animal.fair berichtet: Schüler machen Tierschutz-Unterricht

Das Schüler-Projektteam "Wir fürs Tier" bei der ArbeitIm vergangenen Jahr wurde animal.fair Obfrau Petra Schönbacher in eine Wiener Handelsakademie, die VBS Schönborngasse, eingeladen, um einen Tierschutz-Workshop zu halten. Vor etwa 20 Schülerinnen und Schülern sprach sie über die Scheinwelt, welche die Werbung den KonsumentInnen in Bezug auf tierliche Produkte vorgaukelt und darüber, welche Realität tatsächlich hinter Fleisch, Milch, Eiern, Leder oder Wolle steckt. In der Folge bildeten vier Schülerinnen und Schüler der 5B-Klasse die Projektgruppe „Wir fürs Tier“ und machten es zu dem Maturaprojekt, im Rahmen eines ähnlichen Tierschutz-Seminars SchülerInnen in mehreren Schulen über die Situation der Nutztiere aufzuklären. Wir sind sehr glücklich darüber und stolz darauf, den Bericht der vier  jungen Vortragenden – Carolin Mahr, Jacqueline Schranz, Moritz Maier und Claudio Pammer – Euch hier präsentieren zu dürfen:

Wir von der Projektgruppe „Wir fürs Tier“ wollten als unser Maturaprojekt anderen SchülerInnen einiges über die österreichische Nutztierhaltung präsentieren, was für viele vollkommen neu war, da dieses Thema in den Medien leider kaum behandelt wird. Die Werbung verbirgt die Schattenseiten des Konsums tierischer Produkte, somit wollten wir als Gruppe mit unserer Informationskampagne eine aufklärende Wirkung erzielen.

Auf den Verein animal.fair und dessen Obfrau Petra Schönbacher trafen wir zum ersten Mal am CSR-Day unserer Schule, an dem sie uns über ihre Arbeit erzählte, uns Bilder zeigte und Informationen gab über den oft so grausamen Umgang mit Tieren zeigte. Daraufhin entschlossen wir uns, das Projektteam „Wir fürs Tier“ zu gründen. So kam es, dass Frau Petra Schönbacher unsere Projektauftraggeberin wurde, die uns wo sie nur konnte unterstützte.

Da wir nur ein bis zwei Stunden an Zeit pro Schule zur Verfügung gestellt bekamen, mussten wir uns ein Konzept überlegen, um möglichst viel wichtigen Inhalt abzudecken. Wir legten unseren Fokus auf die Rinder in Österreich. Hierbei konnten wir über die Fleisch und- Milchproduktion sowie über die Lederproduktion und die jeweiligen Folgen davon sprechen. Doch auch über die Schweinehaltung in Österreich und über die Lege-sowie Masthühner haben wir etwas ausgearbeitet.

Als es um die Rinder ging, erklärten wir den SchülerInnen erst, wie sozial und loyal diese Tiere eigentlich wirklich sind. Sie haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten, auch dies wussten viele nicht. Dass man Ihnen damit furchtbares Leid antut, die Kälber von ihren Müttern zu trennen, nur damit wir Menschen zu unserer Milch gelangen können, war einigen nicht bewusst. Dies berührte die meisten ZuhörerInnen sehr.

Die Projektgruppe "Wir fürs Tier" von links nach rechts: Carolin Mahr, Moritz Maier, Jacqueline Schranz, Claudio Pammer.

Die Projektgruppe „Wir fürs Tier“ von links nach rechts: Carolin Mahr, Moritz Maier, Jacqueline Schranz, Claudio Pammer.

 

Auch, dass das Betäuben der Schlachttiere sehr problematisch ist, da viele gar nicht ausreichend betäubt werden, mussten die SchülerInnen erst einmal verkraften. Wir versuchten unserem Publikum klar zu machen, dass viele Tiere während und vor der Schlachtung Höllenqualen erleiden müssen. Doch das wird geduldet, denn Tiere werden auch hier wie so oft nicht als fühlende Lebewesen mit sozialem Verhalten, sondern als Ware betrachtet.

Bei den Hühnern schockierten vor allem die enge Haltung und das „Sexen“ der Küken. Darunter versteht man das Aussortieren und Töten der männlichen Küken direkt nach dem Schlüpfen, da sie später keine Eier legen werden können. Hierzu zeigten wir auch ein Video. Den Gesichtsausdrücken zu Folge brachte dies die meisten Emotionen unserer Zuhörer hervor.

Uns ist aufgefallen, dass unser jüngstes Publikum, also eine zweite Klasse Gymnasium, am meisten Interesse für dieses Thema zeigte. Die ZuhörerInnen in unserem Alter, also zwischen 17 und 19 Jahren, waren zwar auch, aber ganz unterschiedlich davon berührt.

Wir finden unser Projekt deshalb wertvoll, da wir der Meinung sind, dass Menschen, die tierische Produkte konsumieren, auch Verantwortung dafür übernehmen sollten und zumindest wissen sollten, was dahinter steckt.

 

Die Mitglieder des Projektteams „Wir fürs Tier“ und die Autorinnen dieses Gastbeitrags:
Carolin Mahr – referierte über die Rinderhaltung und -schlachtung
Moritz Maier – widmete sich der Situation der Hühner
Jacqueline Schranz – sprach über Milch- und Lederproduktion
Claudio Pammer – informierte über die Schweinehaltung und die Arbeit von animal.fair

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Ein Artikel von Petra