Kinderbücher ohne „Kinderüberraschung“

Wer jetzt darüber nachdenkt, seinen Kleinen zu Weihnachten ein schönes, buntes Kinderbuch zu schenken, der sollte doppelt darüber nachdenken. Denn: die meisten Kinderbücher sind für Kinder gesundheitlich nicht geeignet. Eine sichere Einkaufshilfe sind Cradle to Cradle™-produzierte Bücher, made in Austria. Worum es sich dabei handelt, erklärt uns Doris Raßhofer vom Kommunikationshaus gugler* in folgendem Gastbeitrag.

Kinderbücher

Vorsicht bei Kinderbüchern! Nur bei Cradle to Cradle™-gedruckten Büchern kann man sich sicher sein. (Foto: © gugler)

Alle Kinder lieben schöne bunte Kinderbücher, Bücher zum Anschauen und Staunen, zum Anfassen und Begreifen – und bei den ganz Kleinen auch Bücher zum Anknabbern. Doch wer jetzt darüber nachdenkt, einem Kind ein besonders schönes Kinderbuch zu schenken, sollte Acht geben, was er kauft. Denn es gilt nicht nur, bei der Nahrung oder bei unserer Kleidung, bei unseren Möbeln und unserer Kosmetik darauf zu achten, wo die Dinge herkommen, wie sie produziert werden und was sie beinhalten, sondern auch bei unseren Büchern.

Bücher aus Asien

Sobald der Preis regiert, regiert das Dogma des Billigsten. Und das Billigste besteht meist nicht aus gesunden Inhaltsstoffen. Vor allem stammt es meist auch nicht aus Österreich. Laut einer WWF-Studie stammen 62 Prozent aller in Österreich verkauften Kinderbücher aus Asien. Sie bestehen aus illegal geschlägertem Tropenholz und beinhalten so manch ungesunde „Kinderüberraschung“ wie BPA und Mineralöl oder auch Stoffe, die bei uns überhaupt nicht erlaubt sind. Also Dinge, die wir unseren Kindern freiwillig nicht verabreichen würden. Bei Trinkflaschen und Spielzeug achten viele schon genau darauf, was ihre Kleinen in Händen halten, bei Büchern meist noch nicht.

© gugler

Auch bei Büchern sollte man auf Inhaltsstoffe und Nachhaltigkeit achten. (Foto: © gugler*)

Kreislaufmodell für die Zukunft

Dabei ist der Unterschied zwischen einem schädlichen zu einem gesunden Buch für jeden Käufer sehr leicht auszumachen, wenn er weiß, worauf er sein Auge richten muss. Das Zauberwort heißt „Cradle to Cradle“.

Cradle to Cradle bedeutet übersetzt ‚von der Wiege bis zur Wiege‘ und ist ein Kreislaufmodell, bei dem Produkte so konzipiert werden, dass keinerlei Abfall erzeugt wird, und die eingesetzten Ressourcen immer wieder im Kreis geführt werden können. Jährlich landen laut statistischem Bundesamt allein in den EU rund drei Milliarden Tonnen hochwertiger Ressourcen auf Müllhalden oder in Verbrennungsanlagen. Wenn Firmen also keine gesundheits- und umweltschädigenden Materialien mehr verwenden und alle Stoffe dauerhaft entweder in biologische Kreisläufe oder geschlossene technische Kreisläufe führen, wäre der Traum einer Wirtschaft, die nur gesunde und für Mensch und Natur unschädliche Produkte produziert perfekt.

So würde die Natur drucken

Bei Büchern hat Cradle to Cradle™ bereits Einzug gehalten, zumindest bei solchen Druckereien, die sich diesem höchsten, weil zertifizierten Öko-Druckstandard verschrieben haben. Einer davon ist das Kommunikationshaus gugler* mit seiner Ökodruckerei im niederösterreichischen Melk – dort wurden 2011 weltweit die ersten und einzigen Cradle to Cradle™-zertifizierten Druckprodukte angeboten. In Deutschland und Österreich ist gugler* noch immer der einzige Anbieter, zwei weitere Druckereien gibt es in Dänemark und der Schweiz.

© gugler

Beim Cradle to Cradle™-Druck werden die Rohstoffe wieder zur Nahrung für die Natur. Es entsteht kein giftiger Abfall.          (Grafik: © gugler*)

Cradle to Cradle™-produzierte Druckprodukte sind garantiert frei von schädlichen Inhaltsstoffen, denn diese wurden alle von einer offiziell anerkannten Prüfstelle chemisch analysiert, dann optimiert und schließlich zertifiziert, so dass nur noch für Natur und Gesundheit völlig unbedenkliche Stoffe enthalten sind. Das gilt für das Papier genauso wie für die Druckfarben oder die Klebebindung. Ein Cradle to Cradle™-Buch könnte somit problemlos in den biologischen Kreislauf rückgeführt werden, es wäre damit also grundsätzlich auch kompostierbar – ohne an Haltbarkeit und Lebensdauer einzubüßen. Aber wer will seine Bücher schon im Garten vergraben…

Recycling ist nicht gleich Recycling

Wir haben ein etabliertes Recycling-System – unsere rote Tonne – in der wir alles brav sammeln, was an Papier anfällt. In den Recycling-Anlagen wird dann die Druckfarbe vom Papier durch den sogenannten „De-Ink-Prozess“ gelöst, sodass der Zellstoff des Papiers wieder zu Recyclingpapier verarbeitet werden kann. Die chemisch gelöste Druckfarbe ist toxischer Schlamm, der als Sondermüll entsorgt werden muss! Und: neueste Druckmethoden wie der UV-LED-Druck sind überhaupt nicht mehr recycelbar.

Pflanzenölfarben

Die Druckfarbe von Büchern enthält oft nicht ganz unproblemtische Stoffe. Beim Cradle to Cradle™-Druck werden reine Pflanzenölfarben verwendet. (Foto: © Rita Newman)

Die Lösung: Je mehr Cradle to Cradle™-produzierte Druckprodukte in die rote Tonne kommen, je weniger toxischer Sondermüll kommt hinten raus. Und was dazukommt: ein Teil der gängigen mineralölhaltigen Druckfarbe kann nicht vom Papier gelöst werden und wandert wieder in das Recyclingpapier. Deshalb gibt es immer wieder Meldungen über nachgewiesenem Mineralöl in Lebensmitteln – über die Verpackung aus Recyclingkartonagen. Was bedeutet das? Herkömmlich gedruckte Bücher sind nicht nur schädlich für unsere Kinder, sondern für uns alle.

Achtet auf das Cradle to Cradle™-Logo

Und was können wir tun, damit mehr gesunde Cradle to Cradle™-Druckprodukte in Umlauf kommen? Die Antwort ist simpel: Beim Kauf darauf achten und beim Händler nachfragen.

C2C_Logo

Cradle to Cradle™-produzierte Bücher erkennt man klar am Cradle to Cradle-Logo – ein hellblauer und ein grüner Kringel in Form einer liegenden Acht – das Unendlichkeitszeichen.

Und wer zu Weihnachten in der Buchhandlung steht und nicht nur ein schönes, sondern auch ein gesundes Kinderbuch verschenken möchte, der achte einfach auf dieses Zeichen. Denn Cradle to Cradle™-Bücher sind das gesündeste, was ihr eurem Kind zum Lesen und Staunen geben könnt – made in Austria. Die würde sogar die Natur lesen.

Übrigens: Verlage, die ihre Kinderbücher im Cradle to Cradle™-Ökostandard drucken lassen, sind u.a. der neunmalklug-Verlag und der Kosmos-Verlag. Letzterer verlegt vor allem auch die kleinen dicken Pappbücher mit den abgerundeten Ecken (auch hier ist das Kommunikationshaus gugler* die einzige Druckerei in Österreich, die diese Pappbücher herstellt).

Doris Raßhofer, Foto: © Rita Newman

 

Autorin: 

Doris Raßhofer, 
Kommunikationsleiterin, Botschafterin & Fee bei gugler*

(Foto: © Rita Newman)

 

animal.fair, 7. Dezember 2017

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