Darauf kommt’s an in Haushalt & Garten

Tierleid und Umweltverschmutzung stecken in einem Großteil der Produkte, die wir in Haushalt und Garten einsetzen, auch wenn das auf den ersten Blick nicht gleich zu erkennen ist. Egal ob synthetisch-chemischer Dünger, Pestizid oder ein anderes Spritzmittel – sie wurden und werden in grausamen Versuchen an Tieren getestet. Die meisten organischen Düngemittel enthalten zudem Schlachtabfälle wie Blut- und Knochenmehl, Horn und Federn. Manche Tierarten werden einfach als Ungeziefer klassifiziert und gnadenlos ausgemerzt. Aber es geht auch anders, wie wir in diesem Kapitel zeigen.

Das gilt auch für Haushaltswaren und Bürobedarf. Hier gilt es, vor allem Plastik und Einwegprodukte so oft wie möglich zu vermeiden und ressourcenschonenden, ökologischen und langlebigen Produkten den Vorzug zu geben. Und schließlich haben wir auch noch für Kerzen ein paar tolle Tipps…

Bohrinsel

Erdöl füllt nicht nur unsere Autotanks, es steckt in Kerzen, Plastikwaren und vielen weiteren Alltagsprodukten (Foto: Pxhere, CC0)

Weißer Rauch

Die meisten Kerzen sind aus dem Erdölderivat Paraffin gemacht. Das ist nicht sehr umweltfreundlich und der produzierte Ruß, der beim Abbrennen entsteht, hat keinen einwandfreien Ruf. Deutlich gewarnt werden muss aber auch vor gängigen Duftkerzen. Sie enthalten synthetische Duftstoffe, vor denen Umweltmediziner eindringlich warnen. Empfehlenswert sind Kerzen aus Pflanzenölen wir Raps oder Soja sowie aus pflanzlicher Biomasse. Einzig von Stearinkerzen sollte man die Finger lassen, da sie aus Palmöl bestehen.

Mit der Natur – nicht gegen sie

Nun zum großen Bereich Garten und Zimmerpflanzen. Wie bereits eingangs erwähnt steckt in diesem Bereich sehr viel Tierleid hinter den Produkten, seien es Tierversuche oder tierliche Bestandteile, konkret Schlachtabfälle, etwa in Düngemitteln. Pestizide, Herbizide, Fungizide und Insektizide verpesten im wahrsten Sinne des Wortes die Umwelt. Zu den Folgen gehören Grundwasser- und Bodenverschmutzung, Bienen– und Insektensterben. Der empfehlenswerten Alternativen gibt es reichlich: Biologische und vegane Dünger etwa, torffreie und umweltfreundliche Erden, Pflanzenschutz- und Pflanzenstärkungsmittel, die diesen Namen auch verdienen sowie Methoden um Lästlinge zu vergrämen, sprich vertreiben. Nacktschnecken müssen weder mit Schneckenkorn quälend zur Strecke gebracht, noch mit der Gartenschere entzwei geschnitten, Ratten und Mäuse nicht vergiftet werden. Die Natur ist kein Selbstbedienungsladen. Wer sich ihr achtsam nähert, wird friedvollere Methoden anwenden, um ungebetenen Gästen zu signalisieren, dass sie doch bitte weiterziehen mögen.

Pestizideinsatz Spritzmittel

Die Verkaufszahlen bestätigen die traurige Wahrheit: Auch in heimischen Privatgärten werden Unmengen an Düngern und Pestiziden eingesetzt (Foto: Pixnio, Martin Cade, CC0)

Die Natur baut mein Haus

Auch im Bereich Bauen und Renovieren schlägt die Chemiekeule zu. Überall stecken chemisch-synthetische Substanzen drin, egal ob in Farben und Lacken, Verleimungen, Dämmstoffen… chemische, an Tieren getestete Stoffe. Völlig überflüssig, wie wir meinen. Denn die besten Materialien, mit denen wir uns umgeben sollten, stellt uns die Erde zur Verfügung: Holz, Lehm, Stroh, Flachs, Schilf, Hanf, Jute, Recycling-Ziegel, Altholz, um einige zu nennen.

Bei Farben und Lacken sind Volldeklarationen (Auflistung aller Inhaltsstoffe) die Ausnahme. Sind sie vorhanden, dann ist das meist einen Hinweis darauf, dass es sich um einen vertrauenswürdigen Hersteller handelt. Umweltfreundliche Produkte sollten immer eine Volldeklaration aufweisen. Wir empfehlen ausserdem, darauf zu achten, dass in den Farben möglichst kein Milchkasein und ev. auch kein Bienenwachs enthalten ist. Ähnlich wie bei den Reinigungsmitteln gilt auch bei Farben und Lacken: je natürlicher (=ökologischer) die Inhaltsstoffe, desto größer ist die Chance, dass die Substanzen (auch die Rohstoffe) nicht an Tieren getestet werden oder wurden. Für die Gesundheit bedeutet das zudem: keine schädlichen Dämpfe und Ausdünstungen in den Wohnräumen. Übrigens: Puncto Qualität musst du bei ökologischen Farben absolut keine Abstriche machen, die Produkte lassen sich genauso gut verarbeiten, sind genauso deckend und langlebig wie konventionell hergestellte chemische Farben.

Langlebig schlägt kurzlebig

Im Bereich Haushaltswaren, Bürobedarf und Schreibwaren sind in den vergangen Jahren erfreulicherweise zahlreiche Produkte auf den Markt gekommen beziehungsweise wiederentdeckt worden, die umweltfreundlicher und ressourcenschonender sind. Hilfreiche Unterstützung brachte hier die Zero-Waste-Bewegung. Statt Klarsicht- oder Alufolie verwenden wir Jausenboxen aus Edelstahl oder Bioplastik. Auch die Vorratsdosen in Küchen- und Kühlschrank sind nicht aus Plastik, sondern aus nachhaltigen Materialien wie Glas, Edelstahl oder sogar Birkenrinde. Die PET-Flasche bleibt im Supermarktregal, denn zu Hause wartet die stylishe Karaffe darauf, mit Leitungswasser befüllt zu werden, und Küchenschwamm und Lappen sind nicht aus Synthetik, sondern aus nachwachsenden Rohstoffen gemacht.

Plastikflasche Umweltverschmutzung

Mit der Edelstahltrinkflasche kommt man erst gar nicht in Versuchung (Foto: Pxhere, CC0)

In den meisten Papierfachgeschäften gibt es heute schon die eine oder andere Ökolinie. Teilweise wird man auch in Biosupermärkten fündig. Wir empfehlen den Kauf dieser umfreundlichen Produkte. Vor allem sollte auch bei Kindern auf ökologische und ungiftige Schreib- und Malstifte geachtet werden. Um herauszufinden, ob die Tinte, die Farbe, die Malutensilien auch noch vegan sind, muss man den jeweiligen Hersteller kontaktieren, hier ist das Bewusstsein leider noch nicht sehr weit gediehen. Informationen über tierliche Inhaltsstoffe in Künstlerfarben findest du unter www.vegane-beratung.com/Veganes-Kunstmaterial.html und unter www.vegane-beratung.com/kunst.html. Praktische Tipps unserer Redaktion gibt es ausserdem in unserem Artikel „Nachhaltig in Büro und Schule“.