Darauf kommt’s an bei Lebensmitteln

Zunächst kommt es auf diese Fragen an: Was macht es mit uns, wenn wir Lebensmittel von gequälten Tieren essen? Fleisch, Milchprodukte und Eier von Lebewesen, die ihr ganzes Leben nur Schmerzen, Verzweiflung, Angst oder Agonie erlebt haben? Wie wirken sich diese „Lebens“-mittel auf unsere Körper aus? Und welche langfristen Folgen hat die laufende Aufnahme von Stresshormonen, Antibiotika-Rückständen in Milch oder Fleisch sowie Eiter-Rückständen in Milchprodukten?

Die Antworten könnte in einer pflanzlichen oder pflanzenbasierten Ernährung liegen. Neben ethischen Aspekten ist diese auch für den Planeten besser, da die Herstellung tierlicher Lebensmittel zu den Hauptfaktoren des Klimawandels zählt. Und schließlich zeigen auch immer mehr Studien die gesundheitlichen Vorteile einer pflanzlichen oder pflanzenbetonten Ernährung auf. Allerdings gilt auch hier: Es kommt darauf an, sich ausgewogen zu ernähren, mit vor allem biologischen, vollwertigen und saisonalen Lebensmitteln.

Veganes Dinner

Die wichtigsten Ingridienzien: pflanzliche, biologische, saisonale und regionale Lebensmittel, Freude am Kochen und Freude am Genuss (Foto: Pxhere, CC0)

Artgerecht – die große Illusion

Glückliche Schweine, Kühe, Hühner, Enten oder Puten gibt es in der Tierproduktion nicht! Die vermeintlich glücklichen Tiere sind ein – leider sehr wirkungsvoller – Slogan der Werbung und Lebensmittelindustrie, um das Gewissen der KonsumentInnen zu beruhigen. Im besten und leider seltensten Fall gibt es fair und respektvoll behandelte Tiere. Betrieben, in denen Tiere so behandelt werden, kann man an einer Hand abzählen. Letztendlich landen aber auch diese „Nutz“-Tiere am Schlachthof.

Wann immer wirtschaftliche Notwendigkeit oder Profitstreben auf Tiere trifft, ziehen diese den Kürzeren. Ställe und Haltungsformen werden nicht an die Bedürfnisse der Tiere angepasst, sondern umgekehrt. Die industrielle Ausbeutung von Tieren hat ein Ausmaß angenommen, für das wir uns nur mehr schämen können: Käfige, Gitterböden, Kunstlicht, Boxen, in denen kein Umdrehen möglich ist, Amputationen wie Kastration ohne Narkose, Abbrechen der Eckzähne, Ausbrennen der Hörner, erzwungene künstliche Befruchtung, Dauerschwangerschaften, Trennung von Muttertier und Kind, quälend lange Transporte und das Schlachten im Akkord mit immer wieder ungenügend betäubten Tieren sind Alltag für Schweine, Rinder, Hühner, Puten, Enten, Gänse oder Kaninchen.

Die Werbung zeigt glückliche Kühe. Die Realität sieht anders aus (Foto: Pxhere, CC0)

Jedes Schicksal zählt – jeder Schritt zählt

Jedes einzelne Tier, dem ein Leben in der Massentierhaltung erspart bleibt, das nicht gezüchtet wird, um ein kurzes, leidvolles Leben führen zu müssen, bedeutet einen Schritt in die richtige Richtung. Jeder Tag ohne Fleisch ist eine Verbesserung (auch die Wurstsemmel zählt ;-) und jede Reduktion an Milchprodukten mindert den Produktionszwang und ist ein Signal an den Markt.

Ernährung ist eine sehr persönliche Angelegenheit und zu Recht legen Menschen Wert darauf, autonom zu entscheiden, was sie essen. Allerdings muss uns bewusst sein, dass wir mit unserer Entscheidung Verantwortung tragen, dass diese Entscheidung Folgen hat: nicht nur für die Tiere, sondern auch für den Planeten Erde. Denn die Erdwärmung wird zu einem großen Teil auch von der „Nutz“tier-Industrie befeuert. Warum? Weil die gezüchteten Nutztiere Unmengen an Futter fressen, das zuvor in Monokulturen, unter massivem Einsatz von synthetischen Düngern und Pestiziden, unter massivem Wasserverbrauch oft auf ehemaligen Regenwaldflächen angebaut wurde. Hinzu kommen die Methan- und Lachgas-Emissionen der Rinderzucht.

Vor diesem Hintergrund könnte es sich lohnen, über die eigene Ernährnährung nachzudenken. Auch darüber, welche konkreten Alternativen es zu Fleisch, Milch und Eiern gibt. Und es könnte sich lohnen, diese einmal zu kosten ;-) Unser beliebter Tipp an dieser Stelle:

Die Stufenleiter

Bestimme selbst, auf welche Stufe du steigen möchtest, ob du eine Stufe überspringen möchtest, ob du eine Stufe weitergehen möchtest oder ob du auf deiner Stufe stehen bleiben möchtest.

  • Veggieday: Lege einen Tag pro Woche ein, an dem du ausschließlich pflanzliche Lebensmittel und Speisen isst.
  • Biofleischesser: Iss ausschließlich Biofleisch – auch in Restaurants! (was die Auswahl leider sehr einschränkt)
  • Sonntagsbraten: Iss nur einmal pro Woche Fleisch oder Wurstwaren.
  • Monatssünde: Iss nur an einem Tag im Monat Fleisch oder Wurstwaren.
  • Nur vom Hof: Iss nur Fleisch von Tieren, die am Hof geschlachtet wurden, in einem Weideschlachthaus oder mobilen Schlachtwagen.
  • Vegetarisch: Du isst nur mehr pflanzliche Lebensmittel sowie Milchprodukte und Eier.
  • Vegan: Du isst nur mehr pflanzliche Lebensmittel.
Treppe Stufe

Einen Schritt nach dem anderen (Foto: Pxhere, CC0)

Mit der letzten Stufe bist du zum „hero of the planet“ ;-))) aufgestiegen. Die Tiere und die Umwelt werden es dir danken. Eine pflanzenliche oder zumindest pflanzenbasierte Ernährung befreit von der Mitverantwortung für millionenfaches Leid in der Fleisch- und Milchproduktion. Und tut damit auch unserer Seele gut.

Pflanzlich, biologisch, saisonal, regional

Das sind die Grundlagen einer friedvollen Ernährungsweise. Zu einer gesunden Ernährung gehört auch, dass sie vielseitig und ausgewogen ist. Nur Fleisch und Milch wegzulassen, ist zu wenig. Der Speiseplan sollte nicht nur aus viel Gemüse, Getreide, Nüssen und Obst bestehen, diese Lebensmittel sollten möglichst auch aus Bioanbau stammen und vollwertig zubereitet werden. Und auch saisonale Gemüse und eine regionale Herkunft erhöhen den Wert der Mahlzeiten.

Warum ist es so wichtig, dass die Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau stammen? Bei konventionellen Anbau werden synthetische Düngemittel und Pestizide eingesetzt. Beide schädigen die Umwelt. Einige Pestizide, die sogenannten Neonicotinoide, stehen ausserdem im Verdacht, für das Bienensterben maßgeblich verantwortlich zu sein. Die EU hat zwar ein Teilverbot für drei dieser Pestizide erlassen – es gilt aber nur für bestimmte Anbaubereiche und nur zeitlich begrenzt. Ein halbherziger Schritt, dem man nur mit konsequentem Konsum und Kauf von Bioprodukten entgegentreten kann.

„Grüne“ Vielfalt (Foto: Pxhere, CC0)

Gusto auf den gedeckten Tisch von Mutter Erde

Bei der pflanzlichen Ernährung geht es nicht ums Weglassen, sondern um das Dazugewinnen. Wer erste Schritte macht, kann sich auf eine Entdeckungsreise mit neuen Lebensmitteln, bisher unbekannten oder noch nicht gekosteten Gemüse- und Getreidesorten freuen und auf neue Geschmackserfahrungen. Schritt für Schritt kommen neue Lebenmittel dazu, Schritt für Schritt können neue Zubereitungsarten und Kombinationen ausprobiert werden. Und so werden aus den ehemaligen Beilagen spannende, köstliche und vollwertige Hauptspeisen. Aus eigener Erfahrung: Geschmack ist nicht in Stein gemeißelt, sondern angewöhnt. Er kann sich aber auch weiter- und neue Vorlieben entwickeln. Das haben auch Starköche erfahren, die sich der veganen Küche geöffnet haben. Unter Beweis stellen dies etwa Jamie Oliver, Tal Ronnen, Jean-Georges Vongerichten, Yotam Ottolenghi, Jean-Christian Jury, Paul Ivic oder Siegfried Kröpfl.

Veganes Gericht

Pflanzliche Küche auf höchstem Niveau (Foto: Pxhere, CC0)