Das neue „vegan magazin“ ist gerade erschienen

vegan magazin

vegan magazin

Von fast allem, das mit dem Thema „vegan“ zu tun hat, und für fast alle Interessensgruppen ist in der 130 Seiten starken, grafisch eindrucksvoll gestalteten Zeitschrift etwas enthalten.

Da gibt es etwa eine tolle Fotostrecke über das Berliner High-Fashion Label Umasan oder einen ausführlichen Artikel über Füchse, verfasst von dem Leiter einer Auffang- und  Auswilderungsstation, illustriert mit genialen Bildern von Fuchswelpen. Es finden sich hier flott-bunt bebilderte Geschichten über Schuhe – mit dem wichtigen Hinweise, dass vegane Mode unbedingt aus fairer, umweltfreundlicher Produktion stammen muss – und vegan lebende Sportler wie auch Kochrezepte von Surdham Göb.

Ebenfalls im Heft: etliche wichtige Denk- und Diskussionsanstöße – wie das „Pläoyer für die moralische Berücksichtigung Wirbelloser“, Selbsterfahrungsstorys, Vermischtes, ein „Geo“-Interview mit der Buchautorin Hilal Sezgin und ein ganz neues mit „China Study“-Autor T. Colin Campbell.

Vom Ansatz her besonders spannend: Ein anderer, nämlich zeitgeschichtlicher Blick auf die Honigproduktion und das Bienensterben, der aufzeigt, wie sich die nationalsozialistische Forderung nach „Zucht und Ordnung“ auch in der Tierhaltung und dem Imkerhandwerk niederschlug – und welche Folgen davon bis heute spürbar sind.

Auch wenn das Heft visuell lebendig, grafisch unkonventionell, bunt und fotokünstlerisch gestaltet ist; was die Leselust und die Content-Vermittlung leider mitunter bremst, ist nicht die konsequente Kleinschreibung, die sich am Bauhaus-Stil und den Empfehlungen von Konrad Duden orientiert. Es ist die schwere Lesbarkeit, die durch die oft hauchfeine Schrift entsteht, die zudem Interpunktionen verschwimmen lässt. Die Zeitschrift wird sicher auch noch zusätzlich gewinnen, wenn die Geschichten künftig noch mehr journalistische Tiefe und Genauigkeit haben. Auch das Inhaltsverzeichnis kann gerne ein wenig altmodisch ausführlicher sein :-)

Dennoch: Dem Team rund um Herausgeber und Art Director Christian Vagedes, der auch die Vegane Gesellschaft Deutschland gegründet hat, ist ein ungewöhnliches Magazin gelungen, das das Urban-Zeitgeistige, Stylishe und Querdenkerische mit dem aktiven Bemühen um eine bessere Welt für alle zu verbinden versteht.

vegan magazin  
um 3,90 Euro in großen österreichischen Trafiken und Buchhandlungen erhältlich
www.das-vegan-magazin.de

Ein Artikel von Ruth

1 Kommentar

  • Das es ein dediziertes Magazin für die vegane Lebensweise gibt, empfinde ich als positive Entwicklung in unserer Gesellschaft. Ich habe mir die erste Ausgabe dieses Magazins angeschaut und bin, was die inhaltliche Tiefe angeht enttäuscht. Vor allem habe ich nach einer wissenschaftlichen Grundlage für die Behauptungen gesucht, dass 66.000.000 ha kostenbaren Bodens _pro Tag_ verloren gehen. Die Erde besitzt laut Wikipedia eine Gesamtlandmasse von 14.890.000.000 ha (ich blende jetzt in dieser Rechnung einmal aus, dass das nicht nur kostbarer Boden, also Anbaufläche ist). Wäre heute der erste Tag 09.04.2014 ab dem wir den Verlust dieser Landmassen berechnen (14.890.000.000 ha/66.000.000 ha) , wäre in 225 Tagen nichts mehr von unserem kostbaren Boden vorhanden. Würde man dieser Aussage also Glauben schenken, wäre es durchaus sinnvoll, sich schleunigst mit Konserven und anderen Überlebensartikeln einzudecken.

    Solch einen Unfug zu publizieren halte ich für kontraproduktiv. Halten wir noch einmal fest: Ein Magazin (oder gern auch Magazine) welches sich dediziert einen veganen Themenschwerpunkt abdeckt ist wünschenswert. Jedoch sollten Artikel und darin geäußerte Behauptungen auch wissenschaftlich Hand und Fuß haben. Bleibt zu hoffen, dass sich das in diesem Magazin ändert oder andere seriösere Magazine auf den Markt gebracht werden.