Schön und gesund: die Lupine

Nach Kichererbse, Bohne und Erbse stellen wir euch heute die Lupine im Rahmen unserer Hülsenfrucht-Serie vor. Viele kennen die Lupine wohl vor allem als hübsche Blume mit gelben, weißen oder blauen Blüten. Lupinen wachsen auch auf verdichteten Böden und reichern diesen mit Stickstoff an, weshalb sie als Gründüngung in der biologischen Landwirtschaft von Bedeutung sind. Die Pflanze kann aber noch mehr: Ihre Samen wurden schon vor über 6000 Jahren gegessen. Heute werden Lupinen als heimisches Superfood wiederentdeckt.

Viele kennen Lupinen wahrscheinlich als Zierpflanze aus Gärten. Bild: pixabay.com

Viele kennen Lupinen wahrscheinlich als Zierpflanze aus Gärten. Bild: pixabay.com

Bitter- und Süßlupinen

Die Lupine ist auch als Feig- oder Wolfsbohne bekannt. Bild: Lupinus luteus, Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz - 1885, Gera, Germany, biolib.de

Die Lupine ist auch als Feig- oder Wolfsbohne bekannt. Bild: Lupinus luteus, Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz – 1885, Gera, Germany, biolib.de

Lupine ist nicht gleich Lupine: Lupinen, die am Wegesrand oder als Zierde in heimischen Gärten wachsen, enthalten größere Mengen an Bitter- und Giftstoffen, allen voran das namensgebende Lupinin und sind nicht für den menschlichen Verzehr geeignet. Als Lebensmittel werden Süßlupinen verwendet – gezüchtete Sorten mit einem geringeren Bitterstoffanteil.

Eingeweichte Süßlupinensamen. Bild: Wikimedia / Calapito

Eingeweichte Süßlupinensamen. Bild: Wikimedia / Calapito

Gegessen werden die Samen der Süßlupinen. Und das schon seit Jahrhunderten. Schon vor über 6000 Jahren wurden Lupinen im Andenhochland gegessen, vor rund 3000 Jahren dann auch im Mittelmeer-Raum. Dort sind eingelegte, gesalzene Lupinen noch heute ein beliebter Snack. Verbesserte Züchtungen ermöglichten die verstärkte Nutzung der Süßlupine ab den 1930er Jahren als wichtiger Eiweißlieferant in Kriegs- und Krisenzeiten.

Heimische Eiweißquelle

Die Lupine wird auch „Soja des Nordens“ genannt. Sie gedeiht ganz problemlos in unserer Gegend, von den Alpen bis zur Nordsee. Das macht Importe unnötig. Ein weiterer Pluspunkt: Ihre unkomplizierte Art braucht keine gentechnische Veränderung. Der Samen wird vier Zentimeter tief in die Erde gesteckt und etwas angegossen. Alles weitere holt sie sich aus dem Boden. Mit den Samen kann man die anspruchslose einjährige Pflanze im nächsten Jahr neu ansäen. Sie reichern Stickstoff an und sind ein Gründünger, also ein idealer Partner der ökologischen Landwirtschaft. Vorsicht aber bei der Fruchtfolge: Süßlupinen soll man nur alle fünf Jahr anbauen. Leguminosen wie die Lupine sind als Bodenverbesserer gut als Wechselfrucht für Stickstoffzehrer wie Weizen. Angesichts der steigenden Weizenunverträglichkeiten eine sinnvolle Partnerschaft auf dem Feld.

Was die Lupine kann

Bisher wurde die Lupine vor allem als Tierfutter, Gründünger oder Gartenblume geschätzt. Das ändert sich gerade. Das wachsende Marktsegment der veganen Produkte entdeckt die Lupine als heimisches Superfood. Denn die Samen enthalten sogar mehr Eiweiß als Sojabohnen, viele Ballaststoffe sowie wenig Fett und Kohlenhydrate. Süßlupinen liefern außerdem zweiwertiges Eisen, das vom Körper besser verwertet werden kann als das meist vorkommende dreiwertige Eisen. Die gute Nachricht für Gluten-Allergiker: Lupinenmehl ist glutenfrei. Allerdings gehört die Lupine auch zu den 14 kennzeichnungspflichtigen Hauptauslösern von Nahrungsmittelallergien (häufig in Kreuzreaktion mit einer Erdnussallergie).

Um die hochwertigen Lupinen-Proteine in Zukunft noch besser zu nutzen, haben Münchner Wissenschaftler ein spezielles Verfahren erfunden. Dafür wurde sogar der Deutsche Zukunftspreis 2014 vergeben.

Wir haben uns einige Produkte aus Lupinen genauer angeschaut und auch verkostet. Unseren Erfahrungsbericht dazu findet ihr nächsten Freitag in unserem Blog!

Zum Weiterlesen:

Die Lupine ist Teil 4 unserer Hülsenfrucht-Serie anlässlich des Internationalen Jahres der Hülsenfrüchte.

Ein Artikel von Sandra