Die vegane Seitanwurst ist chemisch und ungesund!

Isst man als fleischlos lebender Mensch ein Produkt, das sich vegane Wurst oder Seitanschnitzel nennt, sieht man sich sofort mit Vorwürfen wie Wortdiebstahl konfrontiert oder dass vegane Ernährung auf Kunstprodukten basiere und deshalb ungesund sei, womit sich schon unser Beitrag “Die Wurst ist mir wurst” beschäftigt hat. Nun möchten wir ins Detail gehen und genauer auf die Etiketten schauen, was denn so in veganer und unveganer Wurst drin ist.
vegane wurst

Fleischersatzprodukte (Foto: wfairchild, CC BY 2.0, Download via https://www.flickr.com/photos/fairchild/7509682762)

Wenn es um die Wurst geht, wird die Diskussion bisweilen irrational. Die unvegane Wurst landet ohne kritischen Blick im Einkaufswagerl und daheim am Brot. Kritisch beäugt und das Etikett genau belesen wird erst, wenn groß die Worte “vegan” oder “vegetarisch” auf der Verpackung stehen. Ist der Ausgangsstoff einer Wurst die Pflanze, wird der Wurst gern nachgesagt, unnatürlich und ungesund zu sein. Wird die Pflanze ans Tier verfüttert und unter Veredelungsverlust das Tier zu Wurst verarbeitet, gilt die Wurst als natürlich und ihre Inhaltsstoffe werden selten genau unter die Lupe genommen.

Aber lasst uns einmal schauen, was vegane und unvegane Wurst enthält, ob eine der beiden Varianten “chemischer” als die andere ist und welche Zutaten wir vielleicht am Wurstbrot meiden sollten.

Die klassische Wurst

Eine handelsübliche unvegane Extrawurst aus dem Supermarkt enthält:

Spar_Extrawurst
Quelle

Enthalten sind in der Wurst also Salze, Stabilisatoren, diverse Zuckersorten, Konservierungsstoffe, Farbstoff und Aroma. Das verwendete Natriumnitrit, bzw. die aus ihm entstehenden Nitrosamine, sind unter anderem als krebserregend bekannt.

Die vegane Variante

Schauen wir doch einmal, was eine vegane Extrawurst aus dem Supermarkt enthält:

Billa_Extrawurst Vegavita
Quelle

Die Inhaltsstoffe ähneln der unveganen Variante, wenn man vom Grundstoff Pflanze beim veganen Produkt einmal absieht. Was jedoch auffällt ist, dass das vegane Produkt kein Natriumnitrit enthält. Klarer Punkt für die vegane Extrawurst!
Sinnvoller wäre es doch allein deswegen, die unvegane Extrawurst eher abzulehnen.

Aber sehen wir weiter…

Die vegane Extrawurst enthält auf 100g etwas mehr Kalorien als die unvegane Extrawurst, jedoch auch 10g mehr Eiweiß, weniger gesättigte Fettsäuren, weniger Fett und weniger Salz.

Wer selbst vergleichen möchte, kann das hier tun:

Bei diesen Produkten handelt es sich um völlig übliche Produkte. Es fand keine Suche nach Nischenprodukten statt, um ein spezielles Ergebnis zu erreichen.

Wenn wir uns vegane und unvegane Fleisch- und Wurstprodukte ansehen, finden wir immer wieder eine ähnliche Zusammensetzung. Interessanterweise fehlt das Natriumnitrit selbst bei unveganen Bioprodukten nicht, bei veganen ist es jedoch nie enthalten.

Quelle

Und das, obwohl Biotierfleischprodukte mit unter 5% ohnehin ein Nischendasein fristen.

Unser Fazit

Es liegt in der Natur der Wurst, ein fettiges, salziges Produkt zu sein. Gerade darum haben wir sie gern am Brot. Auch wenn die vegane Variante weniger Fett und Salz enthält, sollte sie nicht zu häufig verzehrt werden. Wir sollten weniger verarbeiteten Gemüsen, Obst, Hülsenfrüchten, Nüssen, Sämereien usw. den Vorzug geben.

Hinzu kommt, dass die Transparenz durch die Veredelung leidet. Enthält ein Produkt in der Rezeptur Palmfett, so wird dies deklariert:

Gutfried Salami
Quelle

Wir haben nun die Wahl, das Produkt im Kühlregal liegen zu lassen, oder uns nach der Herkunft des Palmöles zu erkundigen. Schwerer wird es jedoch bei dem Palmöl, dem Soja und den weiteren Produkten, die den Tieren gefüttert wurden …

Ein Artikel von Hella