Ein Musenkuss von der Erdnuss

Erdnüsse sind richtige Power-Früchte. Warum Früchte? Weil sie zu den Hülsenfrüchten gehören und damit den glorreichen Abschluss der diesjährigen Hülsenfruchtserie einleiten. Hauptsächlich bekannt als Erdnussbutter oder -creme bleibt ihr gesundheitlicher Nutzen sowie vielseitige Verwendung schnell mal im Hintergrund. Hier stellen wir die Erdnuss ins Rampenlicht, diesen Platz hat sie sich absolut verdient.

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Herkunft und Sorten

Erdnüsse (Arachis hypogaea) stammen wahrscheinlich aus Brasilien, da heute noch wilde Arachais-Arten verbreitet sind. Ihre Art entstand womöglich im Zuge der Kultivierung durch die Indianer vor ungefähr 3000 Jahren. Im 15. Jahrhundert verbreitete sich die Erdnuss besonders nach der Entdeckung Amerikas (1492) weltweit in Tropengebieten. Sie benötigt Temperaturen zwischen 25 und 34°C, um keimen und reifen zu können. Nach China und Indien kam sie erst im 18. Jahrhundert. Hier wird sie heute großflächigst angepflanzt. Anbauversuche in Europa gab es erst in den 1960er Jahren vor allem in Frankreich, wo sich eine Ölmühlindustrie etablierte, da aus afrikanischen Kolonien importiert wurde. In Deutschland begann die Ölproduktion 1875. Die Kultivierungsversuche in Europa hielten sich auf Grund ungünstiger Klimaverhältnisse in Grenzen.

Die Pflanze der Erdnuss bildet oval-runde Blätter, die ihre Früchte unter der Erde herausbildet. Färben sich die Blätter gelblich, sind auch die Früchte reif.

Gesundheitlicher Nutzen

Nährstofflich gesehen ist die Erdnuss eine richtige Power-Frucht. Sie ist eine hervorragende Eiweißquelle, außerdem senkt sie das Cholesterin, ist gut für die Gefäße, verbessert die Blutfette, hat eine beruhigende Wirkung und macht obendrein noch jung sowie schön. (Die letzten beiden Wunder bewirkt sie leider nicht – so viel geht nun auch wieder nicht ;) )

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100 Gramm Erdnüsse enthalten 25 % Protein und dienen damit der Versorgung mit Eiweiß. Außerdem sind sie eine tolle Quelle für den Vitamin-B-Komplex, Vitamin E und Magnesium – macht am Ende vielleicht doch schön! Isst man das rote Häutchen mit, so wird man zusätzlich mit Antioxidantien, genauer mit OPC (Oligomere  Proanthocyanidine) versorgt. Diese befinden sich auch in Traubenkernen und helfen bei Hautproblemen, Allergien, Falten, Probleme mit Blutgefäßen, PMS und chronischen Entzündungen.

Obwohl Erdnüsse fetthaltig sind, helfen sie, die Blutfette (Triglyceridwerte) zu senken – ein wesentlicher Punkt bei Übergewicht, das man loswerden möchte. Außerdem senken Erdnüsse die Cholesterinwerte und verbessern damit die Gefäßfunktionen. Tryptophan, ein weiterer Nährstoff der Erdnuss, erzielt eine beruhigende Wirkung.

Gesalzene und in Fett geröstete Erdnüsse sind jedoch weniger empfehlenswert. Bei der Erdnussbutter ist darauf zu achten, dass sie hochwertig und ohne gehärtete Fette verarbeitet ist. Zum gesunden Verzehr eines Erdnussprodukts, das man beispielsweise auf das Brot streichen kann, eignet sich  am besten ein Bio-Erdnussmus ohne Zusatz von Fetten. Alternativ lässt sich Erdnussbutter relativ einfach selbst herstellen. Und damit geht es schon zur Verwendung der Erdnuss.

Verwendung

peanuts germinating Flickr © Fluffymuppet

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Die wahrscheinlich häufigste Verwendung der Früchte ist in Form von Fett oder besser gesagt Erdnussbutter oder -creme. Besonders ist die schmackhafte Kombination mit sowohl Süßem (z.B. aufs Brot unter Marmelade/Schokoaufstrich) als auch Saurem (z.B. unter den Aufstrich oder einfach so auf was auch immer ;) ). Außerdem ist sie in Form von Fastfood recht häufig anzutreffen (Erdnussflips, gesalzen und in Fett geröstet als Knabberei, Snickers). Damit sind die Verwendungsmöglichkeiten jedoch noch lange nicht an einem Ende angelangt. Geschälte Erdnüsse verfeinern Currys oder Eintöpfe, verleihen Salaten sowie Gemüseaufstrichen Pep und eignen sich als Snack zwischendurch. Erdnüsse eignen sich außerdem für Backwerke: Kekse, Kuchen, Brownies, Muffins und was sonst das Herz begehrt. Abseits der Backstube sollte eine Rohkost-Variante von Snickers nicht unerwähnt bleiben.

Geschält und zerkleinert können Erdnüsse als Vogelfutter besonders jetzt in der kalten Jahreszeit verwendet werden – dazu am besten mit Nüssen und Getreideflocken mischen.

Wenn wir euch jetzt Gusto auf die Erdnuss gemacht haben, so sollen euch die Rezepte für die erwähnten Köstlichkeiten nicht verwehrt bleiben (siehe unten). Die Verwendungsmöglichkeiten sind jedoch noch lange nicht ausgeschöpft, also warum sich nicht mal von der Musenerdnuss küssen lassen :)

Erdnuss-Rezepte:

P.S. für GärtnerInnen: Man kann ziemlich einfach Erdnüsse selbst anbauen.

Quellen

 

Dieser Artikel ist der 7. und letzte Teil unserer Hülsenfrüchte-Serie anlässlich des Internationalen Jahrs der Hülsenfrüchte.

Das Hülsenfruchtjahr 2016 zum Nachlesen:

 

Ein Artikel von Judith