Darauf kommt’s an bei Lokalen & Hotels

Immer mehr Menschen ernähren sich ganz oder teilweise vegan oder vegetarisch. Mit der gestiegenen Nachfrage bieten auch immer mehr Restaurants und Hotels pflanzliche Gerichte an. Das Redaktionsteam des Ethischen Einkaufsführer kann diese Entwicklung seit 2010 beobachten und im dementsprechend wachsenden Einkaufsführer abbilden. Auch rein vegane Lokale gibt es immer mehr, sie sind mit einem eigenen Icon gekennzeichnet.

Ein gutes Essen besteht aus guten Zutaten. Biolebensmittel werden ohne synthetische Dünger und Pestizide angebaut. So wird die Umwelt nicht belastet und es gibt auch keine möglichen Rückstände in den Lebensmitteln. Biozertifizierte Restaurants und Hotels sind mit einem Icon gekennzeichnet. Bei Betrieben, die vorwiegend mit Bioprodukten kochen, wird dies in der Beschreibung erwähnt. Wichtig sind uns auch Saisonalität und Regionalität sowie fairer Handel, etwa bei Kaffee und Schokolade. Nachfolgend findest du unsere Tipps zum “auswärts essen gehen”.

Sticker Vegan-friendly

Unsere “vegan-friendly”-Türaufkleber kennzeichnen in ganz Österreich vegan-vegetarische Restaurants. Rabattpartner-Lokale und -Hotels tragen einen eigenen Aufkleber.

Insbesondere in den modernen neuen Mittagsbistros stehen vegane Gerichte auf der Karte. Auch Bistros in Biosupermärkten und -läden bieten meist pflanzliche Menüs an. Ebenso sind in italienischen, vietnamesischen und anderen asiatischen sowie in indischen Restaurants vegetarische Gerichte Standard. Ob sie auch vegan sind, ist entweder auf der Karte vermerkt oder muss nachgefragt werden. Manchmal muss man auch um das “Veganisieren” von Gerichten bitten:

Beim Italiener kann Pizzakäse weggelassen und stattdessen am Tisch die Pizza mit Olivenöl verfeinert werden. Manche Pizzaria bietet bereits veganen Käse an. Pastagerichte wie aglio e olio oder arrabiata können auch ohne Parmesan genossen werden, bei Risotto kann es allerdings schwierig werden, da dieses meist mit Rindssuppe und Sahne zubereitet wird. Die klassische italienische Pasta besteht ausschließlich aus Hartweizengrieß. Es gibt aber auch Sorten mit Ei, besonders bei Tagliatelle und Pappardelle verbreitet.

Quinoa-Risotto mit Gemüse

Pflanzlich, biologisch und saisonal: köstliche und gesunde Gerichte in vielen Mittagsbistros (Foto: Pxhere, CC0)

In vietnamesischen Restaurants bieten sich Sommerrollen mit Gemüse und Tofu an, Curries sowie das Nationalgericht Pho Chay (Gemüsesuppe mit frischem Gemüse, Tofu und Koriander). Ebenso können in asiatischen Lokalen vegane Wokgerichte, Curries oder Teigtaschen (als Dim Sum oder Jiaozi bezeichnet) bestellt werden. Achten muss man allerdings darauf, dass einem keine Austern- oder Fischsauce untergejubelt wird. Auch die neuen Japaner bieten meist eine vegane Udon und Ramen (große Nudelsuppentöpfe), Donburi (Reisschale mit Gemüse) oder andere kreative Gemüsegerichte an. Die indische Küche ist traditionell überwiegend vegetarisch. Die Lokale in Europa haben sich aber dem hohen Fleischkonsum hierzulande angepasst, das ändert sich erst langsam. Viele der indischen Veggie-Gerichte werden mit Käse (Paneer) oder Sahne zubereitet, es sind aber fast immer auch rein pflanzliche Speisen auf der Karte zu finden.

Pho, Curry oder Ramen – in asiatischen Lokalen gibt es immer eine vegane Auswahl (Foto: Pxhere, CC0)

Wechseln wir in den Orient: Was wäre die Welt ohne Hummus!? Der Kichererbsenaufstrich ist in die hiesigen Essgewohnheiten längst integriert worden und wird auch in Lokalen und Hotels als pflanzlicher Frühstücksaufstrich angeboten – oft in mehreren Sorten: mit Rote-Rüben-Kren oder Curry-Ananas etwa. Aus der türkischen und arabisch-orientalischen Küche kennen wir aber auch die köstlichen Kichererbsenbällchen Falafel, die gefüllte Melanzani (Imam Bayildi), Tabouleh (Salat aus Weizenperlen, Tomaten, Gurke und ganz viel Petersilie), Bulgur mit Gemüse, Baba Ganoush (Melanziaufstrich) und viele andere Spezialitäten. Insbesondere die Vorspeisen bieten eine Fülle an veganen Varianten an, vor allem wenn Sojajoghurt statt jenem aus Kuhmilch verwendet wird. So lassen sich auch Tzatziki und Minzejoghurt-Dip genießen.

Falafel und Hummus

Falafel, Hummus und Co. (Foto: Pxhere, CC0)

Auch einige österreichische Traditionsgasthäuser ziehen bereits mit und kochen das eine oder andere vegane Gericht, darunter sind auch Vorzeigelokale mit einer eigenen Vegan-Abteilung auf der Speisekarte. Besonders in den Städten gibt es auch reine Veggie-Lokale. Vereinzelt, aber zunehmend finden sich auch in ländlichen Regionen solche Perlen. Prinzipiell lohnt es sich bei vegetarischen Gerichten zu fragen, ob diese veganisierbar sind, also ob Milch und Eier weggelassen oder ersetzt werden können. Rein vegane Eissalons gibt es bereits in Wien und Graz. Aber auch in vielen konventionellen Eissalons werden immer mehr rein pflanzliche Sorten angeboten. Auch vegane Burger-Lokale finden sich etwa in Wien, Graz, Linz, Salzburg, Kufstein, Kapfenberg, Feistritz a.d. Drau oder am Klopeinersee.

Größer wird die Herausforderung auf Almhütten. Hier lautet das Motto sehr oft: Vorsorgen und Veganes mitnehmen! Allerdings, selbst auf der Alm wartet da und dort schon die “vegane Versuchung”: Diese Hütten finden sich in einer eigenen Rubrik in diesem Kapitel des Einkaufsführers.

Aus dem Ofen: frisches Saisongemüse mit Kräutern (Foto: Pxhere, CC0)