Darauf kommt’s an bei Hund & Katze

Hund und Katz sind die einzigen uneingeschränkt geeigneten Haustiere. Für ein glückliches Zusammenleben gibt es zwei Voraussetzungen: die Begegnung auf Augenhöhe und Respekt. Katze und Hund sind kein Spielzeug, das auf Knopfdruck funktioniert. Sie sind fühlende und sensible Individuen mit unterschiedlichen Charakteren und mit spezifischen Bedürfnissen. Nur wer bereit ist, diese zu befriedigen, sollte ein Tier als Gefährten und Familienmitglied aufnehmen.

Dazu braucht es Wissen und Information! Diese bieten wir euch – kompakt zusammengefasst – in dieser Infothek. Hier findet ihr aber auch Informationen über „in Kinderzimmern sehr beliebte“ Haustiere, die eigentlich ganz anders leben wollen und stumm vor sich hin leiden.

So sollte es sein: Eine partnerschaftliche Beziehung auf Augenhöhe (Foto: Sebastian Philipp, www.sebastianphilipp.com)

Ein partnerschaftliches Verhältnis

Eine wunderbare Möglichkeit für eine schöne und erfüllende Mensch-Tier-Beziehung ist es, wenn Mensch ein Haustier (der Fachbegriff lautet eigentlich Heimtier) bei sich aufnimmt. Aber auch gerade hier, wo ursprünglich eine gute Absicht dahinter steht, müssen sehr viele Tiere leiden. Und wir sprechen jetzt gar nicht von den kranken Auswüchsen von Tierquälern, die es leider auch unter den Tierhaltern gibt. Es ist fehlendes Wissen oder Halbwissen über die Bedürfnisse von Haustieren und mangelhaftes Verstehen der Sprache der jeweiligen Tierart, das oft zu Schmerz und Leid beim geliebten Haustier führt.

Wir möchten hier in der Infothek Anstoß geben, sich mit seinem Tier genauer auseinanderzusetzen und bieten dazu zahlreiche grundlegende Informationen, etwa das Einmaleins der Katzen– und Hundehaltung. Insbesondere sollten Tierhalter über die Bedürfnisse eines Tieres schon Bescheid wissen, noch bevor sie es zu sich nehmen, auch um entscheiden zu können, ob sie bereit und in der Lage sind, diese zu erfüllen. Wir beschreiben die Mindestkriterien, die erfüllt werden müssen, damit sich das Tier wohlfühlt. Ausserdem erfahrt ihr einiges über den grausamen Welpenhandel und die Möglichkeiten, ein Tier zu adoptieren.

Einsam und hinter Gittern. Artgerecht wäre es in der Gruppe und in Freiheit (Foto: Pixnio, Leonardo Laporte, CCO)

Fürs Kinderzimmer ungeeignet

Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen oder Wellensittiche und Papageien – diese Tiere fristen nur allzu oft ein tristes Dasein in unseren Wohnungen. Auch als Spielgefährten für Kinder sind sie nur sehr bedingt geeignet. Kaninchen etwa wollen nicht hochgehoben werden, Hamster wollen am Tag ungestört schlafen können und Wellensittiche etwa gehören in größere Gruppen und in eine Voliere. Ein Käfig ist kein artgerechter Lebensraum. Ihr erfahrt hier, welchen Lebensraum diese Tiere benötigen, welches arttypische Verhalten sie ausleben können sollten. Und gleich vorweg: Völlig ungeeignet als Haustiere sind unserer Ansicht nach Aquarienfische, Terrarientiere wie Schlangen oder Spinnen und Exoten wie Chincillas.

Hobby und Entertainment – Tiere als Leidtragende

Mensch und Tier – eine Beziehung mit Höhen, aber vor allem auch vielen Tiefen. Diese erstrecken sich nicht nur in den Bereich des Alltagskonsums, mit dem sich der Ethische Einkaufsführer vor allem beschäftigt. Tierleid findet sich auch in Bereichen, in denen das Tier nicht primär als Lieferant für Nahrung, Werk- oder Inhaltsstoff herhalten muss, sondern Haus- und Wohnungsgenosse, Spielpartner, Anschauungs- oder Belustigungsobjekt sein soll. Wir sind aber auch KonsumentInnen, wenn wir ein Tier „kaufen“, eine Reitschule besuchen oder gar unser Kind auf ein armes Tier im Ponykarussell setzen. Und auch dann, wenn wir Großstadt-Touristen eine Fiaker-Fahrt empfehlen oder im Urlaub eine Pferdekutsche besteigen, in den Zoo gehen oder in einen Zirkus, in dem Tiere auftreten (müssen). Immer stellt sich dabei die Frage: Was unterstütze und finanziere ich mit meinem Verhalten oder mit meiner Eintrittskarte?