Darauf kommt’s an beim Putzen & Waschen

Die Werbung schlägt Alarm: Wir sind umgeben von gefährlichen Keimen und Bakterien. Ihnen muss der Garaus gemacht werden! Wie? Mit jeder Menge aggressiver Reiniger und Desinfektionsmittel. Und natürlich braucht es dafür ganz viele verschiedene Spezialmittel. Und auch dem „Gestank“ wird der Kampf angesagt. Waschmittel, Weichspüler und Putzmittel – alles muss aufdringlich künstlich riechen. Und weil dem nicht genug ist, sollten wir in unseren Behausungen auch noch Dufstecker und Duftkerzen mit intensivem Synthetikduft aufstellen.

Aber: Werbung ist keine sachliche Information! Sie versucht Bedürfnisse/Sorgen zu wecken und dann möglichst viele Produkte zu verkaufen. Sachliche Information wollen wir hier vermitteln, indem wir zeigen, worauf es bei Putzmitteln ankommt und was zu beachten ist – für einen sauberen und umweltfreundlich gepflegten Haushalt.

Reinigungsmittel

Note: nicht genügend! Die meisten herkömmlichen Putz- und Waschmittel fallen durch (Foto: Picserver.org, Nick Youngson, CC BY-SA 3.0)

Sauberkeit, die uns krank macht

Wer seine Reinigungsmittel im konventionellen Super- oder Drogeriemarkt kauft, findet zu 99% Prozent Produkte vor, die wir nicht empfehlen. Diese werben mit hygienischer Sauberkeit, mit desinfizierender Wirkung oder mit „frischen“ Frühlingsdüften. Allesamt enthalten sie vor allem aggressive, bedenkliche und umweltschädliche Chemikalien. Und damit belasten sie auch unsere Gesundheit. Desinfizierende Wirkstoffe in Wasch- und Reinigungsmitteln töten alles ab, auch die für uns Menschen nützlichen Bakterien. Damit schwächen permanent unser Immunsystem. Hinzu kommt, dass die vielen Desinfektionsmittel in den Haushalten auch die vielen wichtigen Mikroorganismen, die in den Kläranlagen das Abwasser reinigen, abtöten. Und noch ein Hinweis dazu: Ist eine Fläche desinfiziert, dann siedeln sich viel leichter „schlechte“, Fäulinis hervorrufende, Keime wieder an, da sie auf keine Abwehr durch „gute“ Mikroorganismen stoßen.

Auch die umweltberatung Österreich schreibt: „Hände weg von Reinigungsmitteln mit der Aufschrift: desinfizierend, bakterizid, biozid, antibakteriell, mit Aktivchlor und reinigt hygienisch.“ Die Folgen von Desinfektionsmitteln, aggressiven Tensiden (Reinigungswirkstoffen) und synthetischen Duftstoffen sind unter anderem immer mehr Allergien. Die bedenklichen Substanzen, die in der Branche eingesetzt werden stehen aber in noch viel schlimmerem Verdacht, da einige hormonell wirksam sind und andere sogar karzinogen wirken können. Kurzum: Das braucht es alles nicht!

Ein gutes Reinigungsmittel sollte mehrere Kriterien erfüllen:

  • gut reinigen
  • die Umwelt nicht belasten
  • die Gesundheit der Menschen, die mit den geputzten Flächen oder der gewaschenen Wäsche in Berührung kommen, nicht beeinträchtigen
  • ohne Tierversuche entwickelt und produziert sein
  • keine Rohstoffe enthalten, die wegen der Herstellung des Produkts am Tier getestet wurden (In der Praxis schwieriger umsetzbar: siehe hier.)
  • die Inhaltsstoffe vollständig am Etikett anführen.
Waschschüssel und Waschbrett

Keine Sorge: Umweltfreundlich waschen geht auch ohne Waschbrett und Waschbrettbauch ;-) (Foto: Pixabay, ThomasWolter, CC0)

Transparenz

Firmen, die nichts zu verbergen haben, geben alle Inhaltsstoffe an. Diese Volldeklaration ist ähnlich der INCI-Liste bei Kosmetika. Gemeint ist damit übrigens nicht die Angabe, wie hoch der Prozentsatz nichtionischer oder anionischer Tenside ist – das ist keine Volldeklaration!

Gute Reinigungsmittel bestehen aus Inhaltsstoffen auf pflanzlicher und mineralischer Basis. Die Faustregel, die dir den Einkauf erleichtert lautet: Bei allen im Biosupermarkt oder Bioladen erhältlichen Reinigungsmittelmarken handelt es sich um echte umweltfreundliche Produkte. Du findest die Marken auch hier im Einkaufsführer gelistet. Weitere interessante Details zum Thema haben wir im Artikel „Umweltfreundlich waschen und putzen“. zusammengefasst. Übrigens: Viele Reinigungsmittel können auch selbst hergestellt werden. Und ein paar wiederentdeckte „Wundermittel“ sollten auch in keinem Haushalt fehlen. Den Überblick findest du in „Unsere Geheimtipps für einen sauberen Haushalt“.

Vorsicht ist geboten bei Reinigungsmitteln, die Palmöl enthalten, da die Zerstörung von Regenwald und des Lebensraumes der Orang-Utans damit in Zusammenhang steht. Wenn, dann sollte das Palmöl unbedingt von  nachhaltig und fair angebauten Plantagen kommen bzw. Biopalmöl sein. Die vielgepriesene Alternative Kokosöl scheint nach Informationen von Umweltorganisationen aber auch problematisch. Gut, dass einige der empfehlenswerten Reinigungsmarken verstärkt heimische Pflanzen statt Palmöl einsetzen.

Greenwashing und Etikettenschwindel

Achtung: Bloß weil ein Tier oder eine Pflanze auf der Verpackung abgebildet ist oder eine Marke einen Amphibiennamen trägt, heißt das noch lange nicht, dass es sich um ein ökologisches Produkt handelt. Und auch wenn ein paar Tropfen Aloe Vera zugesetzt wurden, kann der restliche Teil der Inhaltsstoffe bedenklich sein.