Darauf kommts an bei Babys & Kids

Was für die Kleidung für Erwachsene gilt, sollte umso mehr für die Bekleidung von Babys und Kindern gelten: Sie sollten keine Rückstände bedenklicher oder gar schädlicher Substanzen enthalten. Zum einen reagiert die empfindliche Haut von Babys und Kindern noch viel sensibler auf reizende Substanzen, zum anderen sollten die Kleinen bedenkliche Stoffe auch nicht über die Haut in den Körper aufnehmen. Quelle bedenklicher Substanzen, mit denen Babys und Kinder in Berührung kommen, ist auch die Unmenge an Spielzeug, das aus dem Billiglohnland China importiert wird. Hier können nicht nur die verwendeten Substanzen fragwürdig sein, sondern auch die Arbeitsbedingungen, unter denen diese hergestellt werden. Und schließlich belasten diese Produkte auch die Umwelt.

Die bessere Wahl: Spielzeug aus Holz und ökofaire Kleidung (Foto: Sebastian Philipp, www.sebastianphilipp.com)

Kinderfreundliche Textilien

Wer sicher gehen will, dass sein Kind beste Wäsche und Kleidung trägt, kauft solche aus ökofairer Herstellung. Bodys, Shirts, Hosen und Kleidchen aus zertifizierter Biobaumwolle sind schadstofffrei. Auch die Weiterverarbeitung dieser Textilien, mit Farben und anderen Substanzen, mit denen Gewebe „ausgerüstet“ werden, muss umweltfreundlich und somit auch gesundheitsfreundlich erfolgen. Mit dem Kauf von zertifizierter Biobaumwolle oder anderen ökofairen Textilien, etwa mit Hanf oder Kapok tun wir nicht nur unseren Kindern etwas Gutes, sondern auch der Umwelt. Hanf ist die Ökopflanze schlechthin. Beim Anbau von Biobaumwolle werden keine Pestizide oder synthetische Dünger eingesetzt, auch der Wasserverbrauch ist geringer. Und schließlich tun wir den Tieren etwas Gutes. Je weniger synthetische Chemikalien bei der Herstellung eines Produkts verwendet werden, desto größer ist die Chance, dass keine Tierversuche im Hintergrund stehen. Ausserdem wird die Pflanzen- und Tierwelt der Anbaugebiete geschont.

Die Sache mit den Windeln: Alle Eltern haben ihre eigene Windelphilosophie und ihren eigenen Zugang. Aus ökologischer Sicht spricht viel für die Stoffwindel aus Biobaumwolle. Mit den Stoffwindeln von anno dazumal haben die modernen Stoffwindeln nichts mehr zu tun. Es sind ausgeklügelte Windelsysteme mit Überhöschen, die hautverträglich, atmungsaktiv und leicht zu handhaben sind. Aber auch umweltfreundliche und schadstofffreie Einwegwindeln sind am Markt. Anbieter beider Varianten finden Sie im Ethischen Einkaufsführer.

Tierleid für Babyglück?

Ist es stimmig, wenn das eigene Baby oder Kind in Textilien gehüllt ist, für die ein Tier unendlich leiden musste? Wer schon als Kind tierlieb war, weiß, dass er oder sie das auch in jungen Jahren nicht gewollt hätte. Viele der als wärmender Fußsack angebotenen Lammfelle sind meist unbekannter Herkunft, weder aus kontrolliert, biologischer Tierhaltung noch sonst irgendwie deklariert. Dass es Alternativen für tierleidfreie Wärme gibt, zeigt unser Blogartikel „Bio-Kinderwägen und Fußsäcke – jetzt auch vegan“. Was wir uns noch wünschen würden: Ein Fußsack mit einer Hülle aus Biobaumplüsch, gefüllt mit der Pflanzendaune Kapok oder mit Pappelflaum.

Wolle ist nur allzu oft mit schlimmsten Torturen für die Schafe verbunden. Wenn du auf Wolle keinesfalls verzichten möchtest, dann kauf bitte nur garantiert mulesingfreie Biowolle. Ansonsten gibt es auch zu Wolle beste pflanzliche Alternativen, die du im Einkaufsführer sowohl im Bereich Kleidung als auch Heimtextilien findest. Schöner Nebeneffekt: So kann es erst gar nicht zu einer Wollallergie kommen, wie sie einige Kinder entwickeln. Daunen und Pelz sollten auch im Kinderzimmer und -kleiderkasten tabu sein. Sowohl für Matratzen als auch Pölster und Decken stehen Kapok, Biobaumwolle oder Hanf zur Auswahl.

„Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.“ – Albert Schweitzer (Foto: pxhere, CC0)

Second Hand statt neu

Kinder wachsen sooo schnell…. Früher wurde fast selbstverständlich Kleidung weitergegeben. Heute ist das glücklicherweise inzwischen wieder „in“ geworden. Diesmal sind es nicht mehr die Großfamilien, in denen unter den Geschwistern Kleidung weitergegeben wird, sondern vielmehr die Freundeskreise oder Onlineplattformen, über die die meist gut erhaltenen Stücke getauscht werden. Aber auch einige auf Kinderkleidung und Spielwaren spezialisierte Second Hand Shops gibt es.

Spielzeug ohne Risiko

Genauso achtsam sollte die Wahl des Spielzeugs für Kinder erfolgen. Greiflinge, Puppen, Spielautos werden oft und intensiv von den Kindern berührt, oft auch in den Mund genommen. Eventuell enthaltene schädliche Substanzen, wie Weichmacher oder absplitternde Farbe, werden vom Körper des Kindes aufgenommen. Farben und Lacke können Blei oder Cadmium enthalten, Spielzeug aus hormonwirksamem Weich-PVC hergestellt sein, Babyfläschchen, Trinkflaschen, Jausenboxen und Plastikspielzeug können Phtalate (Bisphenol A, kurz BPA) enthalten, Luftballons und Latex-Spielzeug können Nitrosamine enthalten. Wer sicher gehen will, dass sein Kind nicht mit diesen und anderen Schadstoffen in Berührung kommt, sollte auf umweltfreundliche und gesundheitlich unbedenkliche Spielwaren Wert legen. Der nachwachsende Rohstoff Holz ist nicht nur haptisch ein Genuss, sondern ist auch nahezu unzerstörbar. Heutzutage werden daraus auch innovative Spiel- und Bauelemente gefertigt. Für Schmuse-Puppen und -Tiere bieten sich wiederum Biobaumwolle als Hülle wie auch als Füllung an, bei letzterem sind auch Kapok, Hirse oder Dinkelspelz sehr empfehlenswert.

Auf nachhaltige Produkte setzen wir auch für den Bereich Kinderzimmer oder Kindergarten und Schule. Zeichen- und Malstifte, Klebstoff, Schultasche, Plastikbeutel oder Trinkflasche können Schadstoffe enthalten und unökologisch sein. Bei den im Einkaufsführer gelisteten Anbietern findest du ungiftige Jausenboxen und Trinkflaschen oder umweltfreundliche Malutensilien, die nur auf nachwachsenden Rohstoffen basieren oder aber auch einen ergonomischen Schulrucksack aus recycleten PET-Flaschen. Weitere praktische Tipps der animal.fair Redaktion findest du ausserdem im Tipp “Nachhaltig in Büro und Schule”