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Kängurujagd: Massaker im Dunkeln

In Australien herrscht Platzmangel. Wildlebende Kängurus nehmen den riesigen Schaf- und Rinderfarmen die Weideflächen weg. Kein Wunder, stammt doch etwa die Hälfte der weltweit produzierten Merinowolle aus Australien. Die Konsequenz ist neben dem bekannten Mulesing und der Lebendtiertransporte der Schafe in den arabischen Raum nun auch die Jagd auf die tierlichen australischen Ureinwohner. Ein grausames Schauspiel, das bisher im Verborgenen lag…

(Foto: Pixabay, Free-Photos)

Kangaroo – Der Film

Das skrupellose Töten von Robbenbabies ist mittlerweile den Meisten bekannt. Kein Wunder, geschieht es doch am helllichten Tage und wurde vielfach dokumentiert. Ein mindestens ebenso schreckliches Massaker, das bisher nur die Wenigsten zu Gesicht bekommen haben, ist hingegen die in der Nacht stattfindende Kängurujagd – bist jetzt…

„Kangaroo – A Love-Hate Story“ ist ein Film von Kate und Michael McIntyre, welcher die komplizierten Verstrickungen von Profitgier, Manipulation, Verschleierung, Macht und Ohnmacht entwirrt. Was wie ein Crime-Thriller klingt, ist eine Dokumentation, die ein möglichst neutrales Licht auf ein extrem polarisierendes Thema werfen will – das Abschlachten unglaublicher Massen wildlebender Kängurus.

Kängurus sind wilde Tiere, die sich nicht domestizieren lassen, da sie am Stress der Haltung sterben. (Foto: Pixabay, Holgi)

Der Konsum

„Millionen von Kängurus werden jedes Jahr in Australien abgeschlachtet um als Fleisch für Katzen und Hunde und auch für Menschen genutzt werden zu können.“, sagt einer der Interviewten. Außerdem wird ihre Haut für Schuhe (als k-leather), insbesondere Fußballschuhe industriell verarbeitet. Die Konsumenten von Känguru-Produkten sind überall auf der Welt verstreut. Das Thema geht also nicht nur AustralierInnen etwas an.

Fußballschuhe in Action

Viva! Informiert unter anderem Fußballschuh-Konzerne über die Herkunft des Leders und hat schon mehrere Konzerne dazu gebracht, den Verkauf von Känguru-Produkten aufzugeben. (Foto: Pixabay, teodorandersson)

Die Plage

90 % der Bevölkerung Australiens leben in Städten und hat keinen Kontakt mit der „Känguruproblematik“. Farmer sehen Kängurus als eine Plage. Diese Sichtweise ist entstanden durch eine grundsätzliche Abneigung gegen alles Wilde der Siedler, Überzeugungsarbeit durch die Känguruindustrie-Lobby und den Kampf mit dem Klimawandel. Australien ist eines der Länder, das bereits durch viel häufiger auftretende Dürren den Klimawandel stark zu spüren bekommt. So entsteht eine immer stärker werdende (scheinbare) Konkurrenz zwischen Schafen und Kängurus um das Gras.

Schafe in trockenem Grasland

Riesige Schafherden grasen in den immer trockener werdenden Weiten Australiens – im Lebensraum der Kängurus. (Foto: Pixabay, skeeze)

Das Nationalsymbol

Manche von euch werden sich jetzt denken: Aber Moment mal, ist nicht das Känguru das Nationalsymbol Australiens? Ja, das ist es. Viele Firmen verwenden es als ihr Logo, das Fußball-Nationalteam hat es im Spitznamen (Socceroos) und im Tourismus wird mit dem Känguru und dem Koala gleichermaßen geworben. Wie der Titel des Filmes verrät, besteht eine Hassliebe zu den Kängurus. Eine Meinungskluft teilt die Nation, eine Mischung aus Propaganda und Ahnungslosigkeit – mit schlimmen Folgen.

Indigenes Gemälde eines Kängurus auf Stein

Kängurus gehören schon seit Jahrmillionen zum australischen Kontinent. Auch für die indigene Bevölkerung spielt es eine sehr wichtige Rolle. (Foto: Pixabay, hbieser)

Das Aussterben

Australien muss die größte Menge an ausgestorbenen Säugetieren weltweit seit Ankunft der Siedler verbuchen. Dies liegt zum einen daran, dass Australien durch die außergewöhnliche erdgeschichtliche Entstehung viele Endemiten beheimatete. Endemiten sind oft hoch spezialisiert in ihrer Lebensweise und dadurch sehr anfällig auf Veränderungen in ihrer Umwelt. Zum anderen wurde diese Umwelt nach Belieben zerstört und verändert, ohne über Konsequenzen nachzudenken. Zumindest in Bezug auf Kängurus ist dem ein Ende gesetzt. Denn dieser Film bringt jedeN zum Nachdenken!

Outback, Australische Landschaft

Die relativ junge Känguruindustrie hat die Dezimierung zu einem neuen Höhepunkt gebracht. In den letzten zwei Jahrzehnten sind die Individuenzahlen um mehr als die Hälfte gesunken. Was passiert, wenn sie alle verschwinden? (Foto: Pixabay, RenataWrightArt)

Was jetzt?

Schaut euch diesen Film an! Die oben dargelegten Informationen kratzen nur an der Oberfläche dieses umfassenden Problems. Du kannst diesen unglaublich interessanten, 103-minütigen Dokumentarfilm ganz einfach anschauen. Egal ob mit deinen Freunden, in deiner Firma, in der Schule oder mit anderen interessierten Gruppen. Dazu brauchst du nur eine Örtlichkeit und musst das Anfrageformular auf der Filmwebsite ausfüllen. Und schon kannst du dein eigenes Screening hosten.

Außerdem nicht vergessen: Natürlich keine Känguru-Produkte kaufen (k-leather)! Und außerdem ist es ein weiterer Grund keine australischen Schafprodukte, wie etwa Merinowolle, zu kaufen.

Ein Artikel von Barbara

1 Kommentar

  • Roswitha Schmidt sagt:

    Als Tierschützerin sehe ich das so … die Tiere müssen weiterhin geschützt werden bevor es keine mehr auf Erden gibt! Kängerruhs sind vom Aussterben bedroht!!! Rettet diese wundervollen Tiere!
    Liebe Grüße

    Roswitha Schmidt