesiegel, da die Richtlinien sowohl auf Umwelt, Tiere und Menschen achten.
Dieses Siegel zeichnet ganze Betriebe und nicht nur einzelne Produkte aus. Es dürfen keine sogenannten Nutz- und Schlachttiere oder deren Produkte verwendet werden, dazu gehört auch die ausschließliche Verwendung von Hilfsstoffen pflanzlichen Ursprungs statt Dung oder verarbeiteten Schlachtabfälle. Hinzu kommt der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Es wird nicht nur auf die Bodengesundheit geachtet, sondern auch auf die Biodiversität, durch Mischkulturen, Fruchtfolge und das Anlegen von Hecken und Blühstreifen und gezielte Förderung von Arten. Neben diesen Vorzügen für Boden, Umwelt, Tiere und Pflanzen gibt es auch noch hohe Sozialstandards.

Die Richtlinien wurden vom 2016 gegründeten Verein Biozyklisch-Veganer Anbau e.V. (BIO.VEG.AN.) erarbeitet. Seit Ende 2017 akzeptiert die Internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegung (IFOAM) den biozyklisch-veganen Anbau als weltweit gültigen Bio-Standard. Die Kontrolle wird seit 2018 im deutschsprachigen Raum durch die Kontroll- und Zertifizierungsstelle Lacon durchgeführt.

Das Gütesiegel ist noch in den Kinderschuhen. In Deutschland haben bereits zwei Unternehmen das Gütesiegel erhalten (Obstbaubtrieb „Biolandhof Hund“ und „PfalzBio GbR“). In Griechenland und Zypern wird der biozyklisch vegane Anbau jedoch schon länger erfolgreich umgesetzt, dort gibt es rund 60 zertifizierte Betriebe.

EcoVeg

Das Siegel zertifiziert Produkte die aus biologischem Anbau nach der EU-Biorichtlinie und vegan sind. Das bedeutet, dass weder die Inhaltsstoffe eines Produkts noch die zur Produktion verwendeten Hilfsstoffe aus Tieren oder deren Produkten bestehen dürfen. Außerdem darf das Siegel nur in Verbindung mit dem EU-Biosiegel verwendet werden.

Das Siegel wird vom 2014 gegründeten Verein VegOrganic e.V vergeben. Die Kontrollen zur Einhaltung der Kriterien werden gemeinsam mit den Kontrollen für das EU-Biosiegel von der zuständigen unabhängigen Öko-Kontrollstelle durchgeführt.

 

2. Bio

EU-Biosiegel

Beim EU-Biosiegel geht es um Verzicht auf chemische Pflanzenschutz- und Düngemittel und Vermeidung von Überdüngung durch Obergrenzen von Tieranzahlen pro Hektar. Zudem bekommen die Tiere biologisch angebaute Futtermittel und der Einsatz von Antibiotika ist verboten. Ebenso ist der Einsatz von genetisch veränderten Organismen nicht erlaubt. Es sind nur 15,5 % der 316 konventionell zugelassenen Zusatzstoffe in verarbeiteten Lebensmittel zugelassen. Die Haltungsbedingungen der Tiere sind etwas besser als die der konventionellen Tierhaltung. Ein Produkt mit dem EU-Biosiegel muss zu 95 % diesen Kriterien entsprechen.

Die Standards des Siegels sind in einer EU-Verordnung festgehalten und werden in der Umsetzung der Mitgliedstaaten von der europäischen Kommission überprüft. In den Mitgliedstaaten kommt es zur Vergabe des Zertifikats an Produzenten und Händler durch eine staatlich akkreditierte Zertifizierungsstelle. In Österreich gibt es acht verschiedene Kontrollstellen, darunter Austria Bio Garantie.

Produkte die mit dem EU-Biosiegel zertifiziert sind, sind konventionell hergestellten Produkten vorzuziehen, die Kriterien entsprechen aber maximal einem Mindeststandard für Umwelt und Tiere.

a) Bio-Ernteverbände

Demeter

Bei der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise von Demeter, basierend auf den landwirtschaftlichen Konzepten des Anthroposophen Rudolf Steiner, geht es in erster Linie um die Bodengesundheit als Grundlage für gesunde Nahrungsmittel. Der Boden wird durch hofeigenen Dung und Pflanzenmaterial mit Humus angereichert und nur schonend bearbeitet. Standortgerechte Sorten werden in Fruchtfolge angebaut um die jeweilige Einseitigkeiten der Pflanzen auszugleichen und die Lebendigkeit des Bodens aufrecht zu erhalten. Die Tiere müssen Zugang zu Auslauf haben und quälerische Praktiken (z.B. Enthornen von Rindern) sind verboten. Die Hälfte des Futters muss vom eigenen oder von umliegenden Betrieben stammen, zwei Drittel des Futters muss Demeter-Qualität haben und der Rest darf nur aus biologischer Landwirtschaft stammen, nicht aus konventioneller. Ein Nachteil ist, dass viele Vorgaben nur erreicht werden sollen, aber nicht müssen.

Demeter ist ein 1924 in Deutschland gegründeter, internationaler Bio-Anbauverband. In Deutschland gibt es etwa 1.500 Betriebe und in Österreich über 100. Kontrolliert wird die Einhaltung der Kriterien von privaten unabhängigen Kontrollstellen.

Die Richtlinien von Demeter sind sehr streng und gehen weit über die Mindeststandards der EU-Bioverordnung hinaus. Ein Demeter-Betrieb muss allerdings immer Tierhaltung betreiben, da das System auf hofeigener Dung-Düngung basiert. Die Richtlinien für das Siegel sind weltweit einheitlich, können aber regional noch strenger gefasst werden.

Bio Austria

Die Bio Austria Richtlinie basiert auf der EU-Bioverordnung, geht aber über diese in vielen Aspekten hinaus. So gibt es strengerer Kriterien bezüglich Pflanzenschutz- und Düngemitteln, zum Schutz des Bodens, der Biodiversität und der menschlichen Gesundheit. Auch die Kriterien der Tierhaltung sind etwas anspruchsvoller als die der EU-Bioverordnung. Bruderhähne von Legehennen müssen aufgezogen werden, das Platzangebot ist etwas erhöht und die Futtermittel müssen größtenteils aus Österreich stammen, wobei nur geringere Mengen an Kraftfutter erlaubt sind. Ein weiteres Plus ist, dass die gesamten Betriebe auf die Bioproduktion umgestellt werden müssen.

Bio Austria ist ein Anbauverband österreichischer BiobäuerInnen. Die Organisation wurde 2005 als Zusammenschluss aller Verbände unter den Dachverbänden Arge Biolandbau und Österreichischen Interessengemeinschaft für Biolandbau gegründet. Die Einhaltung der Kriterien wird von privaten unabhängigen Kontrollstellen durchgeführt.

Bioland

Die Richtlinien von Bioland basieren auch auf der EU-Bioverordnung und gehen in folgenden Punkten darüber hinaus. Es müssen 100 % der Inhaltstoffe eines Produkts aus biologischer Landwirtschaft stammen und es sind fast um die Hälfte weniger Zusatzstoffe in verarbeiteten Lebensmittel erlaubt als bei der EU-Bioverordnung. Der Zukauf von Düngern ist limitiert, wobei organischer Handelsdünger aus Blut-, Fleisch-, Knochenmehl und Dung aus konventioneller Tierhaltung verboten ist. Es gibt strikte Vorgaben zur Länge von Tiertransporten (max. 4 Stunden). Die Mindeststandards in Bezug auf Auslauf und Stallfläche für die Tiere sind erhöht. Die Futtermittel müssen zur Hälfte vom eigenen Hof stammen. Soziale Mindeststandards sind festgelegt.

Bioland ist ein deutscher Verein, der 1971 nach Schweizer Vorbild der organisch-biologischen Anbaumethode von Maria und Hans Müller und Hans Peter Rusch gegründet wurde. Der Ernteverband ist mit 5.900 Betrieben der größte ökologische Anbauverband Deutschlands. Die Erzeuger werden jährlich von unabhängigen, staatlich anerkannten Kontrollstellen geprüft.

Naturland

Naturland ist ebenfalls ein Ernteverband, dessen Richtlinien auf der EU-Bioverordnung basieren. Die höheren Maßstäbe beginnen damit, dass wie bei den vorangegangenen Ernteverbänden der gesamte Betrieb nach den strengeren Richtlinien umgestellt werden muss. Die Kriterien umfassen Regelungen zur nachhaltigen Wassernutzung und zur Anreicherung des Bodens mit Nährstoffen gibt es einen Mindestanteil von Hauptfrucht-Leguminosen (eine bestimmte Menge von stickstofffixierenden Pflanzen muss in der Fruchtfolge angebaut werden). Zudem gibt es eine Begrenzung der Gesamtdüngermenge. Die Auslaufregelungen für die Tiere sind strenger gefasst als in der EU-Bioverordnung, so haben zum Beispiel Legehennen das ganze Jahr Grünauslauf und nicht nur bei günstigen Witterungsbedingungen. Mindestens die Hälfte des Futters muss vom eigenen Betrieb stammen. Gemüsebau mit Versorgung durch Nährlösung ist nicht erlaubt.

Naturland e.V. ist ein internationaler Verband für ökologischen Landbau aus 54.000 Betrieben aus 54 Ländern. Der Verband wurde 1982 in Deutschland gegründet und vergibt jährlich das Zertifikat nach der Kontrolle zur Einhaltung der Richtlinien. Diese wird vorwiegend von der Gesellschaft für Ressourcenschutz mbH GfRS, KIWA BCS Öko-Garantie GmbH, Lacon GmbH und Ökop-Zertifizierungs GmbH durchgeführt.

b) Bio-Handelsmarken

Die die Kriterien der meisten Handelsmarken der Bio-Branche (Natur*pur, Natur aktiv, Echt B!O, etc.) sind ungefähr auf dem Niveau des EU-Biosiegels. Wir stellen zwei Marken vor, die ihre Anforderungen an die Produktion deutlich höher stecken als das EU-Biosiegel.

Zurück zum Ursprung

Bei dieser Marke der Supermarktkette Hofer geht es in erster Linie um Regionalität. Die Zutaten kommen aus Österreich, bevorzugt aus der Alpenregion. Zutaten wie etwa Früchte für das Joghurt können aus dem Ausland kommen, wenn die benötigte Menge und Qualität in Österreich nicht vorhanden ist. Genauso müssen Futtermittel zu 100 % in Österreich hergestellt werden und zu 75 % am eigenen Hof. Jedes Produkt lässt sich bis auf die Region und den Hof zurückverfolgen, der daran beteiligt ist. Der Abnehmerpreis ist vertraglich festgelegt und gewährleistet so eine faire Bezahlung von Bauern und Bäuerinnen.

Außerdem sind alle Produkte mit tierlichen Bestandteilen mit dem unabhängigen Siegel „Tierwohl kontrolliert“ ausgezeichnet. Dieses Siegel wird von der „Gesellschaft !Zukunft Tierwohl!“ vergeben, einem Zusammenschluss der beiden Tierschutzvereine „Wiener Tierschutzverein“ und „Verein gegen Tierfabriken (VgT)“. Die Kriterien schreiben unter anderem vor, dass alle Bruderhähne von Legehennen aufgezogen werden. Im Sommer müssen die Kühe auf die Weide und haben aber täglich Auslauf im Freien. Weiteres im Artikel zu Tierbehandlung bei Bio-Gütesiegeln.

Diese Standards werden von der Werner Lampert Beratungsges.m.b.H. aufgestellt und durch das „Prüf Nach!“-Siegel erkenntlich gemacht. Die jährliche Überprüfung der Standards wird von unabhängigen Kontrollstellen durchgeführt.

Ja! Natürlich

Die Marke Ja! Natürlich hat sich als Ziel gesetzt, die Bekanntheit alter Sorten zu fördern und die Verpackungen vermehrt ressourcenschonend zu gestalten (z.B. kompostierbares Plastik aus Holz). Alle Produkte der Marke sind palmölfrei. Die Produkte kommen vorrangig aus Österreich (zu 80 %). Nur wenn ein Produkt nicht in Österreich wächst (z.B. Ananas) oder wenn ein Produkt in einem nahegelegenen Land eine längere Wachstumsperiode hat (z.B. Zucchini aus Italien), wird es aus dem Ausland bezogen.

Ja! Natürlich ist eine Eigenmarke von der REWE International AG. Alle Produkte der Marke tragen das EU-Biosiegel, wobei einige der Produkte aus tropischen Herkunftsländern zusätzlich mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet sind. Ja! Natürlich wurde 1994 von Werner Lampert für REWE entwickelt. Zur REWE Group gehören Billa, Merkur, Penny, Bipa, Adeg und AGM. Heute arbeitet die Marke mit 7.000 Bio-Betrieben und 80 Partnerbetrieben zusammen. Die Bio-Standards werden von staatlich auserwählten Zertifizierungsstellen kontrolliert. Die Einhaltung der Ja! Natürlich Richtlinien wird allerdings von betriebseigenen KontrolleurInnen geprüft.

 

3. Vegan

V-Label

Das V-Label gibt es in zwei verschiedenen Varianten, vegetarisch und vegan.

Das Label mit dem Zusatz „vegetarisch“ befindet sich auf Lebensmittel, die nicht aus Tieren oder Bestandteilen von Tieren erzeugt werden. In allen Produktions- und Verarbeitungsstufen dürfen keine Bestandteile von Tieren verwendet werden. Die Nutzung von lebenden Tieren für die Produktion und die Verarbeitung tierlicher Erzeugnisse sind erlaubt. Weiters werden keine Eier aus Käfighaltung verwendet.

Die Produkte der veganen Variante des Labels enthalten weder Bestandteile von Tieren, deren Erzeugnisse noch sind diese im Produktionsprozess in Verwendung.

Für alle Produkte des V-Labels gilt das Verbot von genetisch veränderten Zutaten. Diese Regeln gelten hingegen nur für die Lebensmittel an sich, die Verpackung muss nicht tierproduktfrei sein. Auch Düngemittel werden nicht überprüft ob sie vegan bzw. vegetarisch sind.

Das V-Label wurde 1996 erstmals in der Schweiz registriert und zertifiziert seither zahlreiche Produkte. Seit 2008 werden die Markenrechte in der V-Label GmbH in der Schweiz betreut. Die Vergabe der Zertifikate der Produkte geschieht durch nationale Zertifizierungsstellen in ganz Europa. In Österreich ist das die Vegane Gesellschaft Österreich (VGÖ) und in Deutschland der Vegetarierbund Deutschland e.V. (VEBU). Die Produkte werden von den, von nationalen Zertifizierungsstellen ermächtigten Unternehmen kontrolliert. Darüber hinaus wird das V-Label von der European Vegetarian Union (EVU) promoted.

Veganblume

Mit der Veganblume gekennzeichnete Produkte, deren Produktionsprozesse und Hilfsstoffe sind vegan, also tierbestandteil-, tiererzeugnis- und tierversuchsfrei. Somit werden auch Stoffe erfasst, die im Endprodukt nicht mehr enthalten sind. Genetisch veränderte Produkte dürfen nicht mit Genen von Tieren verändert werden und müssen gekennzeichnet sein.

Das Gütesiegel wird von der Vegan Society in Großbritannien vergeben. Die Vegan Society wurde 1944 vom Schöpfer des Wortes „vegan“, Donald Watson gegründet.

 

4. Fairer Handel

Fairtrade

Die Kriterien des Fairtrade-Siegels sind in drei Kategorien unterteilt – soziales, ökologisches und ökonomisches.

Die sozialen Standards sollen KleinbäuerInnen und ArbeiterInnen stärken. Es wird der Zusammenschluss von BäuerInnen zu Kooperativen gefördert, ebenso wie die Organisation von Gewerkschaften auf Plantagen. Zudem gibt es einheitlich geregelte Arbeitsbedingungen, Kinder unter 15 Jahren dürfen nicht auf Fairtrade-Farmen arbeiten und Diskriminierung ist in jeglicher Hinsicht verboten. Für viele Produktgruppen gibt es vereinbarte Mindestpreise. Zusätzlich werden sogenannte Prämien gezahlt. Diese Prämien werden in soziale, ökologische oder ökonomische Projekte investiert, welche von den lokalen BäuerInnen demokratisch auswählen.

Der Anbau soll umwelt- und ressourcenschonend stattfinden, gefährliche Pestizide und genetisch verändertes Saatgut sind verboten. Die ökologischen Standards sind aber nicht sehr tiefgreifend und liegen weit unter den Biostandards.

Nicht alle Produkte stammen jedoch zu 100 % aus Fairtrade-Anbau. Einerseits passiert dies beim sogenannten Mengenausgleich, wobei Produkte wie Kakao, Zucker, Fruchtsaft und Tee auf dem Weltmarkt vermischt werden und dann als gemischtes Produkt im Regal landen. Diese Lebensmittel sind mit dem Zusatz „mit Mengenausgleich“ gekennzeichnet. Andererseits bestehen Mischprodukte wie Kekse, Eiscreme und Schokolade mindestens zu 20 % des Gewichts aus Fairtrade-Zutaten, alle Zutaten, die als Fairtrade-Rohstoffe verfügbar sind, müssen auch unter Faritrade-Standards produziert worden sein.

Die Nichtregierungsorganisation Fairtrade International entwickelt die Fairtrade-Standards und unterstützt Produzenten dabei, das Siegel zu bekommen. Seit 2003 kontrolliert die unabhängige Zertifizierungsstelle Flocert GmbH die Einhaltung dieser Kriterien.

Leider gibt es einige Kritikpunkte: Die Kriterien des Fairtrade-Siegels sind sehr schwer nachvollziehbar und nicht sehr weitreichend. Insbesondere die ökologischen Standards lassen zu wünschen übrig. Viele gefährliche Pestizide, wie etwa Fipronil oder Glyphosat, sind nicht grundsätzlich verboten, sondern dürfen eingeschränkt verwendet werden. Außerdem kommt der erhöhte Preis der Produkte nur zu kleinen Teilen bei den Produzenten an. Nichtsdestotrotz ist es besser Produkte mit dem Fairtrade-Siegel zu kaufen als von Herstellern, die überhaupt keine sozialen Standards in der Produktion fordern.

EZA

Die EZA Fairer Handel GmbH ist wie der Name schon sagt ein Handelsunternehmen, das fair handelt. Unter fairem Handel versteht das Unternehmen die 10 Prinzipien der World Fair Trade Organisation WFTO. Diese Prinzipien beinhalten menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung, die Förderung von ökologischer Produktion, die Ermöglichung des Zugangs von KleinbäuerInnen zum Markt, Informations- und Bildungsarbeit zum Fairen Handel und Transparenz in den Herstellungs- und Handelsbedingungen.

Das Unternehmen wurde 1975 in Salzburg gegründet. Manche Produkte der EZA tragen das Fairtrade-Siegel und sind demnach auch noch zusätzlich auf Fairtrade-Kriterien überprüft. Im Gegensatz zu rein Fairtrade-zertifizierten Produkten gibt es bei EZA keinen Mengenausgleich. Daher kann jedes Produkt genau zurückverfolgt werden.

 

Unser Fazit

Lebensmittel sind im besten Fall:

  1. vegan
  2. aus biologischer Landwirtschaft
  3. fair gehandelt

Vor allem bei Produkten, die aus dem globalen Süden kommen (Kaffee, Kakao, Bananen, etc.), ist darauf zu achten, dass sowohl ein Bio-Siegel als auch ein Gütezeichen für den fairen Handel auf dem Produkt zu finden ist. Für einen möglichst nachhaltigen Einkauf, achtet man auch noch auf Saisonalität, Regionalität und geringes bzw. umweltfreundlicheres Verpackungsmaterial.

Zu beachten ist auch noch, dass oft nicht alle Produkte einer Firma mit den gleichen Gütesiegeln ausgestattet sind, da nicht ganze Firmen, sondern nur einzelne Produkte eine Zertifizierung erlangen. Deshalb ist es wichtig, jedes einzelne Produkt auf die Gütesiegel zu überprüfen!

Im Supermarkt kann es vorkommen, dass man vor lauter Gütesiegel nicht mehr weiß was man kaufen soll.

Insbesondere bei der Veganblume kann man sich nicht darauf verlassen, dass alle Produkte einer Marke mit dem Siegel ausgezeichnet sind. Daher bei jedem Produkt überprüfen ob das Siegel wirklich drauf ist! (Foto: Pixabay, ccipeggy)

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Ein Artikel von Barbara